Thomas Bellut © Daniel Häuser
DWDL.de-Interview

Thomas Bellut: Humor als Waffe gegen die Krise

 

Auch das ZDF rechnet im laufenden Jahr mit spürbar rückläufigen Einnahmen, so Programmdirektor Thomas Bellut im DWDL.de-Interview. Der Krise will er programmlich mit neuen Comedy- und Satireformaten begegnen. Die seien in schweren Zeiten besonders gefragt. Plus: Warum Günter Struve sein Vorbild ist...

von Daniel Häuser / Peter Böhling
06.02.2009 - 00:04 Uhr

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Thomas BellutAuf der ZDF-Programmpressekonferenz hieß es, 2009 werde ein Jahr der „ökonomischen Realitäten“. Gleichwohl kündigten sie neue Comedy- und Satireformate an. Humor als Waffe gegen die Krise?

Ja, eindeutig! Ich beobachte mit Erstaunen, dass etwa unsere Reihe „Neues aus der Anstalt“ seitdem die Krise erkennbar ist, gerade in den letzten Monaten bei den Zuschauern besonders nachgefragt war. Immer über 15 Prozent Marktanteil. Daher haben wir unsere Pläne das auszubauen noch mal beschleunigt. Wir wollen im Bereich der Comedy berühren ohne dabei genau so zu sein wie die kommerziellen Anbieter.

Trotzdem nochmal nachgefragt: Ist die Humor-Offensive Zufall, oder wollten Sie im Angesicht der Krise ganz bewusst etwas Erfreuliches entgegensetzen.


Beim Kabarett ist es ja fast schon eine Pflicht, die Krise aufs Korn zu nehmen. Allerdings ist auch das Bedürfnis des Publikums, sich zu amüsieren, stärker geworden. Auch bei der Konkurrenz: Der Dschungel lief hervorragend, auch Deutschland sucht den Superstar. Eskapistische Formate mit Gefühlen und Humor sind im Zeichen der Krise auch im ZDF gut gefragt! Davon bin ich fest überzeugt.
 
 
 
Wollen Sie deshalb auch Hape Kerkeling als neues Sendergesicht verstärkt aufbauen?

Kerkelings Beitrag richtet sich auch danach, wie viel er machen will. Wir können nicht zu viel von ihm verlangen. Wir werden sicher wegen neuer Projekte an ihn herangehen. Aber es gibt da kein festes Lastenheft, das wir abarbeiten müssen.

Das ZDF ist 2009 größter Einzel-Auftraggeber der deutschen Film- und Fernsehproduktionswirtschaft. 500 Millionen Euro werden verteilt. Ist das eine bewusste Entscheidung, die deutsche Wirtschaft zu stärken?


Hinter dieser Meldung steckt vor allem, dass wir nicht reduzieren wollen im laufenden Jahr. Wir wissen natürlich auch nicht genau, wie sich die Krise bei uns auswirkt. Denn auch bei uns wird es Einbußen geben. Zum Beispiel durch die steigende Anzahl von Arbeitslosen mit den damit einhergehenden Gebührenausfällen.

Mit welcher Größenordnung ist zu rechnen?

Das ist noch offen und wird laufend berechnet. Es wird Folgen geben. Auch für das ZDF-Werbefernsehen. Durch unser geringeres Volumen wird der Rückgang aber vergleichsweise gering sein.

Warum haben sie sich bei ihrer Web-Videosendung mit Maybrit Illner für YouTube und nicht für den deutschen Anbieter Sevenload entschieden?

Keine Ahnung. Das liegt im Aufgabenbereich meines Kollegen Nikolaus Brender. Aber YouTube ist auf uns zugekommen.

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