Austria-Update vom 30. September
Alle reden über Zeiler, Einschüchterung von Journalisten
© Warner Bros. Discovery / M: DWDL
Medienmanager Gerhard Zeiler will SPÖ-Chef werden, doch schafft er das überhaupt? Außerdem: Die FPÖ sorgt für Hassnachrichten, Peter Westenthaler ist mal wieder unzufrieden und Puls 4 hat seine Back-Jury zusammen.
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In den vergangenen Tagen ist in Österreich vor allem über Gerhard Zeiler gesprochen worden. Schon früher gab es immer wieder Gerüchte, dass der internationale Medienmanager in die Politik gehen und die sozialdemokratische SPÖ übernehmen könnte. Nie hat sich das bewahrheitet - bis jetzt. Via "Kronen Zeitung" kündigte Zeiler zuletzt an, Andreas Babler an der SPÖ-Spitze ersetzen zu wollen. Seither wird im Land debattiert, ob ein 71-Jähriger tatsächlich die Zukunft von Partei und (gegebenenfalls) Land sein kann. Der Medienmanager war zuletzt omnipräsent in den österreichischen Medien, nach seinem Interview in der "Krone" erklärte er sich unter anderem noch in der "ZiB 2" (ORF) und bei "Pro und Contra" (Puls 24). Fest steht: Ein Durchmarsch dürfte es für Zeiler nicht werden, Babler wird seinen Job wohl eher nicht freiwillig aufgeben. Dass Zeiler ausgerechnet jetzt seine Ambitionen öffentlich macht, überrascht nicht: Durch die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance dürfte es seinen bisherigen Posten künftig wohl nicht mehr geben (DWDL.de berichtete).
© FPÖ
Die rechtspopulistische FPÖ hat auf der Facebook-Seite von Parteichef Herbert Kickl einen ORF-Journalisten nach einer Rechercheanfrage namentlich genannt und damit eine Welle von Hassnachrichten ausgelöst. Wie der "Standard" berichtet, erhielt Roman Wagner, Redakteur im ORF-Landesstudio Tirol, unter anderem Drohungen und Beschimpfungen. Wagner recherchierte zu Polizeikosten für den Personenschutz bei politischen Veranstaltungen, darunter eine FPÖ-Veranstaltung in Innsbruck. Statt die Anfrage zu beantworten, veröffentlichte die FPÖ ein Video auf Kickls Facebook-Seite. Der ORF-Redaktionsrat sieht darin eine gezielte Einschüchterung von Journalisten und "rote Linien" überschritten. Von der FPÖ hieß es nur lapidar, dass man nichts von Hassnachrichten wisse und auch nicht dazu aufgerufen habe. Man lehne eine "solche Vorgehensweise" ab und habe lediglich den eigenen Standpunkt mitteilen wollen.
© ORF/Roman Zach-Kiesling
Die Bundesregierung hat Franz Medwenitsch als Ersatz für den zurückgetretenen Gregor Schütze in den ORF-Stiftungsrat entsandt. Bei der jüngsten Sitzung ist Medwenitsch, der dem Gremium zwischen 2010 und 2025 angehörte, direkt zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden, außerdem leitet er den ÖVP-Freundeskreis. Darüber hinaus beschäftigte sich der Stiftungsrat Medienberichten zufolge mit möglichen Verstößen gegen Dienstanweisungen. Eine Schlüsselrolle spielte dabei mal wieder der von der FPÖ ins Gremium entsandte Peter Westenthaler. Wie der "Standard" berichtet, habe ORF-Chefin Ingrid Thurnher einige Fragen Westenthalers nicht beantwortet, weshalb der nun die Medienbehörde KommAustria oder ordentliche Gerichte einschalten will. Thurnher verwies demnach auf die Vertraulichkeit von Sitzungen des Stiftungsrates und erklärte, dass sie es begrüße, wenn das gerichtlich geklärt werde.
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Puls 4 hat weitere Details zu seiner neuen Show "Das große Backen Österreich" verraten. Demnach wird Zuckerbäcker Philipp Zauner Jury-Mitglied des neuen Formats, das Ende Oktober startet. Und damit ist die Jury nun auch schon komplett, vervollständigt wird sie von Star‑Patissière Eveline Wild - so viel war schon bekannt. In Österreich entscheidet also ein Duo über die Leistungen der Hobbybäcker. Moderiert wird die Sendung von Rudi Roubinek (DWDL.de berichtete). "Die Zuseher erwartet ein enger Wettkampf bis zur letzten Sekunde, der sicherlich auch die eine oder andere unerwartete Wendung bringt", sagt Philipp Zauner.
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Clemens Pig
Gegen die Bestellung des neuen ORF-Direktoriums und der neun Landesdirektoren sind bei der Medienbehörde KommAustria vier Beschwerden eingelangt, das bestätigte ein Sprecher der Behörde gegenüber dem "Standard". Diese stammen demnach von drei Beschwerdeführern. Der ORF-Stiftungsrat hatte das neue Direktorium am 11. August auf Vorschlag des künftigen Generaldirektors bestellt, die fünfjährige Amtszeit beginnt am 1. Januar 2027. Gegen die Bestellung von Clemens Pig zum Generaldirektor waren zuvor insgesamt sechs Beschwerden bei der Medienbehörde eingegangen (DWDL.de berichtete). Große Chancen werden den Beschwerden nicht eingeräumt.
© ORF
Der ORF verbessert sein barrierefreies TV-Angebot und ordnet dafür die Tonspuren neu. Die Audiodeskription für Menschen mit Sehbehinderung ist künftig fix auf Tonspur zwei zu finden und wird bei entsprechender Voreinstellung des Fernsehers automatisch ausgewählt. Sie wird derzeit nach ORF-Angaben bei rund 4.000 Programmstunden pro Jahr angeboten. Neu ist die Tonspur "Klare Sprache" auf Spur vier, bei der die Hintergrundmusik reduziert wird, dadurch soll das gesprochene Wort besser verständlich werden. Sie steht rund um die Uhr bei allen Programmen zur Verfügung. Auf Tonspur drei werden künftig Programme im Originalton ausgestrahlt, während Tonspur eins weiterhin den Hauptton enthält. Zuletzt hatte der ORF bereits in Sachen TV-Werbung eine Barrierefreiheits-Offensive gestartet.
Zitat der Woche
"Können wir das verfilmen?"
Stephan Schmitter, Geschäftsführer RTL Deutschland, im "Standard"-Podcast über die Vorgänge im ORF
Alle reden über Zeiler, Einschüchterung von Journalisten
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