Unterm Strich vom 30. Juni

EM: Auch ohne Lahm & Schweini stimmt die Quote

von Alexander Krei
30.06.2012 - 10:00 Uhr

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Das Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der EM ist bitter - doch beim ZDF wird man es verschmerzen können. Das Finale verspricht auch so noch einmal Spitzen-Quoten, denn auch abseits der deutschen Spiele verzeichneten ARD und ZDF viele Fans...

Ohne deutsche Beteiligung wird die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine am Sonntagabend zu Ende gehen - und man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass sich das ZDF noch einmal über starke Quoten freuen kann. Freilich: Mit der deutschen Elf wäre vermutlich ein neuer Rekord drin gewesen, doch auch Spanien und Italien waren in diesem Turnier bereits Garant für herausragende Zuschauerzahlen.

Insofern lohnt zum Ende der EM ein Blick auf die Quoten der Spiele ohne deutsche Beteiligung. Mit 19,64 Millionen Zuschauern verzeichnete das Halbfinale zwischen Spanien und Portugal die bislang höchste Reichweite dieser Europameisterschaft - das waren übrigens nur etwa zweieinhalb Millionen weniger als beim Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal vor dem Fernseher mitfieberten.

Die Zuschauer-Hits der EM 2012 ohne deutsche Beteiligung
(bis zum Halbfinale)

 Spiel Sender Reichweite
Spanien - Portugal (Halbfinale) ZDF 19,64 Mio.
Italien - England (Viertelfinale) ARD
19,33 Mio.
Portugal - Tschechien (Viertelfinale) ZDF 13,92 Mio
Polen - Russland (Vorrunde) ARD 13,61 Mio.
Spanien - Frankreich (Viertelfinale) ARD 13,55 Mio.

Quelle: DWDL.de-Recherche

Und es ist gut möglich, dass beim Finale die magische Marke von 20 Millionen Zuschauern noch einmal geknackt werden kann. Zur Erinnerung: Als Spanien und die Niederlande vor zwei Jahren im Finale der Weltmeisterschaft aufeinandertrafen, verfolgten im Schnitt mehr als 25 Millionen Zuschauer das Spiel. Doch zurück zur diesjährigen EM: Dort finden sich unter den meistgesehenen Partien zusätzlich noch vier Spiele, die jeweils deutlich mehr als 13 Millionen Fans vor den Fernseher lockten. Umgekehrt gab es trotz der anfänglichen Anstoßzeiten um 18:00 Uhr insgesamt gerade mal vier Spiele, die auf weniger als zehn Millionen kamen - sieht man mal von den bei ZDFinfo und Einsfestival gezeigten Parallel-Partien ab.

Das zuschauerärmste Spiel war übrigens das Unentschieden zwischen Italien und Kroatien in der Vorrunde, das von knapp 8,3 Millionen Zuschauern gesehen wurde - und damit zugleich das einzige Spiel war, das unter der Marke von neun Millionen Fans rangierte. So gesehen entpuppte sich die EM für ARD und ZDF als voller Erfolg, der ganz nebenbei auch noch die sonst für die Öffentlich-Rechtlichen nur noch schwer zu erreichenden jüngeren Zuschauer in Scharen anspülte. Letztlich können beide Sender überaus zufrieden sein, auch wenn das ZDF im Vergleich zu den Kollegen des Ersten ein deutsches Spiel weniger übertrug. Das Finale am Sonntag dürfte allerdings ein guter Ausgleich sein.

Was steht an?

Bereits die vergangene Woche hat gezeigt, dass die Sender nach den von Fußball dominierten Wochen allmählich wieder mehr Neustarts zeigen. So wird es auch in den kommenden Tagen weitergehen. Den spannendsten Start gibt es bei ProSieben: Dort kehrt "Popstars" mit der Jubiläums-Staffel zurück - ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem es so scheint, als habe Deutschland allmählich genug von Castingshows. Weil sich die Castingshow-Konkurrenz derzeit allerdings im Sommerschlaf befindet, könnte das Format trotzdem beachtliche Quoten erzielen. An Rekordwerte glaubt man aber vermutlich auch bei ProSieben nicht.

Und auch der Start in die Woche verspricht, interessant zu werden. Sat.1 startet mit "Ab durch die Mitte" eine neue Quizshow und verabschiedet sich vier Wochen lang von seinen Ermittlern am Vorabend. Ein Selbstläufer ist das Format allerdings alleine schon deshalb nicht, weil es es schon lange keinem Sender mehr gelungen ist, am Vorabend eine erfolgreiche Quizshow zu etablieren - sollte "Ab durch die Mitte" vom Konzept her überzeugen, kommt es also vermutlich nicht zuletzt auf Mund-zu-Mund-Propanda an,

Unterm Strich kann es für Sat.1 am Vorabend allerdings kaum schlechter laufen als bisher. Das verringert auch die Fallhöhe für Moderator Daniel Boschmann, der mit "Ab durch die Mitte" seine erste eigene Fernsehshow präsentiert.

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