Radio-Update vom 12. Dezember

Olympia-Pläne der ARD-Radios, radio.de wirbt

von Uwe Mantel
12.12.2013 - 13:00 Uhr

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Die Zeitverschiebung macht's möglich: Die ersten Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Sotschi laufen in der Radio-Primetime. Wie die ARD-Radios sich aufstellen. Außerdem: Neue Kampagne und Claim für radio.de, Klassik-Radio zurück im Plus

Olympische Ringe
© IOC
Die ARD hat ihr Hörfunk-Konzept für die Olympischen Winterspiele in Sotschi vorgestellt und hofft darauf, dass das Radio diesmal eine besondere Rolle einnehmen wird - nicht zuletzt wegen der Zeitverschiebung. Die ersten Wettbewerbe finden nämlich in der sogenannten Radio-Primetime statt, also zwischen 6 und 9 Uhr vormittags. Schwerpunkt der Berichterstattung werden zahlreiche Expertengespräche mit Moderatoren und Kommentatoren wie Sabine Töpperwien, Alexander Bleick, Oliver Frick und Dirk Walsdorff sein. Daneben soll es aber auch Live-Reportagen geben. Gleichzeitig kündigte der federführende BR an, auch über das gesellschaftliche und politische Geschehen in Russland berichten zu wollen. Helfen soll dabei der Moskauer Hörfunk-Korrespondent Stefan Laack, aber auch der ehemalige Osteuropa-Korrespondent Eberhard Nembach.

Radio.de Logo
© Radio.de
Die radio.de GmbH, die nicht nur hierzulande radio.de, sondern auch die internationale Plattform rad.io mit Ablegern in Frankreich und Österreich betreibt, wirbt in Tageszeitungen für sich. Anfang Dezember wurden in Titeln wie der "Hannoverschen Allgemeinen" oder der "Leipziger Volkszeitung" die ersten Motive geschaltet, der erste Flight läuft noch bis Ende Januar. Im Zuge dieser Kampagne, deren Werbetext "Mit 10.000 Radiosendern weltweit - in einer App oder mit einem Klick" lautet, wird auch der Markenclaim geändert: Auch "Einfach hören" wird "Einfach Radio hören". "Mit dem stärker fokussierten Claim zeigen wir unsere klare Positionierung auf dem Markt. Denn: wir sind das Radio und grenzen uns damit von anderen Musik-Streaming-Angeboten ab. Im Mittelpunkt steht das beste Radioerlebnis", erklärt Geschäftsführer Bernhard Bahners. Im kommenden Jahr sind weitere On- und Offline-Werbemaßnahmen geplant.

Klassik Radio
© Klassik Radio
Die Klassik Radio AG hat via AdHoc-Mitteilung ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2012/13 bekanntgegeben. Demnach konnte der Umsatz deutlich von 9,8 auf 10,5 Millionen Euro  gesteigert werden. Nachdem im Vorjahr noch ein operatives Minus (EBITDA) von 141 Millionen Euro stand, landete man im abgelaufenen Geschäftsjahr nun mit 620.000 Euro im Plus. Neben dem Wachstum im Werbemarkt seien dafür konsequente Kosteneinsparungen verantwortlich. Sämtliche Aufwendungen für die nationale Digitalradio-Verbreitung und den Ausbau der UKW-Verbreitung seien in dem Ergebnis schon verarbeitet. Die neue Klassik Radio Austria GmbH lieferte allerdings noch ein Minus von 8.000 Euro. Erfreulich auch: Die langfristigen Finanzschulden seien vollständig abgebaut worden.

Geldscheine
© Chobe / photocase.com
Mehr Geld erhalten Journalistinnen und Journalisten, die beim Privaten Rundfunk angestellt sind: DJV und dju haben sich mit dem Tarifverband Privater Rundfunk auf eine Gehaltserhöhung von 2,3 Prozent zum 1. Januar 2014 und noch einmal zwei Prozent zum 1. Januar 2015 geeinigt. Der Tarifvertrag läuft bis Ende Februar 2016. "Der Gehaltsabschluss spiegelt das verbesserte Marktumfeld des privaten Hörfunks wider", sagte DJV-Verhandlungsführer Michael Klehm. "Die vereinbarten Gehaltszuwächse liegen deutlich über der Teuerungsrate." Höhere Steigerungen seien am Verhandlungstisch mit den Arbeitgebern nicht auszuhandeln gewesen, erklärt man weiter.

Funkhaus Europa
© rbb
Funkhaus Europa, das internationale und interkulturelle Programm von WDR, Radio Bremen und RBB, vereinheitlicht zum Jahreswechsel die Namen seiner türkischen Sendungen. Konkret heißt das: "Köln Radyosu" (montags bis freitags 18-19 Uhr) behält seinen Namen, "Cilgin" (samstags 18 bis 19 Uhr) und "Café Alaturka" (sonntags 18 bis 20 Uhr) werden ebenfalls in "Köln Radyosu" umbenannt. Die Anzahl der Sendestunden bleibt unverändert. Dadurch solle die Wiedererkennbarkeit des türkischsprachigen Angebots, das seit der Programmreform Anfang 2013 täglich um 18 Uhr beginnt, verbessert werden. Nicht nur der Name, auch die Anmutung der Magazine am Wochenende solle sich "in einigen Bereichen dem werktäglichen Format annähern", etwa im Bereich "aktuelle Informationen". Trotzdem sollen der spezielle "Wochenend-Charakter" und die bisherigen Schwerpunkte der Formate erhalten bleiben. "Köln Radyosu" feiert im kommenden Jahr übrigens bereits 50-jähriges Bestehen.

RPR1
© RPR1
Die rheinland-pfälzische Landesmedienanstalt hat RPR1 ein gutes Zeugnis ausgestellt. Eine Untersuchung des Programms habe ergeben, dass der Sender einen deutlich höheren Informationsanteil ausstrahlt als von der Medienaufsicht gefordert. Konkret seien werktags zwischen 6 und 19 Uhr 139 Minuten Information zu hören, gefordert seien 100 Minuten. Auch der Anteil an regionalspezifischen Informationen in den vier Verbreitungsgebieten liege deutlich über dem Minimum. "Dass unser Engagement und unsere Programmstrategie eine durchweg positive Bestätigung erfahren hat, freut uns sehr. Es ist uns ein Anliegen diesen Weg auch zukünftig konsequent weiterzuentwickeln und uns auf die journalistische Qualität zu konzentrieren", freut sich Geschäftsführer Kristian Kropp.

SWR
© SWR
Der SWR bietet unter dem Label "SWRedition" Hörfunk-Produktionen aus den Archiven von SWR und der Vorläufer SWF und SDR kostenpflichtig zum Download an. Fast 300 stehen bereits zur Verfügung. Das Angebot reicht von Raritäten aus den Anfängen des Rundfunks bis hin zu den Bestsellern der heutigen Zeit, qualitativ hochwertige Lesungen, Hörspiele, Kinderproduktionen, Comedy, Feature, Vorträge und Ars Acustica (Hörkunst). Unter den Angeboten der "SWRedition" befinden sich sowohl Klassiker von Johann Wolfgang von Goethe, Eduard Mörike und Adalbert Stifter als auch Kinderhörspiele von James Krüss, Karl May und Uwe Storjohann, Klanginstallationen von Ronald Steckel und Barry Bermange. Vertreten ist auch die Kult-Comedy der SWR3-Moderatoren Sascha Zeus und Michael Wirbitzky, Features aus dem Bereichen Leben, Glauben und Wissen sowie Gegenwartsliteratur von Graham Greene, Patricia Highsmith, Georges Simenon und Martin Mosebach.

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