Veep Promo© HBO
Nach den eher verhaltenen Quoten der neuen Comedyshow "Girls" auf HBO legte der Pay-TV-Sender nun mit einem weiteren Comedyformat nach und erwischte mit "Veep" einen weitaus erfreulicheren Start: Die erste Folge erreichte insgesamt 1,4 Millionen Zuschauer und wurde bereits um eine zweite Staffel verlängert. Die halbstündige Comedyserie über eine amerikanische Vizepräsidentin mit ihrem konservativen und teilweise tollpatschigen Stab zeigt das Alltagsleben der aufstrebenden und machtgierigen Selina Meyer, die sich gemeinsam mit ihrem Team das Ziel gesetzt hat, eines Tages die Vereinigten Staaten zu regieren. Die urkomische Pilotfolge zeigte Meyer, gespielt von Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus, als amtierende Vizepräsidentin, die trotz kompetenten und intelligenten Auftretens scheinbar kaum ein Fettnäpfchen auslässt und neben ihren eigenen Fehltritten auch noch die peinlichen Missgeschicke und Fehler ihrer Mitarbeiter ausbaden muss. Im Zuge ihrer umweltfreundlichen Initiative plant Meyer, in sämtlichen Regierungsbüros das Plastikbesteck abzuschaffen, worauf ein interner Mitarbeiter voreilig einen Tweet absetzt und somit die komplette Plastikindustrie verärgert. Somit muss Meyer beweisen, dass sie auch im Krisenmanagement einen kühlen Kopf bewahren kann. Doch nach einer offiziellen Veranstaltung, bei der sie ihr Image wieder ins rechte Licht zu rücken versucht, taucht bereits das nächste Problem auf: Meyer muss erfahren, dass ihre engste Mitarbeiterin eine Kondolenzkarte aus Versehen mit ihrem Namen anstatt mit dem der Vizepräsidentin unterschrieben hat.

Veep Promo© HBO
Der trockene und sarkastische Humor von "Veep" ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch die Pilotfolge präsentierte eine erfrischende Comedyserie, für die zu hoffen bleibt, dass sie ihr Nischenpublikum findet. Exemplarisch für den Humor der Serie ist der Running Gag der Serie, der die momentane Machtposition von Vizepräsidentin Meyer perfekt reflektiert und sich wie ein roter Faden durch die komplette Serie zieht: Vor dem Betreten ihres Büros fragt Meyer jedes Mal, ob der Präsident sie schon angerufen habe, wobei sie im gleichen Atemzug selbst enttäuscht realisiert, dass er nie anruft. "Veep" erinnert von der Machart her ein wenig an "The Office", da auch hier der Mockumentary-Stil angewendet wird und der Zuschauer somit das Gefühl vermittelt bekommt, direkt von den Charakteren angesprochen zu werden. Zusätzlich verstärkten die Produzenten diesen Effekt dadurch, dass sie beim Dreh in einigen Szenen den Schauspielern Raum zum Improvisieren gaben, um somit eine noch realere Atmosphäre zu schaffen. Der Serientitel "Veep" entstand übrigens aus der amerikanischen Abkürzung für 'Vice President' VP, was für eine deutsche Ausstrahlung gegebenenfalls Probleme bringt, da das deutsche Publikum Schwierigkeiten haben könnte, den Titel direkt zu verstehen. HBO entschied sich im Vorfeld für eine eher dezente Plakatkampagne in New York, so dass nur Subway-Bahnhöfe und vereinzelt Busse mit Werbung versehen wurden, wie Sie hier sehen können.



Nigel Lythgoe© FOX
Auch wenn in den USA die Quoten für Castingshows tendenziell auf dem absteigenden Ast sind, scheinen die Programmplaner weiterhin Potential in diesem Genre zu sehen: Am Montag wurde überraschend nämlich direkt noch ein weiteres Gesangsformat angekündigt. Der Executive Producer von "So You Think You Can Dance" und "American Idol" Nigel Lythgoe konnte sein neues Format "Opening Act" an das Cable Network E! verkaufen. Dort wird es ab dem 9. Juli zu sehen sein. Die neue Castingshow will die Teilnehmer mit einem ganz besonderen Preis locken, da die Gewinner als Vorband bei einem Konzert von Superstars wie Nicki Minaj, Rod Stewart, LMFAO, Brad Paisley, Jason Alden, Jason Mraz und Gym Class Heroes auftreten dürfen. Die Produzenten werden vorwiegend YouTube-Talente ansprechen und diese mit Einladungen zum so genannten 'Performance Boot Camp' überraschen. Wie auch beim demnächst startenden Castingformat "Duets" auf ABC wird es bei "Opening Act" keine Juroren im herkömmlichen Sinn geben. Lediglich die Co-Hosts Mary J. Blidge und Rock Mafias Antonio Armato werden als Artist Development-Team agieren. Lythgoe wies in einem Statement zur neuen Show auf die Vorteile von "Opening Act" hin: "Es gibt noch so viele außergewöhnliche Talente. Aber wenn du nicht die richtigen Leute kennst oder Beziehungen hast, wirst du als Künstler womöglich nie entdeckt." Bei all der noblen Absicht, eine ernstzunehmende Castingshow als Artist Development-Plattform umzusetzen, bleibt nur zu hoffen, dass das Format beim Sender E! nicht zu sehr als Reality-Format verheizt wird, da dies dem eigentlichen Senderprofil entsprechen würde. In Deutschland wird "Opening Act" übrigens auf E! Entertainment ab Oktober ausgestrahlt.

Christina Aguilera© NBC
Eine bereits laufende Castingshow sorgte in der letzten Woche für große Schlagzeilen in den USA. "The Voice" geht so langsam auf die Finalphase zu und auch wenn der Fokus auf den Kandidaten liegen sollte, dreht sich momentan alles um die Jurorin Christina Aguilera oder besser gesagt um die aufstrebende Teenie-Boygroup The Wanted, die am vergangenen Dienstag während der Entscheidungsshow auftreten durfte. Bereits während der Live-Show war in den kurzen Einblendungen der Juroren sichtbar, dass Aguilera nicht gerade entzückt über den Auftritt war. Am darauffolgenden Tag ließ die Boyband in einem Interview mit dem New Yorker Radiosender 92.3 NOW dann die Katze aus dem Sack und erzählte, dass die Sängerin auch nach ihrem Auftritt jeglichen Kontakt mied:

The Wanted© 92.3.com
"Sie ist eine absolute Bitch. Sie mag vielleicht im wirklichen Leben keine Bitch sein, aber uns gegenüber war sie eine Bitch." Bandmitglied George fügte noch hinzu: "Aguilera war ehrlich gesagt etwas angsteinflößend." Die Bitch-Attacke erhitzte natürlich die Gemüter in Windeseile, weshalb die Boyband bei der amerikanischen Klatschpresse mehr als schlecht weg kam. Somit war The Wanted zwei Tage später gezwungen, sich für diesen Ausrutscher zu entschuldigen, was am Ende aber nur noch mehr Öl ins Feuer goss, da The Wanteds Entschuldigung eine weitere indirekte Verbalattacke in Richtung Aguilera war. Tom äußerte sich mit folgenden Worten: "Um ehrlich zu sein hätten wir das nicht sagen sollen. Allerdings denken wir, dass ein paar Manieren nicht schaden würden."