Grazia © Gruner + Jahr
Olivia oder Grazia?

G+J und Klambt spotten über "Grazia"-Kopie

von Kevin Hennings
18.03.2016 - 11:44 Uhr

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Das Ziel ist klar: Mit "Olivia", das seit Donnerstag zum Kampfpreis von 99 Cent zu haben ist, will der Bauer-Verlag die Konkurrenz ärgern, allen voran "Grazia". Gruner + Jahr und die Mediengruppe Klambt reagierten auf ungewohnt ironische Art.

Unter dem Namen "Olivia" hat die Bauer Media Group am Donnerstag ein neues Wochenmagazin zum Kampfpreis von 99 Cent auf den Markt gebracht - und sich dabei, freundlich formuliert, von "Grazia" inspirieren lassen. Es ist wohl die Retourkutsche dafür, dass Gruner + Jahr neuerdings versucht, mit "frei!" den Weekly-Markt aufzumischen. Tatsächlich ähnelt das neue Bauer-Magazin dem Heft von Gruner + Jahr und Klambt, das bereits seit 2010 erscheint, ganz gewaltig. Dort geht man ungewöhnlich spitzzüngig mit dem offenkundigen Angriff der Konkurrenz um.

Gruner + Jahr und Klambt haben kurzerhand eine unterhaltsame Geschichte erdichtet und diese per Pressemitteilung in die Welt gesetzt: "Da wir diese Woche  durch kurzfristige technische Probleme in der Druckerei nicht die gesamte Auflage von 'Grazia' selbst herstellen konnten, sprangen uns die Kollegen sehr spontan zur Seite und veranlassten, zumal auf eigene Kosten, einen Fortdruck von über 100.000 Exemplaren", ist in der Miteilung zu lesen.

Olivia
© Bauer Media

Und weiter: "Dass beim Umschlagdruck versehentlich der Name 'Grazia' durch 'Olivia' vertauscht wurde, ist zwar bedauerlich, aber sicher der Kürze der Zeit geschuldet. Es schmälert jedoch in keiner Weise das kreative und unternehmerisch vorbildliche Vorgehen des Hauses Bauer in dieser Angelegenheit. Und da sage noch einer, nur in Asien könne man schnell Luxusprodukte nachproduzieren." Am Ende heißt es dann noch: "Liebe Bauers, wir sind Euch was schuldig!"

Doch so lustig man die Angelegenheit auch nimmt - der Angriff von Bauer könnte den Auflagenzahlen von "Grazia" weiter schaden. Mit weniger als 140.000 verkauften Exemplaren lief es für das Magazin im vierten Quartal 2015 ohnehin so schwach wie noch nie - gegenüber dem Vorjahr betrug das Minus rund zehn Prozent.

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