Kleingeld © neo.n / photocase.com
Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie dem ORF 30.000 Euro abhanden gekommen sind

von Alexander Krei
08.03.2016 - 17:49 Uhr

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Im Wiener Korrespondentenbüro des ORF sind rund 30.000 Euro verschwunden. Die Spur führt zu einem Mitarbeiter, der eigentlich nur einen kleinen Betrag für einen Korrespondenten abheben sollte. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Dem ORF fehlen 30.000 Euro. Das geht aus einem internen Revisionsbericht hervor, über den die österreichische Tageszeitung "Der Standard" berichtet. Demnach erbat Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz einen einstelligen Tausenderbetrag - ansich kein ungewöhnlicher Vorgang, denn wann immer der Reporter Bargeld für seine Einsätze benötigt, hebt er die Summe in Ansprache mit dem Wiener Korrespondentenbüro ab.

Dass nun aber deutlich mehr als der gewünschte Betrag von einem ORF-Konto verschwunden ist, ist hingegen alles andere als gewöhnlich. Nach Informationen des "Standards" wird ein Mitarbeiter des Korrespondentenbüros in der Generalintendanz belastet. Er soll mittlerweile vom Dienst suspendiert worden sein. "Ich habe mich als Büroleiter von Belgrad und Kiew ebenso stets völlig korrekt verhalten wie meine beiden Mitarbeiterinnen", betonte Reporter Christian Wehrschütz und verwies auf das Wiener Büro, für das er allerdings nicht zuständig sei.

Der ORF hat inzwischen rechtliche Schritte angekündigt. "Auf Basis der Ergebnisse der internen Revision wird auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, um in weiterer Folge allfällige dienstrechtliche Konsequenzen zu ziehen und allenfalls Schadenersatzansprüche geltend zu machen", teilte der Sender mit. Auch dem im Raum stehenden Vorwurf der falschen Belegsabrechnungen im Korrenspontenbüro soll nachgegangen werden.

Scharfe Kritik äußerte unterdessen ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser. "Wir, die ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind stinksauer. Während im gesamten Unternehmen weiterhin eingespart wird, hören und lesen wir von Skandalen, die sich tatsächlich gewaschen haben. Die 30.000 Euro, um die es hier angeblich gehen soll, bedeuten den Gehalt von Vollzeit- bis Teilzeit-Angestellten per anno", sagte er der Nachrichtenagentur APA. "Ohne irgendwelchen Ermittlungen in dieser höchst unappetitlichen Causa vorgreifen zu wollen, die letztlich Verantwortlichen dafür sind für mich der Chef des Korrespondentenbüros und sein Vorgesetzter, der vom ORF gut abgefertigt jetzt in Bayern werkt." Gemeint ist offenkundig der ehemalige ORF-Personalchef Reinhard Scolik, der inzwischen als Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk tätig ist.

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