US-Update vom 22. Januar

Neues vom "Simpsons"-Macher, "Prison Break" kommt

von Regine Pfaff / Uwe Mantel
22.01.2016 - 11:55 Uhr

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Matt Groening, der kreative Kopf hinter den "Simpsons", soll für Netflix an einer neuen Serie arbeiten. Endgültig in trockenen Tüchern sind unterdessen die Fortsetzung von "Prison Break" und eine HBO-Serie über den Aufstieg der Porno-Industrie.

Netflix
© Netflix
Animierte Serien sind bekanntlich das Spezialgebiet von Matt Groening. Nachdem die "Simpsons" erst kürzlich um eine sage und schreibe 28. Staffel verlängert wurden und dadurch als eine Art Methusalem des Fernsehprogramms gelten könnten und es die – zwar 2013 eingestellte – animierte Serie "Futurama" auch auf 15 Jahre brachte, könnte es nun mit einer weiteren animierten Serie des Kreativkopfs weitergehen. Der Schöpfer der Geblinge aus Springfield soll angeblich eine neue Serie für Netflix kreieren. Wegen des größeren Aufwands bei animierten Serien stehen zudem angeblich direkt zwei Staffeln à zehn Folgen auf dem Bestellzettel des Streamingdienstes. In den öffentlichen Raum geworfen, hat diese Schlagzeile – zu der weder der 61-Jährige noch Netflix Stellung nehmen wollen – der Branchendienst "Variety".

 

Prison Break
© Fox
Immer mal wieder kochte das Thema über eine Neuauflage der Serie "Prison Break" bei Fox auf. Wenige Wochen vor der erneuten Öffnung der X-Files wurde nun offiziell im Rahmen der TCA Pressetour in Passadena verkündet, dass die Serie über die beiden Brüder Lincoln Burrows und Michael Scofield eine Neubearbeitung als Event-Serie erfährt. Wie viele Folgen diese umfassen wird und ob diese – wie letztes Jahr kommuniziert – als Sequel erzählt wird, ist bislang noch unter Verschluss. Bekannt ist jedoch, dass die beiden ursprünglichen Protagonisten und das Bruderpaar verkörpernden Wentworth Miller und Dominic Purcell mit an Bord sein werden. Nicht mit an Bord sind hingegen weder Kiefer Sutherland noch sein Alter Ego Jack Bauer bei einem geplanten Ableger von "24", der auf den Namen "24: Legacy" hört. Bestellt hat der Fox nun nämlich einen Serienpiloten, der mit einem komplett neuen Cast aufwarten soll. Das Konzept der Echtzeit, sowie andere aus "24" bekannte Merkmale sollen jedoch erhalten bleiben.

Empire
© Fox
Wenn eine Serie der lang laufenden Sitcom "The Big Bang Theory" gleich mit der ersten Staffel den Titel als erfolgreichste Network-Serie beim jungen Publikum klaut, Rekorde bricht und bei den diesjährigen Golden Globes auf der Nominierungsliste stand, dürfte eine weitere Bestellung nicht überraschen. Fox hat dem Hip-Hop-Drama "Empire" nun eine vorzeitige Verlängerung spendiert. Wie viele Folgen die dritte Staffel umfassen wird, ist jedoch nicht bekannt. Ebenfalls weitergehen wird es für zwei Serien bei Netflix: auch wenn die zweite Staffel von "Unbreakable Kimmy Schmidt" erst im April zum Abruf bereit stehen wird, gab es nun schon mal grünes Licht für eine dritte Staffel für die von Tina Fey produzierte Comedy-Serie mit Ellie Kemper. Eine zweite Staffel erhält zudem die Serie "Jessica Jones" aus dem Marvel-Universum mit Krysten Ritter als Superheldin. Ebenfalls eine zweite Staffel gönnt Fox der Anthologie-Serie "Scream Queens". Vom College-Campus geht es dann jedoch um einen Mordfall im Krankenhaus-Umfeld.

Chicago P.D.
© AXN
Nur noch eine Frage der Zeit dürfte die Entscheidung sein, nach "Chicago Fire" und "Chicago PD" auch die neu gestartete Serie "Chicago Med" in eine weitere Staffel zu schicken. Und wenn der Trend anhält, dann wird das halbe NBC-Programm künftig wohl daraus bestehen, sämtliche öffentliche Services von Chicago darzustellen. Denn was man in der Vergangenheit schon mutmaßte ist nun auch offiziell in einen Entwicklungsauftrag gegossen worden: Serienschöpfer Dick Wolf arbeitet am nächsten Ableger, der nun auf den Namen "Chicago Law" hört. Und weil Dick Wolf, der schon das "Law & Order"-Universum aufgebaut hatte, ja weiß, wie man so ein Franchise führt, wird man die Serie - sofern sie denn grünes Licht erhält - zwar vermutlich erst zur Midseason Anfang 2017 zu sehen bekommen, doch noch in dieser Staffel werden die Charaktere ins Chicagoer Serien-Universum eingeführt, um zu testen, wie sie ankommen und wo "Chicago Law" hinführen könnte. Naheligenderweise bietet sich hier "Chicago PD" an, womit Dick Wolf ja schon wieder seine "Law & Order"-Konstellation beisammen hätte... Er ließ jedenfalls schonmal wissen, dass er Lust auf eine vierte Chicago-Serie hätte und bezeichnete das als die "Erfüllung eines Traumes".

HBO Logo
© HBO
David Simon und HBO machen erneut gemeinsame Sache: nach unter anderem "Show Me a Hero", "Treme" und "The Wire" geht es beim Pay-TV-Sender mit "The Deuce" weiter. Drehen wird sich die Serie vor allem um die Legalisierung und den Aufstieg der Porno-Industrie in den frühen 1970er Jahren bis Mitte der 80er in New York City: das zunehmende Problem von HIV-Infektionen, steigende Gewalt in Zusammenhang mit einer wachsenden Verbreitung von Kokain, ebenso wie Schwierigkeiten, die sich aus der Erneuerung des Immobiliengeschäfts ergeben. Auch die Hauptrollen im jetzt bestellten Porno-Drama sind prominent besetzt: James Franco und Maggie Gyllenhaal sind Teil der Produktion. Geshoppt hat HBO dazu auch noch eine neue Comedy-Serie von Judd Apatow ("Dating Queen"). "Crashing" fokussiert einen jüngst von seiner Frau verlassenen Comedian. "Ohne Frau" bedeutet für ihn aber gleichzeitig auch "ohne Dach", weswegen er Couch-Surfing bei den diversen Comedians New Yorks betreibt.

USA Network
© USA Network
Zwei Jungs im Teenager-Alter treffen sich zur Geheimhaltung ihrer Liebe im Wald und werden Zeugen eines brutalen Verbrechens. In Folge dessen werden sie in eine Schießerei verwickelt und können nur mit Mühe flüchten. Die Geschichte findet damit jedoch nicht ihren Abschluss: was fortan beginnt, ist die Sorge, dass sie von den Tätern aufgespürt werden, oder ihre geheim gehaltene Beziehung auffliegt. Diese Handlung basiert auf der norwegischen Serie "Eyewitness – Die Augenzeugen", deren Adaption von USA Network nun direkt in Serie geschickt wurde. Geordert hat der Sender zehn Folgen der Serie "Eyewitness", die von Adi Hasak ("Shades of Blue") stammt und die Story aus dem Blickwinkel der Augenzeugen erzählt. Ein gänzlich anders gelagertes Verhältnis zweier Männer steht dabei bei "Now We're Talking" im Vordergrund. Die Comedy-Serie, die von LeBron James' Produktionsfirma Uninterrupted und Blue Ribbon Content (Warner Bros.) stammt, dreht sich um zwei ehemalige Quaterbacks und deren Leben nach dem Profisport. Nicht nur, dass beide nach der Karriere erst mal auf dem Boden des Alltags ankommen, beide streben einen Platz in der Sport-Berichterstattung an und müssen daher einen Weg finden, bei all dem Konkurrenzdenken auch irgendwie in der gemeinsam zu absolvierenden Ausbildung zu kooperieren. Premiere feiern wird die Comedy-Serie dabei im Frühling und zwar nicht im TV, sondern auf der mobilen Video-Plattform Go90.

Chuck Lorre
© DWDL
Mit "How I Met Your Mother" haben Carter Bays und Craig Thomas eine der erfolgreichsten Sitcoms der letzten zehn Jahre erschaffen, nun arbeiten sie wieder gemeinsam an einem neuen Projekt für CBS. Es hört auf den Namen "My Time/Your Time" und basiert auf der Webserie 7P/10E. Im Mittelpunkt steht ein Pärchen, das beginnt, sich zu daten - allerdings wohnt er an der US-Westküste in LA, während sie an der Ostküste in New York wohnt. Noch erfolgreicher als "How I Met Your Mother" war und ist "The Big Bang Theory" - und auch dessen Schöpfer Chuck Lorre hat eine neue Sitcom in der Mache: "The Hollywood Reporter" berichtet, dass es diesmal ums Kiffen. Konkret geht es demnach um eine legale Ausgabestelle für Marihuana in Colorado und eine Gruppe von "Potheads".

Best Time Ever - With Neil Patrick Harris
© NBC
Nicht nur die Kreativen hinter "HIMYM" haben ein neues Projekt am Start, sondern auch einer der Stars der Serie: Nachdem NBC entschieden hat, der Show "Best Time Ever with Neil Patrick Harris" keine zweite Staffel zu gönnen, hat der mehr Zeit sich auf seine schauspielerischen Fähigkeiten zu konzentrieren und steht für die Netflix-Produktion "A Series of Unfortunate Events" vor der Kamera. Sie basiert auf der gleichnamigen Kinderbuchreihe, die hierzulande als "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" erschienen ist, und handelt von drei Geschwistern, die ihre Eltern durch einen Brand verloren haben. Sie versuchen das Geheimnis um den Tod ihrer Eltern zu lösen, bekommen es aber mit Irrungen, Wirrungen und auch noch einem bösen Onkel zu tun - gespielt von Neil Patrick Harris. Und von noch einem Star einer einst gefeierten Sitcom gibt's Neues: Tracy Morgan ("30 Rock") pilotiert eine Sitcom für FX, in der er einen Kriminellen spielt, der nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und so seine Probleme hat, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Morgan hatte schon vor über eineinhalb Jahren an einer neuen Sitcom gearbeitet - doch dann erlitt er einen Autounfall, bei dem ein Mitfahrer starb und er selbst schwer verletzt wurde. Seit dem Sommer vergangenen Jahres kehrt er nun Schritt für Schritt in die Öffentlichkeit zurück.

Netflix
© Netflix
In der vergangenen Woche hatten wir über die vermeintlichen Zuschauerzahlen von Netflix berichtet, die Konkurrent NBC ermitteln ließ und veröffentlichte. Netflix-Chef Ted Sarandos hatte dafür nur Spott übrig: Die Zahlen seien so ungenau und fehlerhaft, dass er nur hoffen könne, dass NBC dafür kein Geld ausgegeben habe. Zudem würden ihm die Zahlen mehrere Rätsel aufgeben - vor allem, warum NBC seine Zeit bei der Television Critics Association dafür nutze, über die Quoten von Netflix zu sprechen - und hatte auch einen vergifteten Tipp parat: "Vielleicht weil das mehr Spaß macht als über die eigenen zu reden?". Ob die Zahlen nun wirklich so falsch waren, wird aber ebenso ein Rätsel bleiben - denn Sarandos sieht weiterhin keinen Anlass, eigene Daten herauszugeben. Die Reichweite bei den 18- bis 49-Jährigen, die NBC veröffentlicht hatte, würde man noch nicht mal ermitteln, so Sarandos - schließlich sei es Netflix egal, aus welcher Altersgruppe die Zuschauer kommen. Wichtig ist nur, dass Netflix Abonnenten gewinnt - und da läuft's prächtig. Anfang des Jahres wurde weltweit die Zahl von 75 Millionen Abonnenten übertroffen, ein Wachstum von mehr als 17 Millionen binnen eines Jahres, was vor allem auch auf die internationale Expansion zurückzuführen ist. Und weil Netflix ja nun fast weltweit gestartet ist, soll es 2016 noch schneller aufwärts gehen. In den USA wird's hingegen langsam schwieriger, das Wachstumstempo zu halten. Dafür sollen dort die bisherigen Kunden mehr zahlen: Der Preis des Standard-Abos steigt dort von 7,99 auf 9,99 Dollar.

US-Quoten-Update

Billions
© Showtime
Bei Showtime jubelt man über knapp drei Millionen Zuschauer, die die erste Folge des Wall-Street-Dramas "Billions" mit Paul Giamatti und Damian Lewis gesehen haben - und sie damit zur meistgesehenen Serienpremiere in der Geschichte des Pay-TV-Kanals machten. Bislang hatte "Ray Donovan" die Rekordmarke gehalten. Diese für Showtime-Verhältnisse hohe Zuschauerzahl konnte "Billions" erreichen, weil Showtime die erste Folge schon vorab über diverse Plattformen zur Verfügung gestellt hatte. 1,6 Millionen Zuschauer hatte "Billions" dadurch bereits eingesammelt, bevor die Folge überhaupt im linearen Fernsehen lief. Dort kamen am Premierenabend dann nochmal rund 1,4 Millionen dazu.

Marvels Agent Carter Syfy
© ABC
Bei ABC meldete sich unterdessen die Marvel-Serie "Agent Carter" zurück, deren erste Staffel schon kein überbordender Erfolg war. Insofern schmerzt es dann schon, dass sich Staffel 2 mit einem neuen Allzeit-Tief zum Dienst meldete. 3,2 Millionen Zuschauer und 0,9/3 Prozent in der Zielgruppe am Tag der Erstausstrahlung sind ein ziemlich ernüchterndes Ergebnis. Die Marvel-Serie lag damit mit dem konkurrierenden Comic-Universum DC und dem Special "Legends of tomorrow: Their time is now" beim - eigentlich deutlich kleineren - Network CW auf dem letzten Platz in seinem Timeslot. Ob die Frankenstein-Serie "Second Chance" bei Fox überhaupt eine zweite Chance in Form einer zweiten Staffel erhalten wird, erscheint unterdessen fraglich. Nach dem mauen Start ging's in Woche 2 erwartungsgemäß nochmal etwas bergab. 3,75 Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von 1,0/3 Prozent in der Zielgruppe (Rating/Share) sind nicht gerade glänzend, wenn direkt zuvor noch 8,7 Millionen Zuschauer "American Idol" verfolgt hatten.

Angel from Hell
© CBS
Zu wenig aus dem Vorlauf gemacht - so lässt sich auch die Quote der neuen CBS-Sitcom "Angel from hell" umschreiben. Mit knapp sieben Millionen Zuschauern und 1,3/4 Prozent in der Zielgruppe ist sie der Tiefpunkt des CBS-Sitcom-Abends, der 90 Minuten zuvor mit 15,8 Millionen Zuschauern und einem Zielgruppen-Rating von 3,8 begonnen hatte und dann Stück für Stück abbaute. Vielleicht trauert man bei CBS ja jetzt schon etwas, dass man "Mike & Molly" frühzeitig den Laufpass gegeben und die Einstellung nach der aktuellen Staffel verkündet hat. Das schlägt sich auf dem neuen Sendeplatz am Mittwochabend nämlich recht wacker. Zwar lag die Gesamt-Zuschauerzahl ähnlich hoch bei knapp über 7 Millionen, in der Zielgruppe sah es mit 1,7/5 Prozent aber deutlich besser aus. Die Quoten von "2 Broke Girls" kann "Mike & Molly" damit problemlos mitgehen. Klar ist aber auch: Im direkten Sitcom-Duell mit "The Middle" und "The Goldbergs" ziehen die beiden altgedienten CBS-Sitcoms in der Zielgruppe weiter deutlich den Kürzeren. Und weil nun hier mehrfach von mauen Quoten neuer Serien die Rede war noch schnell der Lichtblick des jungen Jahres: Die Sitcom "Superstore" macht ihre Sache bei NBC weiterhin überaus gut und dürfte eine zweite Staffel so gut wie in der Tasche haben. "Telenovela" kann da allerdings nicht mithalten.

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