Peter Also spitz und unangepasst zu sein, den klassischen Branchenjournalismus hinter sich zu lassen, hat sich für Sie gelohnt?

Böhling (Foto): Wir sind Journalisten. Statistiken, Daten, Zahlen – das will in einem gedruckten Magazin heute doch keiner mehr lesen. Davon haben wir uns losgelöst. Trotzdem sehen wir uns als Fachmagazin. Weil wir uns intensiv denen widmen, die das Business gestalten. Ist doch spannender zu wissen, mit wem Roland Tichy eine Privat-Fehde hat oder warum Kai Blasberg Möpse sammelt, als die gleichen Geschäftszahlen noch einmal zu lesen, die schon seit Wochen im Netz stehen.

Häuser: Mediacom-Chef Jürgen Blomenkamp hat uns mal gesagt, dass er zwar nichts wirklich Spannendes über das Geschäft verraten kann, aber etwas über sich persönlich. Und wir glauben, dass manche Information, die rein privater Natur ist, der Branche durchaus bei einer Einordnung und Einschätzung hilft.
 

 
Warum dann nur eine garantierte Auflage von 2000 Exemplaren?

Böhling: Uns nutzen 10.000 Leser nichts, weil es in Deutschland eben keine 10.000 entscheidende Entscheider in der Kommunikationsbranche gibt. Und erweitert wird der Empfänger-Kreis nur langsam. Dabei denken wir auch, dass das Mittel der künstlichen Verknappung Begehrlichkeiten weckt. In einem Unternehmen braucht nicht jeder ein „Clap“-Magazin. Uns freut es dann eher, wenn wir hören, dass unser Magazin weitergereicht und verstanden wird, dass hinter dem Magazin ein journalistisches Konzept mit augenzwinkerndem Ansatz steht.

Wie wichtig ist es denn, dass man nicht nur die Themen personalisiert, sondern auch konkret die beiden Macher dahinter bekannt und präsent sind?


Böhling: What you see is what you get. Wir treten sehr oft gemeinsam auf, manche sagen zu oft (lacht).

Häuser: Wir arbeiten beide schon lange zusammen im Branchenjournalismus und haben früher oft Ideen für Themen angebracht, die über die Geschäftszahlen hinausgingen. Oft genug wurde uns gesagt, dass solche Geschichten nicht hart, nicht seriös genug seien. Aber was kann härter sein, als die Wirklichkeit abzubilden anstatt Gefälliges zu betonen und Unliebsames zu verschweigen?

Welche Rolle spielt bei „Clap“ die eigenwillige Optik?


Böhling: Eine sehr große! Kernelement unseres Konzepts sind Bilder von Machern, die die Branche so noch nicht gesehen hat. Wir wollen nicht das Passfoto aus der PR-Abteilung. Das wäre auch falsch, wenn wir sonst den Anspruch haben, bei einem Portrait nah dran zu sein. Wir haben uns auch bewusst für Schwarz-Weiß-Fotografie entschieden, weil das etwas Beständigeres, etwas Bleibendes hat.