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Erstaunliche Erkenntnisse

IPTV-Quotenmessung: Große leiden, Kleine profitieren

 

Der IPTV-Zuschauer, das unbekannte Wesen – damit ist dank der Einführung der Audiomatching-Technik Schluss. Die gute Nachricht der AGF: Die Technik funktioniert. Die Schlechte für die Gesellschafter: Die Ergebnisse sind für die großen Sender nicht besonders schmeichelhaft.

von Uwe Mantel
30.11.2012 - 09:49 Uhr

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Am 1. August schloss die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung, die in Deutschland die Quotenmessung bei der GfK in Auftrag gibt, eine weitere Lücke im Mess-System. Bis dahin wurden IPTV-Nutzer bei der Quotenmessung überhaupt nicht erfasst – nicht zuletzt, weil das mit dem bisherigen Messverfahren nicht möglich war. Erst durch die Einführung von „Audiomatching“ (mehr Details dazu hier) konnte man dieses Problem beheben. Aus zwei Gründen wurde es also spannend: Würde die bislang in Deutschland nicht genutzte Technik funktionieren? Und: Wie würden die Ergebnisse aussehen?

Anlässlich des AGF-Forums zog man kürzlich seitens der AGF Bilanz – und kann zufrieden feststellen: Die Technik funktioniert weitestgehend, auch wenn die Zuordnung noch nicht in jedem Fall reibungslos klappt. Teils bis zu 10 Prozent des „abgehorchten“ Programms waren nicht einer bestimmten Sendung zuzuordnen. Das kann an technischen Problemen liegen, aber auch einfach an der Nutzung von VoD oder der zeitversetzten Nutzung nach mehr als drei Tagen, die in Deutschland nicht erfasst wird. Die Ergebnisse seien aber in jedem Fall plausibel. Doch das heißt nicht, dass die Ergebnisse den Gesellschaftern der AGF – also ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und Mediengruppe RTL Deutschland – auch gefallen müssen. Denn es zeigt sich: Fast alle großen Sender erreichen in den IPTV-Haushalten signifikant niedrigere Marktanteile als im Gesamtmarkt. (Alle Zahlen beziehen sich im Folgenden auf den Zeitraum August – Oktober, 14- bis 49-Jährige)

Im Grunde hatte man das erwartet, wenn auch vielleicht nicht ganz so heftig. Es liegt zum Teil daran, dass der durchschnittliche IPTV-Zuschauer jünger ist, häufiger in Großstädten lebt, einkommensstärker ist und dazu der Anteil an Männern deutlich höher ist als sonst. Außerdem ist der Anteil an Pay-TV-Abonnenten höher. Die Folge: Während beispielsweise RTL bei den 14- bis 49-Jährigen zwischen August und Oktober im Schnitt 15,2 Prozent Marktanteil erzielte, reichte es in den IPTV-Haushalten nur zu 10,4 Prozent. Bei Sat.1 waren es 6,8 statt 9,6 Prozent, das ZDF kam auf 5,6 statt 6,9 Prozent, Das Erste gar nur auf 5,2 statt 7,0 Prozent. Besonders stark leidet RTL II: Einem Marktanteil von 6,6 Prozent insgesamt stehen nur 3,0 Prozent in den IPTV-Haushalten gegenüber.

Nur ProSieben läuft in den IPTV-Haushalten ähnlich gut oder schlecht wie im Gesamtmarkt. 10,9 Prozent insgesamt stehen 10,5 Prozent in IPTV-Haushalten gegenüber. Erklären lässt sich das schnell: Mit seinen Sitcoms punktet ProSieben bei Jüngeren und Männern – also genau den Gruppen, die besonders häufig IPTV abonnieren. Jung und männlich – damit erklärt sich auch ein weiterer Gewinner unter den kleinen Sendern: DMAX kommt im IPTV-Bereich auf einen Marktanteil von 2,8 Prozent statt 1,3 Prozent bei allen Haushalten. Einzelne Sendungen fielen sogar mit über 30 Prozent Marktanteil in den IPTV-Haushalten auf.

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