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"Sky is born": Party in München, Panne im Web

 

Mit einer symbolischen Fernbedienung in der Hand schaltete Mark Williamsauf Sky um. Premiere ist Geschichte. Doch Wehmut war bei der Launch-Party fehl am Platz. Eine Panne gab es auf der neuen Sky-Website: Ein Video irritiert mit martialischer Motivationsbeschwörung für Sky-Verkäufer.

von Thomas Lückerath
04.07.2009 - 08:42 Uhr

Sky LogoDie lange Geschichte der PayTV-Marke Premiere hat am Freitagabend um 23.59 Uhr ein Ende gefunden. Doch darüber wurde in der Schrannenhalle am Münchener Viktualienmarkt am gestrigen Abend wenig nachgedacht. Die Blicke waren noch vorne gerichtet. Nach Monaten der Spekulation und Wochen der Gewissheit war es endlich so weit: Das neue PayTV-Angebot Sky ging auf Sendung und war dem Unternehmen eine große Party wert, die man im Vorfeld gleich als Medienereignis des Jahres ankündigte. Und im Krisenjahr 2009 ließ Sky es am Freitagabend auch ordentlich krachen.

Rund 700 geladene Gäste aus der Branche und Gesellschaft feierten von 21 Uhr bis in die Nacht hinein. Gesichtet wurde eine interessante Bandbreite der Prominenten: Von "Tagesschau"-Sprecher Jens Riewa über Friedrich von Thun und Veronica Ferres bis zu Kostja Ullmann, der wiederum wegen seiner Freundin Janin Reinhardt vor Ort war. Sie führte charmant aber weitgehend eindrucksfrei durch den Abend und versammelte um kurz vor Mitternacht auch die große Prominenz auf der Bühne, auf der zuvor schon Sängerin Katy Perry ein kleines Konzert gab und dabei Schauspieler Christian Kahrmann anflirtete.
 

 
Zum Start von Sky standen dann Sky-Moderator Sebastian Hellmann, Franz Beckenbauer, Sky-Chef Williams (Foto), BLM-Chef Prof. Dr. Ring und Janin Reinhardt mit einem weiteren Stargast des Abends auf der Bühne: Samuel L. Jackson wurde eingeflogen. Doch ob das nötig gewesen wäre? Für die Bilder und die Presse sicherlich eindrucksvoll - doch sein Auftritt währte nicht länger als drei Minuten. Davor bzw. danach vergnügte sich Jackson wie manch anderer geladener A-Promi in einer gesonderten Lounge.
 
Premiere-Chef Mark WilliamsEr wie auch Franz Beckenbauer wurden von Janine Reinhardt kurz interviewt, wobei die Antworten dann offenbar aber nicht so kurz ausfielen wie geplant, denn der symbolische Start von Sky wurde mit etwas Verspätung erst drei Minuten nach Mitternacht gefeiert. Die Protagonisten, allesamt mit Fernbedienungen in der Hand, starteten Sky dann nach einem Countdown symbolisch mit einem gemeinsamen Tastendruck. Ein Trailer zum Start, den Sky auch auf seiner Website präsentiert, folgte.
 
Gesprächsthemen des Abends waren neben dem Sky-Start selbst u.a. die nicht ganz pannenfreie Umstellung der Quotenmessung und die jüngste personelle Umstrukturierung bei Constantin Medien. Aber auch die Location selbst wurde mehrfach Gesprächsthema: Die Schrannenhalle war noch vor wenigen Jahren ein Prestigeprojekt - der Wiederaufbau einer Markthalle aus dem 19. Jahrhundert am bekannten Viktualienmarkt. Doch das Vorhaben war kein wirtschaftlicher Erfolg und endete in der Pleite. Ideal für Sky, die die leerstehende Halle für den Launch-Event stimmungsvoll in Szene setzten. Mancher scherzte: Einmal mehr nutzte Sky-Eigentümer News Corporation eine (Fast-)Pleite für sich aus.

Während in München bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde, ging um Punkt Mitternacht auch das Programm von Sky an den Start - und schon einige Minuten vorher auch die neue Website des PayTV-Angebots. Dort kam es dann zu einer Panne. In Anlehnung an den neuen Claim von Sky könnte man sagen: Es gab etwas ganz Besonderes zu sehen - ein offenbar nur für den internen Gebrauch gedachtes Motivationsvideo für Mitarbeiter aus dem Abo-Vertrieb. Zu sehen ist ein Ausschnitt aus dem Spielfilm "An jedem verdammten Sonntag", in dem Al Pacino als Trainer seine  Football-Mannschaft auf das bevorstehende Spiel eingeschwört. Das Ganze wurde humorig neu vertont und auf Sky angepasst. Die teils martialische Message: Verkauft Sky-Abos.
 
Sky Motivationsvideo
Szenen aus dem Motivationsvideo für Sky-Verkäufer
 
 
Eine Kostprobe: "Wir kämpfen hier um jedes Abo. Für ein paar Abos zerreissen wir uns selbst und jeden der dazu gehört in Stücke. Wir krallen uns mit den Fingern in die Erde für jedes Abo, weil wir wissen, wenn wir die Abonnenten zusammenzählen, die wir geholt haben, ergibt das am Ende den verdammt wichtigen Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren - mehr noch - zwischen Leben und Tod. Ich sag Euch eins, in jedem Kampf, gewinnt nur der, der für ein Abo sein Leben einsetzt. Ich weiß, dass noch Leben in mir ist, solange ich auch bereit bin für diese Abos zu kämpfen und zu sterben", heißt es in dem Video, das dann mit der mysteriösen Frage endet:  "Und nun, schaffen wir 161.000 neue Abonnenten?" Das Video ist inzwischen nicht mehr auf der Sky-Website verfügbar.

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