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Dejan Jocic: Von ProSieben, Arena und Sirius

von Uwe Mantel
01.12.2011 - 13:59 Uhr

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© ProSiebenSat.1

Unter Dejan Jocics Führung hatte ProSieben nicht nur mit sinkenden Quoten zu kämpfen, sondern auch mit Image-Problemen. Später baute er Arena mit Auf und arbeitete an einem Comeback von Leo Kirch, aus dem dann doch nichts wurde.

"Unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Senders". Mit dieser Begründung wurde Dejan Jocic am 8. Dezember 2005 als Geschäftsführer von ProSieben nach gut eineinhalb Jahren an der Spitze des Senders gefeuert. Unter seiner Führung war ProSieben  in Quoten-Turbulenzen geraten - im Herbst 2005 war die Ziel-Marke von 12 Prozent Marktanteil dauerhaft deutlich unterschritten worden, im Dezember reichte es gar nur noch für 10,6 Prozent Marktanteil.

Doch mehr noch: Auch das Image des Senders hat in dieser Zeit deutliche Schrammen bekommen. Der Tiefpunkt war wohl die missglückte "Alm"-Fortsetzung "Die Burg" mit einem in den Zuber pinkelnden Prinzen, aber auch weiter um sich greifende Fake-Formate am Nachmittag. Jocic wollte ProSieben damals mehr in Richtung Eigenproduktionen trimmen und damit unabhängiger von der Versorgung mit US-Fiction machen. Die sinkenden Quoten seines Senders führte er in einem "FTD"-Interview damals auf die "zunehmende Popularität des Heimkinos und der DVD" zurück. Doch das sei auch gesagt: Es war natürlich nicht alles schlecht. Jocic hat beispielsweise immerhin ein bis heute für den Sender prägendes Format mit angestoßen. "Germany's Next Topmodel" war während seiner Zeit als Geschäftsführer entwickelt worden, auch wenn es das Format erst kurz nach seiner Abberufung auf den Bildschirm schaffte. Doch gerne erinnert sich heute in Unterföhring dennoch kaum jemand an die Jocic-Zeit bei ProSieben.

Lange Zeit arbeitslos blieb Jocic nach seinem Abschied bei ProSieben trotzdem nicht. Schon gut zwei Monate später wurde er als Programmgeschäftsführer mit dem Aufbau des Bundesliga-Pay-TV-Senders Arena betraut. Es war eine Rückkehr zu seinem alten Steckenpferd. Seine Karriere hatte er 1992 beim DSF begonnen, bei Kirchs Digitalfernsehen DF1 entwickelte er mehrere Sportkanäle, später war er auch bei Premiere tätig. Unter seiner Führung wurde bei Arena in rekordverdächtiger Zeit eine umfangreiche Fußball-Redaktion aus dem Boden gestampft. Und inhaltlich gelang allen Widrigkeiten zum Trotz tatsächlich ein Angebot, das durchaus Respekt abverlangte.

Doch nachdem die Arena-Mutter Unitymedia das Bundesliga-Abenteuer nach nur einer Saison wieder beendete, musste sich auch Dejan Jocic wieder ein neues Tätigkeitsfeld suchen. Zunächst machte er sich mit der Medienallee Sportrechtehandels und Sportmarketing GmbH selbständig. Schon 2007 zog er aber wieder für Kirch hinter den Kulissen die Strippen und half mit bei einem echten Hammer. Im Herbst 2007 schien plötzlich Leo Kirch wieder sein großes Comeback zu feiern.

Kirch garantierte der Bundesliga Einnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro pro Saison und wollte dafür die komplette Vermarktung in die Hand nehmen. Mehr noch: Die Bundesliga-Berichterstattung sollte von Kirch selbst produziert werden und als fertiges Produkt an die Sender verkauft werden. Damit sollte nach den Arena-Erfahrungen potentiellen Premiere-Konkurrenten der Markteinstieg erleichtert werden - und die erhoffte Konkurrenz natürlich den Preis hochtreiben. Zum Kirch-Comeback gekommen ist es letztlich bekanntlich nicht, weil das Kartellamt sein Veto gegen die Pläne eingelegt hat. Doch bevor Sirius am Ende war, war Jocic ohnehin schon wieder weg- wohl weil er während seiner Zeit an der Sirius-Spitze auch eigenen Geschäften nachgegangen sein soll.

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