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Neue Grundgesamtheit

Radio-MA 2010/1: Private wieder vor der ARD

von Jochen Voß
10.03.2010 - 10:01 Uhr

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Wieder einmal hat die Radio-MA eine neue Grundgesamtheit und bietet daher kaum Vergleichsmöglichkeiten. Ab sofort erfasst die Erhebung auch Nicht-EU-Ausländer. Bei den aktuellen Zahlen liegen die Privatsender nun vor der ARD - allerdings nur leicht.

Foto: PhotocaseNach wie vor umstritten, aber nach wie vor auch das einzige maßgebliche Zahlenwerk für die Radiobranche: Am Dienstag legte die AG MA die Daten der Radio MA 2010/I vor. Waren die Daten aufgrund ihrer Erhebungsmethode stets mit Vorsicht zu genießen, so ist ein Vergleich mit den Vorjahresergebnissen bei den aktuellen Zahlen wieder einmal nicht möglich, da bei der aktuellen Erhebung wieder einmal die Grundgesamtheit verändert wurde, wodurch sich bei Veränderungen in der Reichweite keine direkten Rückschlüsse über tatsächliche Gewinne oder Verluste durchführen lassen.

Bereits bei der MA 2008/2 wurde der Pool der Befragten verändert, so dass sich Vergleiche kaum anstellen ließen. Nun hat man die Gruppe der Befragten, die Auskunft über ihre Radio-Nutzung gegeben haben, zusätzlich um deutschsprachige Ausländer erweitert, die aus Nicht-EU-Staaten stammen. Dies ist eine für Deutschland äußerst wichtige Gruppe, da allein die hohe Zahl der in Deutschland lebenden Türken für die werbetreibende Wirtschaft von großem Interesse ist. Mit der Einbeziehung der Nicht-EU-Ausländer stieg die Grundgesamtheit, auf die sich die repräsentative Befragung bezieht, um rund 3,8 Millionen auf rund 73,7 Millionen Menschen. So dürfen sich die meisten Sender – ohne viel Zutun – über einen größeren ausgewiesenen Hörerkreis freuen.

 

Die 20 meistgehörten Radiosender in Deutschland laut Radio-MA 2010/I (Hörer pro Stunde, Mo-Fr 6-18 Uhr):

  Hörer in Tsd.
MA 2010/I
radio NRW 1.544
Antenne Bayern
1.211
Bayern 1
1.145
SWR 3
1.074
WDR 2
966
1Live947
WDR 4
786
Bayern 3
666
NDR 2
655
SWR 4 BW
576
Hit Radio FFH
563
radio ffn
457
Hit-Radio Antenne
442
SWR 1 BW
406
MDR 1 Radio Sachsen 401
hr3 335
hr4
 320
radio SAW
306
 bigFM gesamt 291
 RPR1 288

So haben sich bei der aktuellen Erhebung nun auch  Veränderungen in der Rangfolge der Top 20 der meistgehörten Sender ergeben. Unangefochten die Nummer eins bleibt allerdings auch weiterhin der Senderverbund Radio NRW in Nordrhein-Westfalen, der sich aus zahlreichen Lokalstationen mit einem gemeinsamen Programmmantel zusammensetzt. Die Spitzenposition der Einzelsender hat nun mit Antenne Bayern wieder ein privater Anbieter übernommen, der das BR-Angebot Bayern 1 lediglich auf Rang drei verweist.

Auch in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, gibt es Veränderungen in der Rangfolge. So konnte die Jugendwelle 1Live wieder einmal das Schlager-getriebene Angebot WDR 4 überholen. 1Live ist zugleich der größte Gewinner in absoluten Zahlen. Die ausgewiesene Hörerzahl hat sich um 162.000 erhöht - rund ein Fünftel mehr - was sicher nicht nur der neuen Erhebung geschuldet ist.  Auf der anderen Seite bitter für die Kölner: WDR 4 gehört zu den 14 Angeboten, denen trotz Erhöhung der Grundgesamtheit Hörer verloren gingen.

Mit einem Rückgang um 12 Prozent ist die Welle der in absoluten Zahlen größte Verlierer – 12.000 Hörer sind verschwunden. Ein Umstand, der auch dem vornehmlich deutschsprachigen Musikprogramm und dem eher älteren Publikum geschuldet sein dürfte. Prozentual gesehen ging der größte Verlust an Energy Sachsen, das mit 23,3 Prozent fast ein Viertel weniger Hörer ausweisen kann als beim letzten Mal. Auf der Gewinnerseite steht Die Neue 107,7,deren Anzahl der ausgewiesenen Hörer um rund drei Viertel anstieg.

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