© Stefan Gregorowius/Bantry Bay
Trotz "Club der roten Bänder" und Co.

Kromschröder: Noch kein goldenes Serien-Zeitalter

von Marcel Pohlig
15.10.2016 - 11:47 Uhr

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Der Bedarf nach Fiktion ist zwar gestiegen, ein goldenes Zeitalter der Serie sieht Jan Kromschröder allerdings noch nicht gekommen. Gegenüber "Blickpunkt: Film" äußerte sich der Chef von Bantry Bay außerdem auch über die Zukunft von "Club der roten Bänder"

International ist die Serienwelle bereits vor einigen Jahren losgerollt und auch hierzulande entdecken die Sender und Plattformen langsam das Fiktionale wieder. Jan Kromschröder möchte dennoch nicht von einem "Golden Age" der deutschen Fiktion sprechen. "Von einer goldenen Zeit würde ich dann sprechen, wenn die Budgets viel höher sind und Öffentlich-Rechtliche wie Private Aufträge für Eigenproduktionen nur so rausknallen würden – aber das ist nicht der Fall", meint der Geschäftsführer der Produktionsfirma Bantry Bay.

Kromschröder verweist dabei auf seine Zeit bei Sat.1, wo er in den 1990ern als Fiction-Chef donnerstags gleich drei Krankenhausserien und dienstags "SK Kölsch" und "Wolffs Revier" platzierte. "Im Fernsehen gibt es immer Wellen. Im Moment wird viel Neues ausprobiert, es gibt mehr Türen, durch die wir gehen können", so Kromschröder, der sich damit seiner Kollegin Eva Holtmann anschließt. Sie attestiert der TV-Landschaft, dass die Zeiten für deutsche Fiction "schon viel schlechter als heute" gewesen seien.

Einen großen Erfolg feierte die noch junge Produktionsfirma Bantry Bay im vergangenen Jahr mit dem "Club der roten Bänder", der bei Vox von Woche zu Woche immer mehr Zuschauer fesselte. "Wir haben mit der Serie bewiesen, dass wir neue Formate entwickeln können", erklärt Kromschröder voller Stolz und würde den "Club" daher als Türöffner bezeichnen. "'Weinberg' war bereits eine für Deutschland neuartige Mischung aus Mystery und Thriller. Beides hat sicher auch abgestrahlt auf unser Kinoprojekt 'Wendy'", meint Kromschröder, der sich sicher ist, dass der "Club der roten Bänder" auch mit der zweiten Staffel wieder überzeugt. "Ich bin guter Dinge, dass wir das Niveau der ersten Staffel erreichen, wenn wir das Ergebnis nicht sogar ausbauen können", so Kromschröder.

Im Interview mit den Kollegen von "Blickpunkt: Film" äußerte sich Kromschröder auch zur geplanten Laufzeit des "Club der roten Bänder", der sich ab der zweiten Staffel auch stärker von der katalanischen Originalfassung unterscheidet. Während die Spanier den Krankenhauskosmos verlassen haben, spielt die deutsche Fassung auch weiterhin in dieser Welt. Zugleich hebt sich der "Club der roten Bänder" auch von der italienischen Interpretation mit ständig wechselndem Cast ab. "Es gibt das italienische Modell, das mehr in Richtung Telenovela geht, mit einem wechselnden Ensemble, ohne Ende", erklärt Kromschröder. Die Zukunft der deutschen Version sieht er jedoch anders. "Wir sehen Club der roten Bänder als Trilogie", womit also noch Raum für eine weitere Staffel ist.

Ebenfalls noch im November läuft bei Vox die Miniserie "Weinberg" an, die Bantry Bay im vergangenen Jahr beim Bezahlsender TNT Serie an den Start brachte. Kromschröder bewertet die Produktion als einen Erfolg. "Im Pay-TV ist die mediale Aufmerksamkeit die entscheidende Währung. Das ist uns mit Weinberg definitiv gelungen", meint Kromschröder, der den Erwerb der Free-TV-Rechte von Vox als Beleg für den Erfolg anführt. Weiter geht "Weinberg" aber bekanntlich dennoch nicht. "Das Format war immer als abgeschlossene Geschichte konzipiert, aber wir entwickeln für TNT neue Formate". Erstmal kommen nun die Kollegen von Wiedemann & Berg aber zum Zug, die für TNT Serie das Drama "4 Blocks" produzieren.

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