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Stand-Up bei ABC-Präsentation

Upfronts-Highlight: Die Sprüche von Jimmy Kimmel

von Uwe Mantel
14.05.2015 - 18:24 Uhr

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Wenn Jimmy Kimmel während der ABC-Präsentation die Bühne betritt, dann folgt das unbestrittene Highlight der Upfronts-Präsentationen: Kimmel kommentierte auch in diesem Jahr wieder bissig sowohl das eigene Network wie auch die Konkurrenz.

Jimmy Kimmel über ABC

Gestern hat NBC Ihnen erzählt, dass sie das Nummer-1-Network sind und heute behaupten wir hier das gleiche. Das bedeutet: Einer lügt sie an. Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass wir das sind.

ABC ist das einzige Network, das die Zuschauerzahlen im Vergleich zum Vorjahr steigern konnte. Warum? Weil wir letzter waren. Wir konnten nirgends anders mehr hin. Aber es geht uns nicht um ein großes Publikum oder so bedeutungslose Dinge wie Quoten. Es geht uns um Transparenz. Manchmal sind wir so transparent, dass wir gar nicht sichtbar sind.

Uns geht es sehr gut, seit wir kürzlich akzeptiert haben, dass es Minderheiten gibt. Wir haben in der letzten Saison riesige Fortschritte gemacht und haben nun mehr Serien mit Angehörigen von Minderheiten als Hauptdarsteller als jedes andere Network. Den ganzen weißen Männern in Burbank war ungeheuer wichtig, dass ich das erwähne.

Wir haben eine Serie namens „Black-ish“, die von einem Typ genehmigt wurde, der gleichzeitig Brite und Jude ist. Wir haben Schwarze, wir haben Frauen wir haben Männer, die zu Frauen wurden. Wenn CBS bei uns vorbeifährt, verriegeln sie direkt die Türen ihres Wagens.

In einem Interview mit „Adweek“ hat Paul Lee gesagt, der Erfolg von ABC gehe nur zum Teil auf Shonda Rhimes zurück. Das ist so, als würde man sagen, Michael Jackson habe nur teilweise etwas mit dem Erfolg von „Thriller“ zu tun.

Wir haben einen Hashtag bei ABC: #TGIT. Das steht für „Thank god it's thurday“ (der Shonda-Rhimes-Abend). Um ehrlich zu sein, haben wir noch einen zweiten: #OFITROTW - „Oh Fuck it's the rest of the Week“.

McDreamy ist tot. Er starb bei einem Autounfall. Das war vermutlich nicht exakt die Integration, die man sich bei Kia vorgestellt hatte.

Wir brauchen mehr Bruce Jenners. 17 Millionen haben das Interview gesehen. Daher versprechen wir Ihnen heute: Ab Herbst wird ABC jede Woche jemanden zeigen, der das Geschlecht wechselt. Ich will das Ende von Pauls Präsentation nicht vorweg nehmen, aber: Wir sind alle so stolz auf ihn. Er ist so mutig.

Jimmy Kimmel über CBS

CBS setzt nach 15 Jahren „CSI“ ab. In der letzten Folge wollen sie das größte Mysterium überhaupt auflösen: Wer hat 15 Jahre lang diese Serie geschaut? Auch „The Mentalist“ wurde beendet. Also rufen Sie besser heute abend mal ihre Großeltern an und sagen sie ihnen, dass Sie sie trotzdem noch lieben.

Jimmy Kimmel über NBC

Dass Dolly Parton bei der NBC-Präsentation mit "I will always love you" aufgetreten ist, kommentierte Kimmel so:

Ich soll hier noch einen Brief an Bob Greenblatt (NBC-Entertainment-Boss) vorlesen: „Lieber Bob. Wir freuen uns, dass Dolly Parton dich immer lieben wird. Denn nachdem du uns gestern gezwungen hast, das zu durchleben, tut das keiner sonst mehr. Gezeichnet: Alle."

Wow, Dolly Parton. Die kämpfen wirklich mit allen Mitteln um die junge, urbane Zielgruppe.

Sie zeigen außerdem live „The Wiz“. Das wird die dritte live übertragene Musical-Katastrophe - alles Teil von NBCs Plan, das führende Hotel in Las Vegas zu werden.

Aber ehrlich: Die sind klug bei NBC, denn sie wissen: In einer Welt, in der jeder zu jederzeit das schauen kann, was er will, ist es das, was die Zuschauer wirklich sehen wollen: Schauspieler, die ungeschickt vor Fake-Bäumen tanzen.

Ich bin so froh, dass NBC „Coach“ neu auflegt. Ich war so häufig nachts wach gelegen und habe mich gefragt, was der Coach wohl in den letzten 18 Jahren gemacht hat. Gott sei Dank gibt’s da bald Aufklärung.

Jimmy Kimmel über Fox

Fox ist auf dem letzten Platz, aber sie haben „Empire“. Die Serie ist so ein großer Erfolg wegen drei Dingen: lustige Charaktere, wilde Twists in der Geschichte und weiße Zuschauer, die verzweifelt versuchen vor ihren schwarzen Freunden cool zu wirken.

Neulich habe ich gedacht, ich schaue „Empire“ - bis ich bemerkt habe, dass es eine Wiederholung von „Denver Clan“ war und ich nur vergessen hatte, die Sonnenbrille abzunehmen.

Es ist gut, dass sie nun „Empire“ haben, weil sie „American Idol“ beenden. Dabei war das eine Show, von der man dachte, dass sie für immer bleibt – so wie Herpes.

„Variety“ hat neulich geschrieben, dass die Tage des Fernsehens gezählt sind. Der war gut: Print-Journalisten erzählen, unsere Tage wären gezählt. Ehrlich: Wir sind das Fernsehen. Wir gehen nirgendwohin. Wir sind an der Wand eures Wohnzimmers festgeschraubt.

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