Foto: Sandra Schwittau © Sandra Schwittau
Gelb regiert die Welt

Barts Stimme: Sandra Schwittau im Interview

 

Das Medienmagazin DWDL.de sprach mit Sandra Schwittau - der deutschen Stimme von Bart Simpson - über die Synchronarbeit und wie schwierig es ist, Bart zu sein.

von Jochen Voß
19.01.2007 - 17:46 Uhr

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Frau Schwittau, seit dem Start der Serie in Deutschland 1991 sind Sie die Stimme von Bart Simpson. Fast 400 Folgen haben Sie inzwischen gesprochen. Ist die Rolle für Sie inzwischen Routine?

Natürlich gehe ich an die Rolle mittlerweile relativ routiniert ran. Aber ich bin selbst ein großer Fan und mag „Die Simpsons“ unheimlich. Nach 15 Jahren habe ich natürlich auch Barts Ton und seine Art zu reden irgendwie verinnerlicht.

Was genau mögen Sie an den Simpsons?

Ich finde die Serie sehr schlau und einfallsreich. Zum Teil ist die Serie auch zynisch. Das gefällt mir. „Die Simpsons“ ist eine Serie für die ganze Familie, bei der sich jeder etwas rauszieht. Die Kinder finden es toll, wenn Bart frech ist oder mit seinem Skateboard über eine Klippe springt. Die Erwachsenen ziehen sich politische und gesellschaftskritische Momente raus. Das ist hochintelligent gemacht.
 
 
„Die Simpsons“ sind inzwischen eine feste Größe im Fernsehprogramm. Eine nur annähernd vergleichbare deutsche Sendung gibt es nicht. Fehlt uns in Deutschland da was?

Da fehlt uns in jedem Fall was. Allerdings war die Serie nicht immer so erfolgreich. Als „Die Simpsons“ damals im ZDF gestartet sind, war die Serie in Amerika schon der absolute Dauerbrenner und total akzeptiert. In Deutschland hat es vier bis fünf Jahre gebraucht, bis sich die ersten Fangemeinden gebildet haben und die Einschaltquoten besser wurden. Der deutsche Zuschauer war damals nicht so sehr an Comics gewöhnt, wie die Amerikaner. Dort gibt es seit Jahrzehnten in allen seriösen Tageszeitungen mehrere Seiten nur mit Comics, und diese Art von Ästhetik wird voll akzeptiert. Es hat zum Beispiel wirklich gedauert, meinen Eltern „Die Simpsons“ nahezubringen. Der deutsche Zuschauer sah damals nur die „hässlichen“ gelben Figuren und das spricht nicht sofort an und daher ist man nicht direkt dahintergestiegen, wie toll das eigentlich ist. Jetzt sind meine Eltern auch Fans.
 
Wie sind Sie denn zu der Rolle gekommen? Sie hatten ja schon Zeichentrickerfahrung durch die Rolle der Peppermint Petty bei den „Peanuts“ um Snoopy und Charlie Brown.

Stimmt. Das habe ich gemacht als ich acht war. Bei den Simpsons gab es – wie bei jeder großen Serie, bei der der amerikanische Verleih großen Wert auf das Produkt legt – ein nationales Casting. Die Bänder wurden nach Amerika geschickt und dort wurde entschieden, wer die Rolle sprechen soll. Der reguläre Weg also. Aber ich war schon heiß auf die Rolle.

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