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"Schwerwiegender Verstoß"

Amoklauf: Presserat rügt "BamS" und "Bild.de"

von Alexander Krei
16.09.2016 - 16:31 Uhr

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Weil "Bild am Sonntag" und "Bild.de" nach dem Amoklauf in München Fotos der Opfer zeigten, sprach der Deutsche Presserat nun öffentliche Rügen aus. Die Darstellung des Täters mit Namen und Foto sei dagegen zulässig gewesen.

Vom Sommerloch war in den Nachrichten in diesem Jahr gewiss nichts zu spüren. Manche Berichterstatter schossen dabei allerdings über das Ziel hinaus, wie drei vom Deutschen Presserat ausgesprochene Rügen nun deutlich machen. Zwei gingen an "Bild am Sonntag" und "Bild", die Fotos von Opfern des Amoklaufs zeigten. Diese seien ohne Einwilligung der Hinterbliebenen veröffentlicht worden. Der Presserat sieht darin einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Kodex, nach dem die Identität von Opfern besonders zu schützen ist.

Die Hinterbliebenen der Verstorbenen sollten nicht unvermittelt mit Fotos ihrer toten Angehörigen konfrontiert werden. "Nicht alles, was in sozialen Netzwerken verfügbar ist, darf auch ohne Einschränkung veröffentlicht werden. Die eigene Darstellung, zum Beispiel in einem Facebook-Profil, bedeutet nicht zwingend eine Medienöffentlichkeit", stellte Katrin Saft, die Vorsitzende des Ausschusses 2, klar. Als zulässig bewertete der Ausschuss dagegen die Darstellung des Täters mit Namen und Foto, weil das öffentliche Interesse am Täter höher zu bewerten sei als der Schutz der Persönlichkeit.

Für die Veröffentlichung eines Videos einer Messer-Attacke in einem Dortmunder Kaufhaus erhielt "Bild.de" zudem eine weitere öffentliche Rüge. Der Beitrag unter der Überschrift "Brutale Messerattacke auf Video aufgenommen" zeigte den Handymitschnitt eines Passanten, auf dem das Opfer zu sehen ist, wie es mit einem Messer im Rücken blutend auf dem Boden liegt. Diese Passage wurde sogar mehrfach wiederholt. Im Hintergrund sind die Schreie einer Frau zu hören. Diese Form der Berichterstattung hält der Presseausschuss für eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt. 

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