In der kommenden Wochen gibt es wieder "Das blaue Sofa" im ZDF zu sehen - zum elften Mal wird Wolfgang Herles Bücher empfehlen. Damit hat er die Zahl der Ausgaben des Vorgänger-Formats "Die Vorleser" also übertroffen. Anlass genug, sich mal mit den Zuschauerzahlen auseinanderzusetzen. Die stehen freilich bei einem Literaturformat im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht an erster Stelle. Doch ein paar Zuschauer mehr als bei den "Vorlesern" wird man sich auf dem Lerchenberg gewünscht haben.

Dieser Plan ist allerdings nicht aufgegangen: Die zehn "Vorleser"-Ausgaben erreichten in den Jahren 2009 und 2010 im Schnitt lediglich 760.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 3,8 Prozent. "Das blaue Sofa"  bewegte sich exakt auf diesem Niveau - hier sah es mit 770.000 Zuschauern sowie 3,9 Prozent Marktanteil nur minimal besser aus. Keines der Formate konnte die Millionen-Marke überspringen, doch bei den "Vorlesern" lag der Bestwert immerhin bei 960.000 Zuschauern. Herles kam bislang auf maximal 810.000 Zuschauer. Immerhin: Die Zuschauer halten ihm und seinem "Blauen Sofa" die Treue. Die Reichweite der bislang ausgestrahlten zehn Sendungen bewegte nämlich sehr stabil zwischen 730.000 und den schon erwähnen 810.000 Zuschauern - solch konstante Zahlen sieht man selten.

Zuschauer-Trend: Das blaue Sofa
Das blaue Sofa

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass große Spünge nach oben kaum mehr zu erwarten sind. Allerdings erreichte auch Elke Heidenreich mit "Lesen!" zuletzt nur noch Quoten auf diesem überschaubaren Niveau. Auf ihrem früheren Sendeplatz am Dienstagabend war das zunächst übrigens noch anders: Die Premiere von "Lesen!" erreichte vor ziemlich genau zehn Jahren noch 2,45 Millionen Zuschauer. Kaum zu glauben, dass ein Literaturformat heutzutage nochmal eine derart hohe Reichweite einfahren wird - sofern man den jetzigen Sendeplatz behalten möchte. Mit einer Veränderung ist diesbezüglich aber erst mal nicht zu rechnen.

Unterm Strich bewegen sich die Zuschauerzahlen von "Das blaue Sofa" also auf jenem Niveau, das man für ein Format dieses Genre am späten Freitagabend erwarten kann. Die Frage nach einer Alternative dürfte sich für das ZDF damit also kaum stellen. Klar ist aber auch, dass auf einem anderen Sendeplatz womöglich mehr Zuschauer für Literatur begeistert werden könnten. Elke Heidenreich hat es einst am Dienstagabend eindrucksvoll vorgemacht.