Das wohl letzte Kapitel der ersten "Promis unter Palmen"-Staffel ist geschlossen. Zuletzt nahm Sat.1 die umstrittene Mobbing-Ausgabe, in der Bastian Yotta, Carina Spack und Matthias Mangiapane ihre Mitbewohnerin Claudia Obert so lange mobbten, bis sie schließlich weinte und einen Tag später die Sendung verließ, aus der Mediathek. Kurz darauf verkündete die FSF: Die Folge hätte so nicht um 20:15 Uhr gezeigt werden dürfen. 

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen monierte etwa, dass die Folge vor allem für junge Zuschauer durchaus problematisch gewesen sei. Mobbing erscheine in der kritisierten Folge als übliches Sozialverhalten und werde nicht hinreichend kritisch eingeordnet, hieß es damals. Nun die Kehrtwende: Die kritisierte Ausgabe ist zurück bei Joyn und bei der FSF hat man nun eine ganz andere Entscheidung getroffen - Sat.1 hatte gegen die damalige Beurteilung Berufung eingelegt. 

In diesem Berufungsverfahren hat die Folge nun doch eine Freigabe für Kinder ab zwölf Jahren erhalten - und durfte so auch in der Primetime laufen. Gegenüber "TV Wunschliste" heißt es von der FSF: "Das antisoziale Verhalten der Gruppenmitglieder gegen vorwiegend eine Mitspielerin in der fünften Episode der Realityshow wird durch die teils ironischen und entlarvenden Off-Kommentare, durch das abstoßende Verhalten selbst als auch durch die klaren Einlassungen und Interventionen von Mitspieler Tobi für Kinder und Jugendliche ab 12 erkennbar negativ eingeordnet." Zwar gewinne am Ende mit Bastian Yotta die Person, die die Attacken maßgeblich mit vorangetrieben habe. Yotta gewinne aber eben nicht, so die FSF, "die Sympathien der Zuschauerinnen und Zuschauer". Eine Vorbildwirkung des ausgrenzenden Verhaltens werde daher nicht vermutet.


Matthias Struch, seit 2007 Hauptamtlicher Prüfer bei der FSF, geht in einem Blogeintrag sogar noch weiter. Er kann vor allem die mediale Aufregung nicht verstehen und schreibt: "Die Aufregung der medialen Öffentlichkeit bleibt angesichts dessen, was sie sonst sehen (Anja Rützel) oder selbst zu verantworten haben (Micky Beisenherz) eher unverständlich." Struch spricht auch über Tobi, der als einziger in der Villa Claudia nach der Mobbing-Attacke tröstete und die Situation empathisch einordnete. Diese Szenen hätten einen "der wenigen emotional authentischeren und damit glaubwürdigeren Momente der Sendung" geliefert. Das sei insgesamt für Genre und Format ein "erstaunlich langes und eindringliches Dokument gelebter Empathie" gewesen. 

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