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Management-Buy-Out

Ringier-Verlag verkauft "Cicero" an Chefredakteur

von Alexander Krei
17.02.2016 - 12:22 Uhr

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Überraschender Schritt: Weil es Ringier eigenen Angaben zufolge nicht gelungen ist, "Cicero" und "Monopol" in den vergangenen Jahren profitabel zu betreiben, verkauft der Verlag beide Titel an "Cicero"-Chefredakteur Schwennicke und seinen Stellvertreter.

"Cicero"-Chefredakteur Christoph Schwennicke und sein Stellvertreter Alexander Marguier übernehmen die beiden Ringier-Titel "Cicero" und "Monopol" im Rahmen eines Management-Buy-Outs zum 1. Mai 2016. Das gab der Verlag am Mittwoch überraschend bekannt. Seit der Gründung von "Cicero" vor zwölf Jahren und der nachfolgenden Übernahme von "Monopol" im Jahr 2006 sei es nicht gelungen, die kleine Verlagseinheit von Ringier in Deutschland wirtschaftlich profitabel zu betreiben, hieß es.

Aus diesem Grund seien verschiedene Möglichkeiten einer grundlegenden Neuausrichtung beider Titel geprüft worden, teilte Ringier mit und sieht in dem nun geplanten Schritt "eine erfolgsversprechende Lösung". Schwennicke und Marguier übernehmen nun also beide Zeitschriften und sollen diese mit finanzieller Starthilfe von Ringier in ihre neu gegründete Res Publica Verlags GmbH überführen. Erklärtes Ziel ist es, beide Titel - in Print und Online - mittelfristig finanziell zu konsolidieren und langfristig in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

"Der Verkauf oder gar die Einstellung der beiden Titel wären sicherlich kostengünstiger gewesen - aber auch eine Lösung ohne Fantasie und ohne publizistisches Herz", sagte Ringier-CEO Marc Walder. "Ich freue mich deshalb sehr über diesen nun eingeschlagenen Weg, er sichert die langfristige Existenz dieser hochwertigen Produkte in der gewohnten publizistischen Qualität." Christoph Schwennicke versprach, dass "Cicero" seine Linie als politisch-gesellschaftliches Debatten-Magazin vorantreiben und weiterfolgen werde. "Wir werden die publizistische Relevanz beider Titel erhalten und ausbauen bei gleichzeitig direkteren Entscheidungswegen und höherer Kosten-Leistungseffizienz, sprich verbesserter Wirtschaftlichkeit."

Holger Liebs, der bislang als Chefredakteur von "Monopol" tätig war, wird das Unternehmen in diesem Zusammenhang ebenso verlassen wie Anne Sasse, Co-Geschäftsführerin der Ringier Publishing GmbH in Deutschland. Co-Geschäftsführer Thorsten Thierhoff wird die neue Gesellschaft bis 2017 im operativen Verlagsgeschäft unterstützen. Die Auslagerung soll darüber hinaus zu mehreren Entlassungen in der Anzeigenabteilung in München und in Berlin führen, zudem ist ein Stellenabbau in den Redaktionen geplant. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, war zunächst nicht bekannt. Ringier will sich eigenen Angaben zufolge jedoch darum bemühen, betriebsbedingte Kündigungen "mit fairen Abfindungsangeboten sozial abzufedern".

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