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Sports-Update vom 1. September

Ärger um Waldi-Interview, Reiter wollen mehr Platz

von Alexander Krei
01.09.2014 - 11:20 Uhr

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Ein Interview mit dem in Ungnade gefallenen Sportmoderator Waldemar Hartmann sorgt für Verstimmung in der ARD. Verärgert sind derweil auch die Reiter, weil sie im Programm kaum noch stattfinden. Außerdem: Beachvolleyball kaum gefragt.

Mareile Höppner interviewt Waldemar HartmannIn Freundschaft sind die ARD und Sportmoderator Waldemar Hartmann nicht auseinandergegangen. Umso überraschender, dass Hartmann am Samstagabend im Vorfeld des WM-Kampfs von Marco Huck von Mareile Höppner live interviewt wurde. Laut "Bild" soll ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky aus Ärger noch in der Nacht eine SMS an MDR-Sportchef André Kabus verschickt haben, die die Sendung leitete. "Meine SMS war eine Randnotiz. Ich habe lediglich meine Überraschung kundgetan, weil ich von dem Interview nichts wusste", ließ Balkausky in der "Bild" nun ausrichten. "Die Entscheidung über Interviewpartner liegt beim Sendeleiter. Aber in diesem Fall, da Herr Hartmann ja nicht ganz im Frieden aus der ARD ausgeschieden ist, hätte ich es schon ganz gern gewusst." Es könne durchaus sein, dass das Thema noch einmal in einer Schaltkonferenz zur Sprache kommen werde, sagte der Sportkoordinator weiter, der auch zugab, dass offenbar nicht allzu viel prominente Gäste für Interviews abseits des Rings zur Verfügung standen. "Ja, das scheint so gewesen zu sein", so Balkausky gegenüber "Bild". "Es gab am Anfang auch noch technische Probleme, die Leitung stand nicht. Dadurch sind wir nicht so gut in die Sendung hinein gekommen."

ARD & ZDFDie Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) ist enttäuscht über die fehlenden Sendeplätze der Reit-WM. "Das ist nicht schön", kommentierte FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau die Entscheidung der Öffentlich-Rechtlichen, trotz vieler deutscher Erfolge keine Live-Bilder von der Weltmeisterschaft im Programm zu haben. "Wir haben ein Jahr mit vielen sportlichen Großveranstaltungen, wir können nicht zu oft das Regelprogramm unterbrechen", erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky mit Verweis auf Live-Streams im Internet. Gleichzeitig sind aber offenbar auch die recht schwachen Zuschauerzahlen ein Grund für die Entscheidung. Balkausky: "Die Einschaltquoten sind mehr so gut wie sie schon waren." FN-Präsident Rantzau erhofft sich für die Zukunft aber zumindest mehr Highlight-Sendungen im Programm: "Wenn man die breite Masse der Zuschauer sieht, ist ein Zusammenschnitt besser. Das ist interessanter und knackiger."

RTL-Sportchef Manfred Loppe
© RTL/Stephan Pick
Aus Quotensicht läuft es für RTL momentan nicht gut (DWDL.de berichtete). Da ist es vermutlich nicht schlecht, dass man mit den deutschen Qualifikationsspielen zur EM 2016 und WM 2018 sichere Quoten-Hits eingekauft hat. "Es gibt Formate und Events, die ordnet man als 'must see' ein. Die Fragmentierung und Digitalisierung arbeiten dieser Kategorie nicht gerade zu, im Gegenteil. Sport als emotionales Spannungsfeld hat daher große Chancen, weiter geliebt und weiter gesehen zu werden", so RTL-Sportchef Manfred Loppe gegenüber "Sponsors" über den Grund für den Rechteerwerb, der RTL geschätzt rund 100 Millionen Euro gekostet haben soll. Zugleich signalisierte Loppe wenig überraschend auch sein Interesse an der Bundesliga - auch wenn das Thema noch Zukunftsmusik sei. "Wir werden uns die Ausschreibung angucken – wie jedes Mal! Wenn wir mitbieten, muss es nicht zwingend der ganze Kuchen sein, ein schönes Stück dann aber doch."

Hamburger AbendblattSportlich läuft es derzeit mal wieder nicht rund für den Hamburger SV. Doch Gesprächsstoff bietet der Bundesligist reichlich. Aus diesem Grund startet das "Hamburger Abendblatt" eine wöchentliche digitale Zeitung. "HSV Kompakt", so der Titel, soll fortan jeweils montags ab 4 Uhr als E-Paper im iKiosk abrufbar sein. Eine Ausgabe ist für 89 Cent zu haben. "Das Interesse am HSV ist so groß wie lange nicht - da fanden wir, dass ein wöchentliches HSV-Magazin nicht fehlen darf", erklärte "Abendblatt"-Chefredakteur Lars Haider. In gekürzter Form sollen unter anderem auf einer Doppelseite die Kolumnen von Dieter Matz, Marcus Scholz und Lars Pegelow erscheinen. Jeder Ausgabe schließt mit einer historischen Seite, auf der Triumphe und Dramen der HSV-Geschichte noch einmal aufleben sollen.

Sport in Zahlen

Bundesliga
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Fast 15 Prozent Marktanteil für die Konferenz und fast zehn Prozent für das Topspiel zwischen Bayern und Schalke: Für Sky hätte der Samstag also kaum besser laufen können. Am Sonntag waren solche Quoten für die Bundesliga freilich nicht drin. Zufrieden sein kann man aber natürlich trotzdem - auch wenn es in beiden Fällen keine Tore gab: 4,6 Prozent betrug der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen beim Spiel zwischen Mainz und Hannover. Insgesamt wollten 590.000 Zuschauer die Partie sehen. Das danach gezeigte Spiel zwischen Freiburg und Mönchengladbach wollten schließlich 740.000 Zuschauer sehen. In der Zielgruppe verzeichnete die Live-Übertragung aus dem Breisgau ordentliche 4,3 Prozent Marktanteil.

Sportschau
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Beachvolleyball war bei Sky dagegen am Sonntag überhaupt nicht gefragt: Das Spiel um den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft bescherte dem Bezahlsender zur Mittagszeit nicht-messbare Zuschauerzahlen. Und auch das Finalspiel kam nur mit Mühe auf einen Marktanteil von 0,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Im Ersten war die Deutsche Meisterschaft ab 13:19 Uhr ebenfalls im Programm, konnte aber auch dort nicht überzeugen. Mehr als 590.000 Zuschauer und ein Marktanteil von 4,2 Prozent waren für die Live-Übertragung nicht drin. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden sogar lediglich 1,9 Prozent erzielt. Im Laufe des Nachmittags stiegen die Quoten der Sport-Übertragungen jedoch an: Die Ruder-WM kam auf 1,14 Millionen Zuschauer und die Leichtathleten brachten es mit 1,71 Millionen Zuschauern immerhin auf 10,9 Prozent Marktanteil. Die Weltreiterspiele wollten im Anschluss 1,88 Millionen Zuschauer sehen. Der Marktanteil stieg hier auf 11,9 Prozent.

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