© Satel Film/goodton
Um Sprache und Kultur kennenzulernen

"SOKO Danub": Flüchtlinge synchronisieren Krimiserie

von Timo Niemeier
01.12.2016 - 14:49 Uhr

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Um Flüchtlingen die österreichische Kultur näher zu bringen, ist eine Folge von "SOKO Donau", die hierzulande als "SOKO Wien" zu sehen ist, ins Arabische übersetzt worden. Am Freitag feiert die synchronisierte Fassung Premiere, Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Vor mehr als zehn Jahren ist die damals 14-jährige Luna Al-Mousli mit ihren Eltern aus Syrien nach Österreich gekommen, seitdem lernt sie die deutsche Sprache. Geholfen hat ihr dabei nach eigenen Angaben auch "SOKO Donau", das sie regelmäßig schaute. Das war auch der Grundstein für die Idee, die sie in den vergangenen Monate umsetzte. Mit Flüchtlingen übersetzte und synchronisierte sie eine alte Folge der Krimiserie ins Arabische, diese trägt nun den Titel "SOKO Danub". Unterstützt wurde sie von der Produktionsfirma Satel Film.


Konzipiert hatte Al-Mousli das Projekt zusammen mit dem Wiener Verein goodton. Die Idee dahinter ist, Menschen aus dem arabischen Raum eine typische österreichische Serie näherzubringen - und damit auch die Mentalität und Kultur der Österreicher. Die Schauspieler der Serie, die im ZDF unter dem Titel "SOKO Wien" zu sehen ist, waren bei den Sprachaufnahmen der Flüchtlinge mit dabei und gaben Tipps.

"Wir haben uns für ‚SOKO Donau’ entschieden, weil hier durch den aus Deutschland stammenden Polizeikollegen schon sehr viele kulturelle Eigenheiten der ÖsterreicherInnen zwangsläufig angesprochen werden", sagt Martin Schlögl, Mitbegründer von goodton und Koordinator des Projekts. "Gerade jungen Flüchtlingen macht das Lernen und der Umgang mit Sprache sehr viel Spaß und sie lernen dabei nicht nur ihre neue Heimat Österreich kennen, sondern erfahren nebenbei auch viel über die professionelle Arbeit hinter den Kulissen von Filmproduktionen."


Bei der Produktionsfirma Satel Film wusste man zunächst nichts von dem Projekt, die Initiatoren kamen mit der fertigen Idee zu Geschäftsführer Heinrich Ambrosch - unter anderem natürlich auch, um die Rechte zu klären. Das war aber kein großes Problem, erklärt Ambrosch gegenüber DWDL.de: "Die Rechte an fremdsprachigen Fassungen liegen beim Produzenten Satel Film. Daher konnten wir unmittelbar und spontan entscheiden, dass wir diese wunderbare Aktion gerne und mit voller Kraft unterstützen." Satel stellte den Kontakt zu den Schauspielern der Serie her und half bei der Synchronisation. "ORF und ZDF waren in das Projekt nicht direkt involviert. Aber die Sender standen der Sache sehr offen und positiv gegenüber", sagt Ambrosch.

Premiere feiert "SOKO Danub" nun am kommenden Freitag, den 2. Dezember, im Rahmen des Filmfestivals "This Human World" in Wien. "Für Deutschland sortieren wir noch die Möglichkeiten und sprechen mit interessierten Partner, aber natürlich werden wir die arabische Fassung der deutschen Öffentlichkeit zur Verfügung stellen", sagt Satel-Chef Ambrosch. Überlegungen für weitere Aktionen dieser Art, sei es im Rahmen von "SOKO Donau" oder anderen Serien, gibt es bereits, heißt es von den Initiatoren, konkret sei aber noch nichts. Man sei derzeit auf der Suche nach Unterstützern und Spendern, um das Projekt fortzuführen.

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