ARD-Programmdirektor Volker Herres © ARD/WDR/Herby Sachs
Olympia-Aus von ARD und ZDF

Herres: "Wir sind nicht die schmollenden Verlierer"

von Alexander Krei
29.11.2016 - 11:04 Uhr

Schwerpunkt

Tools

Social Networks

 

ARD-Programmdirektor Volker Herres hat mit Blick auf die gescheiterten Olympia-Verhandlungen von einer "schwierigen Entscheidungslage" gesprochen. Man könne und wolle aber nicht jeden Preis zahlen. Der DOSB bedauerte indes den Schritt.

Weil ARD und ZDF mit Discovery keine Einigung erzielen konnten, werden die Olympischen Spiele in den nächsten Jahren bei Eurosport zu sehen sein - das ist seit Beginn der Woche Fakt. In einem "Tagesthemen"-Kommentar hat ARD-Programmdirektor Volker Herres noch einmal betont, dass man die Spiele gern gezeigt hätte. Thomas Bachs Milliarden-Deal mit Discovery habe ARD und ZDF jedoch "in eine schwierige Entscheidungslage gebracht", sagte Herres.

"Das überragende Interesse des Publikums, die Spiele in gewohnter Qualität bei uns zu bekommen, musste abgewogen werden gegen den wirtschaftlich vertretbaren Umgang mit dem Geld der Beitragszahler. Wir sind dabei an unsere Schmerzgrenzen gegangen. Aber jeden Preis können und wollen wir nicht zahlen." Unbestätigten Medienberichten zufolge soll Eurosport für die Sublizenzen an den Olympischen Spielen 2018 und 2020 von ARD und ZDF 150 Millionen Euro gefordert haben. Die Sender wollten angeblich jedoch maximal 100 Millionen Euro bezahlen.

"Wir sind nicht die schmollenden Verlierer", erklärte Volker Herres nun, "aber ein paar Fragen dürfen gestellt werden." So fragt er etwa, ob weniger populäre Sportarten "künftig noch die gleiche Bedeutung finden" oder ob das sportliche Geschehen "weiterhin kritisch begleitet" werde, wenn es etwa um Doping oder das Fehlverhalten von Funktionären geht. "Und alle, die es gut meinen mit dem Sport und seiner gemeinschaftsstiftenden Kraft in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft müssen sich fragen: Ruiniert die rasante Kommerzialisierung nicht nur den Ruf des Spitzensports - sondern auch seinen Zauber?"

Der DOSB reagiert unterdessen mit Bedauern auf den Abbruch der Verhandlungen zwischen Discovery und den Öffentlich-Rechtlichen. "Wir bedauern, dass sich die langjährig bewährten Partner aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich mit den neuen Rechteinhabern Discovery/Eurosport nicht auf eine beidseitig akzeptable Form der Zusammenarbeit einigen konnten", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann dem "SID". Nicht zuletzt bei den Olympischen Spielen im Sommer in Rio hätten "ARD und ZDF aus Sicht des DOSB erneut eine exzellente Berichterstattung über die verschiedenen Kanäle sichergestellt."

Man hoffe, dass ARD und ZDF auch weiterhin über den olympischen Sport berichten werden, so Hörmann. Tatsächlich sieht es danach aus, denn am Ende seines Kommentars gab der ARD-Programmdirektor am Montagabend noch das Versprechen ab, jenseits der Spiele in Zukunft über die gesamte Breite olympischer Sportarten berichten zu wollen - "fair und kritisch".

Kommentare zum Artikel

DWDL.de-Reihen

Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport zum Sports-Update Dienstags: Neues von Vermarktern und Agenturen - präsentiert von El Cartel Media zum Media-Update Mittwochs: Very british: Die News der Woche aus dem Vereinigten Königreich zum UK-Update Donnerstags: Die aktuellen Radio-Meldungen präsentiert von der WDR mediagroup. zum Radio-Update Freitags: Die wichtigsten News aus den USA - präsentiert vom Universal Channel zum US-Update Samstags: Ulrike Klode schreibt, was sie in ihrer Serienwoche bewegt hat zu Meine Woche in Serie Sonntags: Fernsehkritiker Hans Hoff über Aufreger und Programmperlen zum Hoff zum Sonntag

DWDL.de Newsletter

Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten: