Logo: tazFür Unmut sorgt in der Redaktion der "taz" ein Themenspecial zur Frankfurter Buchmesse, das die Zeitung auf ihren Internetseiten unter www.buchmesse.taz.de veröffentlicht. Das Angebot stellt laut Eigenbekunden eine "unabhängige und meinungsstarke journalistische Plattform" dar, wird allerdings von der Messe mit 50.000 Euro finanziert. Das bestätigte die Zeitung gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Teile der Redaktion sind um den Ruf der Zeitung besorgt, zumal das diesjährige Messe-Gastland China für Kontroversen sorgt. Asien-Redakteur Sven Hansen bekundetete laut "SZ" in der vergangenen Woche im Intranet der "taz", er halte den Beschluss für "fatal". Er werde sich nicht an der Umsetzung der Publikation beteiligen und fordert seine Kollegen auf, dies "im Interesse ihres eigenen Rufes und dem der Unabhängigkeit der 'taz' auch nicht zu tun".
 

 
In der Kritik steht laut "SZ" auch der für Messe-Kooperationen zuständige "taz"-Journalist Georg Blume, da er allgemein als zu chinafreundlich gelte. Blume selbst weist die Kritik von sich. Er sei sich "bewusst, dass wenn man etwas genau erklärt, man in den Verdacht gerät, diesen Dingen nahe zu stehen", so Blume gegenüber der "SZ". In der Chefredaktion indes hat man kein Problem mit Kooperation und Realisator: Chefredakteurin Ines Pohl sagte, die Berichterstattung sei "zu 100 Prozent unabhängig" und "sehr, sehr kritisch". Blume genieße ihr vollstes Vertrauen.