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"Wir sind jetzt Avantgarde": Stefan Raab über seine Quote und mehr

von Thomas Lückerath
23.01.2006 - 02:18 Uhr

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Seine schlechte Quote bringt Raab im Interview mit dem "Spiegel" nicht in Verlegenheit. Bei einer "Bild"-Homestory würde für ihn allerdings der Spaß aufhören. Was für den ProSieben-Moderator einfach nur "Grütze" ist und wieso er vom deutschen Fernsehen enttäuscht ist...

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Foto: DWDLMit dem "Spiegel" sprach Stefan Raab über seine Sicht der ProSiebenSAT.1-Übernahme durch den Axel Springer Verlag, die RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" und wiederholt über Mutlosigkeit im deutschen Fernsehen. Besonders stört ihn der Kopierwahn, z.B. bei seinen eigenen Promi-Sportevents. Raab: "Ich hab ja nichts dagegen, wenn Privatsender untereinander Ideen klauen, das gehört zum TV-Geschäft. Aber wenn jetzt schon gebührenfinanzierte Sender damit anfangen, hat das etwas beinahe Kleinkriminelles."

Wesentlich für den Einheitsbrei im TV sei Mutlosigkeit. "Alle haben die Hosen voll", sagt Raab und ergänzt: "Die etablierten Fernsehgesichter trauen sich nichts Neues, wenn es gerade gut läuft - könnte ja floppen." Deshalb setze man allenfalls auf ausländische Formate, die woanders schon erfolgreich liefen.

Wirklich erfolgreich ist sein "TV Total" aber auch längst nicht mehr. In den letzten Monaten liegt der Marktanteil beim jungen Publikum öfters mal im einstelligen Bereich. Darauf angesprochen, bleibt Raab cool: "Wir sind jetzt Avantgarde. Und das liegt natürlich auch ein bisschen am Umfeld, denn bei den Sendungen, die vor uns laufen, gibt es auch nicht mehr so viele Zuschauer. So gesehen ist der ganze Sender ProSieben inzwischen Avantgarde. Man kommuniziert das nur noch nicht richtig."

Seinen Haussender würde Raab ja gerne kaufen, scherzt er. Aber: "Ich bin ja nur ein einfacher Arbeiter im Weinberg von ProSieben und kann finanziell leider noch nicht ganz mithalten." Die mögliche Übernahme der ganzen Sendergruppe durch Axel Springer kommentiert Raab, der eine auf Gegenseitigkeit beruhende Hassliebe zur "Bild" pflegt, diplomatisch: "Es gibt Leute, mit denen man gern etwas gemeinsam macht - und Leute, mit denen man nicht zusammenarbeiten würde. Springer ist aber nicht nur die "Bild", die hier eher in die zweite Kategorie gehört."

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