Sports-Update vom 7. Juli

Sky stellt "Samstag Live" ein, Wimbledon kein Hit

von Alexander Krei
07.07.2014 - 09:50 Uhr

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An Versuchen, die Sportshow "Samstag Live" zu etablieren, mangelte es nicht, doch nun gibt man bei Sky die Hoffnung endgültig auf. In der neuen Saison wird die Show nicht mehr zu sehen sein. Wimbledon war bei Sky unterdessen kein Quotenhit

Samstag Live!
© Sky
Mehrfach hat Sky in den vergangenen Jahren die Ausrichtung seiner Sportshow "Samstag Live" verändert, doch zum Erfolg mauserte sich die Sendung nie. Daran konnten weder Oliver Pocher noch der Versuch, über soziale Netzwerke die Zuschauer zu integrieren, etwas ändern. Nun hat der Sender genug: Wenn die Bundesliga in die neue Saison startet, wird "Samstag Live" nicht aus der Pause zurückkehren. Das bestätigte Sky-Sportchef Burkhard Weber gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de. "Nach vier Jahren intensiver Redaktionsarbeit und vielen mutigen und kreativen Ideen für 'Samstag Live' haben wir den Entschluss gefasst, das Format nicht mehr fortzuführen. Wir mussten immer häufiger feststellen, dass die Zuschauer nach über acht Stunden Sky-Fußball-Live-Berichterstattung am Samstagabend anderen Interessen nachgehen und ausreichend mit Fußball-Informationen versorgt sind und durch Sky Sport News HD auch werden." Die redaktionelle Kompetenz wolle man stattdessen in den Montagabend einbringen. Weber zu DWDL.de: "Wir arbeiten gerade an einer neuen Interview-Reihe."

Constantin Medien AG
© Constantin Medien AG
Wer die Bundesliga sehen möchte, kommt derzeit an einem recht hochpreisigen Sky-Abo nicht vorbei. Das möchte Constantin Medien, das aktuell wegen eines geplatzten Plazamedia-Verkaufs ohnehin mit Sky im Clinch liegt, gerne ändern. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hahn signalisierte im "Handelsblatt" jetzt sein Interesse am Erwerb eines zusätzlichen Rechtepakets, das für weniger als 10 Euro pro Monat angeboten werden soll. "Bisher muss der TV-Zuschauer entweder auf Live-Übertragungen der Bundesligaspiele verzichten oder aber bei Sky das komplette Angebot kaufen und noch einiges dazu. Das ist ein hervorragend gemachtes Premiumprodukt zu einem entsprechend hohen Preis. Breite Konsumentenschichten, die sich das nicht leisten können, werden aber ausgeschlossen", sagte Hahn, der offenbar bis zu 100 Millionen Euro für die Rechteperiode zwischen 2017 und 2021 zahlen würde. Das kleine Bundesliga-Paket könnte dann auf Sport1+ ausgestrahlt werden. Doch noch steht ohnehin keine Entscheidung an: Wohl erst 2016 dürfte über die Rechte entschieden werden.

Foto: NDR
© NDR
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will gerne ein Länderspiel mit einer familienfreundlichen Anstoßzeit austragen. Die ARD hat sich nun offen für entsprechende Pläne gezeigt. "Grundsätzlich ist nichts auszuschließen", erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky gegenüber der "Sport-Bild". "Wenn der DFB ein solches Projekt plant, freuen wir uns, wenn die DFB-Verantwortlichen damit auf uns zukommen. Wir sind gerne bereit, verschiedene Ideen gemeinsam anzudenken und zu diskutieren. Offiziell informiert worden sind wir über diese Idee bislang nicht." Den Vorwurf, die Öffentlich-Rechtlichen hätten den Plänen bislang mit Blick auf niedrigere Zuschauerzahlen nicht zugestimmt, wies Balkausky in der "Sport-Bild" zurück. "Natürlich möchten wir die Spiele der deutschen Nationalmannschaft zu einer Zeit übertragen, in der viele Zuschauer zusehen können, aber das nicht in erster Linie, um unsere Quote hochzutreiben, sondern vor allem, um der Mehrheit unserer Beitragszahler das Zusehen zu ermöglichen." Nachmittags seien viele Menschen in der Woche einfach nicht zu Hause.

Das Erste
© Das Erste
Die Übertragung der Basketball-Weltmeisterschaft hat dem Ersten im vergangenen Jahr bekanntlich nur sehr überschaubare Einschaltquoten beschert. Daher kommt das Interesse der ARD an Übertragungen der EM-Qualifikationsspiele der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, über die "Sponsors" berichtet, durchaus überraschend. Der Branchendienst will erfahren haben, dass die Spiele allerdings nicht im Ersten zu sehen sein sollen, nur in den Dritten. Darüber hinaus könnte auch der Supercup ins Programm genommen werden, bei dem die DBB-Auswahl Anfang August auf Israel, Lettland und Russland trifft. Eine Bestätigung steht allerdings noch aus. Klar ist dagegen, dass am Samstag, den 26. Juli erstmals ein Drittliga-Fußballspiel im Ersten live übertragen wird. Es handelt sich dabei um die Saison-Eröffnung zwischen dem VfL Osnabrück und Energie Cottbus. Die von Claus Lufen moderierte Übertragung wird ab 17:45 Uhr gezeigt.

Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl
© SWR
Seit mehr als drei Wochen berichten ARD und ZDF nun schon von der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Das beliebtere Duo schickt dabei die ARD auf Sendung. Eine Forsa-Umfrage für den "Stern" hat ergeben, dass 34 Prozent der Deutschen Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl für das bessere WM-Duo halten. Für Oliver Welke und Oliver Kahn, die für das ZDF auf Sendung gehen, votieren demnach 25 Prozent. Dass beide Duos gleich gut sind, finden 20 Prozent. Etwas mehr als ein Fünftel - nämlich 21 Prozent - traut sich in dieser Frage keine Meinung zu. Vor allem die Befragten mit einem starken Fußball-Interesse halten Opdenhövel und Scholl für kompetenter und unterhaltsamer als Welke und Kahn. Bei den 14- bis 29-Jährigen kommt dagegen das ZDF-Duo besser an.

Sport in Zahlen

Sky Sport HD
© Sky
Fast 600.000 Zuschauer verfolgten im vergangenen Jahr das Wimbledon-Finale mit Sabine Lisicki. Ohne deutsche Beteiligung fiel das Interesse am Damen-Endspiel diesmal dagegen wieder deutlich geringer aus. Das ohnehin nicht gerade spannende Spiel zwischen Eugenie Bouchard und Petra Kvitora erreichte am Samstagnachmittag bei Sky im Schnitt 40.000 Zuschauer. Der Marktanteil lag ohne Lisicki in der Zielgruppe nicht bei über acht Prozent, sondern nur bei 0,4 Prozent. Besser kam das ungleich härter umkämpfte Herren-Finale am Sonntag an: Den Sieg von Novak Djokovic über Roger Federer sahen durchschnittlich 80.000 Zuschauer. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurde ein Marktanteil von 0,8 Prozent eingefahren.

Formel 1
© RTL
Die Formel 1 sucht weiterhin ihre Form. Für sich genommen sind die Quoten, die die Königsklasse des Motorsports derzeit bei RTL einfährt, natürlich nach wie vor sehr gut - doch gemessen an den Werten der Vorjahre kann man in Köln nicht zufrieden sein. Der Große Preis von Großbritannien kam am Sonntag mit 1,28 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern nicht über einen Marktanteil von 24,0 Prozent hinaus. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Wert noch bei mehr als 30 Prozent. Insgesamt brachte es das Rennen auf 4,18 Millionen Zuschauer sowie 30,5 Prozent Marktanteil. Das waren fast 1,2 Zuschauer weniger als 2013. Bei Sky waren 410.000 Zuschauer dabei, der Marktanteil lag in der Zielgruppe bei überzeugenden 4,1 Prozent.

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