Justin Roiland & Dan Harmon © Kevin Hennings, DWDL
"Rick and Morty" gewinnt ersten Emmy

Zwei verrückte Serienmacher im Animations-Olymp

 

Besser hätte es für die Serienmacher Justin Roiland und Dan Harmon wirklich nicht laufen können: Mit ihrer ersten Emmy-Nominierung gewinnen sie mit "Rick and Morty" direkt in der Königsklasse "Outstanding Animated Program". Gute Stimmung gab's im Gespräch nach dem Sieg.

von Kevin Hennings , Los Angeles
09.09.2018 - 18:07 Uhr

Nach den ersten beiden Staffeln war "Rick and Morty" noch ein Geheimtipp, aber inzwischen ist die Animationsserie von Adult Swim längst zum Kult gereift, der nun auch gleich bei der ersten Nominierung mit einem Emmy gekrönt wurde. Die Produktion gehört zweifelsohne zu den unorthodoxesten Produktionen im Emmy-Rennen, was die beiden Serienschöpfer mit einem chaotisch-charmanten Auftritt nach ihrem Sieg in Los Angeles unterstrichen. 

"Ich hätte nie gedacht, dass 'Rick and Morty' jemals eine preisträchtige Serie hätte werden können", sagt der ehemalige Showrunner von "Community" im Gespräch nach dem Emmy-Sieg im Media Center des Microsoft Theater. "Doch das ist der Beweis: Du kannst mit dem, was du liebst zu tun, auch erfolgreich sein. Ich bin unfassbar glücklich mit 'Rick and Morty' und freue mich sehr darüber, dass so viele Menschen Freude damit haben." Justin Roiland, der bekanntermaßen auch gerne mal einen trinkt, wenn er die Animationsfiguren spricht, ergänzt gerade rechtzeitig bevor sein Kollege zu sehr romantisiert: "…und es macht auch uns einfach Spaß.“

Die beiden Emmy-Gewinner waren mit Abstand die ulkigsten Preisträger des ersten Emmy-Abends und spaßten mit Anekdoten aus ihrem Produktionsalltag und Nonsense-Gerede: "Wir alle leben in einer Simulation. Recherchiert alle mal 'Quantenverschränkungen'!" Welche Projekte als Nächstes anstehen? "Ähm, ich arbeite weiter an 'Rick and Morty'", so Harmon. Adult Swim hat schon längst bekanntgegeben, dass 70 weitere Episoden bestellt wurden. Das bedeutet also einige weitere Staffeln und laut Harmon könnte es auch die "nächsten 100 Jahre" so weiter gehen.

Wann sei ihnen eigentlich klar geworden, dass "Rick and Morty" ein ganz großes Ding geworden sei?  "Egal ob Barkeeper, Kellner oder irgendwelche fremden Leute in Aufzügen. Ab der zweiten Staffel wurde mir unfassbar oft gesagt, wie cool mein Oberteil doch sei", erzählt Harmon. Roiland ergänzt, dass irgendwann Prominente auf sie zu kamen und mit ihnen zu tun haben wollten. "Aber Name-dropping wäre an dieser Stelle auch blöd." - "Year", unterstützt Harmon seinen Kollegen. "Elon Musk kam mal zum Mittagessen vorbei."

Über den Autor

Der Gerade-noch-Volo-nun-Jung-Redakteur Kevin Hennings ist seit 2016 bei DWDL.de. Neben seiner Liebe zur Serienwelt, die er oft in Form von Kritiken und Kommentaren zeigt, hegt er eine intensive Leidenschaft für Stand-Up-Comedy und Podcasts.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen

Weitere Emmy-Artikel

The Marvelous Mrs. Maisel © Amazon
Beste Dramaserie ist erneut "Game of Thrones"

"Marvelous Mrs. Maisel" dominiert die 70. Primetime Emmys

The Daily Show with Trevor Noah © Comedy Central
Emmy-Rennen um „Best Variety Talk Series“

Trevor Noah vs. John Oliver oder doch Samantha Bee?

Bob Odenkirk © Netflix
DWDL.de-Interview mit dem "Better Call Saul"-Star

Bob Odenkirk: "Die Menschheit ist verdammt"

Anthony Bourdain © CNN
Alle Gewinner der zweiten Emmy-Verleihung

6 Emmys: Television Academy verneigt sich vor Bourdain

The Palladinos © DWDL.de
"Mrs. Maisel"-Schöpferin Amy Sherman-Palladino im Gespräch

"Amazon schreibt Schecks wie verrückt"