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Media-Update vom 13. März

Algorithmen bei Zalando, Hamer will mehr Austausch

 

Daten statt People-Power: Zalando entlässt viele Mitarbeiter und will auf Algorithmen setzen. Außerdem: Media-Impact-Chef Hans Hamer sieht Mediaagenturen am Scheideweg, News zur dmexco und ProSiebenSat.1 stockt die Investitionen bei seinem Accelerator auf.

von Timo Niemeier
13.03.2018 - 13:59 Uhr

Zalando
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In der Marketingabteilung von Zalando schreien sie derzeit - aber womöglich nicht vor Glück. Der Online-Modehändler will an seinem Standort in Berlin bis zu 250 Werbe-Experte entlassen und stattdessen künftig stärker auf Algorithmen setzen. "Aufgaben wie das Versenden von Werbe-E-Mails, sollen zukünftig verstärkt von Algorithmen oder künstlicher Intelligenz gesteuert werden", sagte Geschäftsführer Rubin Ritter der "FAZ". Das Marketing müsse in Zukunft noch datenbasierter werden. "Dafür brauchen wir einen höheren Anteil an Entwicklern und Datenanalysten", so Ritter. Zalando beschäftigt hierzulande mehr als 6.000 Mitarbeiter.

Hans Hamer
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Media-Impact-Chef Hans Hamer hat den Kollegen von "werben & verkaufen" ein Interview gegeben und gesagt, dass sich Mediaagenturen überlegen müssen, welche Rolle sie künftig einnehmen wollen. "Sind sie eher Einkaufsoptimierer, die die optimalen Konditionen verhandeln? Oder sind sie Berater, die als Partner das werbungtreibende Unternehmen optimal beraten?" Er selbst würde gerne tiefer in den inhaltlichen Austausch mit den Agenturen gehen, sagt Hamer. "Wir würden mit Agenturen gern darüber reden, wie wir über große Reichweitenmedien entsprechende Kampagnen inszenieren können, wo sich Spezialtitel eignen und welche Möglichkeiten wir über Lead­ oder Adressgenerierung haben." Das wichtigste Thema ist laut Hamer 2018 Brand Safety. "Das wird uns auch in Gesprächen mit Kunden immer wieder gespiegelt. Die werbungtreibende Wirtschaft möchte ihre Marken in einem sicheren Umfeld verortet wissen."


ProSiebenSat.1 Accelerator
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Der ProSiebenSat.1 Accelerator stockt seine Investitionshöhe auf und bietet Start-Ups ab sofort auch die Möglichkeit, in den Bereichen Online-Video und Digital out of Home (DooH) zu werben. Zusätzlich zu den bestehenden 750.000 Euro in TV-Werbung wird das Budget um insgesamt 250.000 Euro auf dann eine Million Euro aufgestockt. Start-Ups können für 150.000 Euro in Online-Videowerbung investieren und 100.000 Euro in DooH. ProSiebenSat.1 bekommt Unternehmensanteile von den Start-Ups, die sich auf den Deal einlassen. Wie viel der Konzern übernimmt, steht aber nicht zu Beginn des Investments fest. Um keine starre Unternehmensbewertung vornehmen zu müssen, werde das Investment in Form eines flexiblen Wandeldarlehens gewährt, so ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. Das werde dann erst bei der nächsten Finanzierungsrunde in Equity gewandelt. Als erstes Start-Up hat sich acáo, ein Hersteller für Bio-Erfrischungsgetränke und Functional Food aus Wiesbaden, das aufgestockte Media-Budget gesichert. Und noch eine Meldung von ProSiebenSat.1: Der Youtuber Julien Bam gründet in Köln eine eigene Tanzschule, bei der sich Studio71 als Partner für die Vermarktung sowie die Kommunikation kümmert. Gemeinsam will man nun auf die Suche nach Sponsoren gehen, die in der Tanzschule mit ihren Marken auftreten wollen. Perspektivisch sind auch Produkte rund um die "Bamschool" geplant.

Mediacom
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Die Group-M-Tochter Mediacom hat 2017 in Deutschland mehr Geschäftsvolumen als alle andere Mediaagenturen gewinnen können. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Pariser Mediaforschungsinstituts Comvergence. Das Neugeschäft betrug demnach 731 Millionen US-Dollar. Hinter der Mediacom folgen Mindshare, Initiative, Carat und Zenith. In die Auswertung eingeflossen sind Neugeschäfte, Etatverluste und Etatverteidigungen. Bei Mediacom ist der Hohe Wert vor allem auf viele große Etatverteidigungen zurückzuführen, etwa bei Coca Cola und Procter & Gamble. Geht man nur nach dem Neugeschäft kommt die Mediaagentur nur noch auf 62 Millionen Dollar - hier liegt Mindshare mit 210 Millionen Euro in Front.

dmexco
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Zuletzt hat die Digitalfachmesse dmexco durch die Trennung von den Messe-Machern Christian Muche und Frank Schneider überwiegend für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Nun kommunizieren die Organisatoren auch wieder inhaltlich und haben einen Ausblick auf die diesjährige Messe gegeben. So sollen die Ticketpreise der Dmexco, die in diesem Jahr zwischen dem 12. und 13. September stattfindet, stabil bei 99 Euro bleiben. Erwartet werden erneut mehr als 1.000 Aussteller, große Unternehmen wie Facebook, Adobe, IP und Goldbach haben bereits ihr Kommen zugesagt. "Der Anteil internationaler Unternehmen liegt aktuell sogar höher als im Vorjahr", sagt Philipp Hilbig, Director Expo & Operations der dmexco. Im Konferenz-Teil will die dmexco weiterhin einen globalen Fokus legen, wie die Macher erklären. Alle Bühnen sollen 2018 an ihren bisherigen Standorten zu finden sein, die Zahl der Start-Ups wird steigen - angepeilt werden 200 statt wie bisher 150 junge Unternehmen. Ein Motto für die diesjährige dmexco gibt es unterdessen noch nicht, dieses soll erst im April bekanntgegeben werden. "In Gesprächen mit mehr als 50 Ausstellern haben wir Verbesserungsmöglichkeiten für die dmexco identifiziert, die wir 2018 umsetzen werden, um die Qualität und Relevanz der Kontakte zwischen Ausstellern und Besuchern weiter zu verbessern", so Dominik Matyka, Chief Advisor der dmexco.

Mondelez International
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Die Milka-Mutter Mondelez sucht derzeit nach neuen Agenturen für ihr internationales Media-Budget, das bei rund einer Milliarde US-Dollar liegen soll. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet der Konzern hierzulande mit den beiden Media-Networks Carat (Dentsu Aegis Holding) und Spark Foundry zusammen, beide sollen auch jetzt, ebenso wie die Omnicom, wieder im Rennen sein. Für die Region Nordamerika hat sich Mondelez bereits für die Publicis-Tochter Spark Foundry sowie VaynerMedia entschieden.

Personalien

Alexandra Ebert-Wudi
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Alexandra Ebert-Wudi ist neuer Head of Human Resources & Marketing bei Mindshare. Diesen Job macht sie bereits seit Anfang des Jahres, die Mediaagentur hat die Personalie aber erst jetzt kommuniziert. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf dem Ausbau der HR-Unit mit einem starken Fokus auf Talent Management sowie der weiteren Schärfung der Agenturpositionierung, dem Employer Branding und der internen und externen Unternehmenskommunikation von Mindshare. "Unsere Branche befindet sich in einem dynamischen Umbruch und das wird sich absehbar nicht ändern. Durch die kontinuierlichen technischen Verbesserungen und Veränderungen verändern sich natürlich auch Marketing, Kommunikation und Media fortwährend. Dafür brauchen wir eine völlig neue Herangehensweise im Personal Management, um unsere Mitarbeiter zu gewinnen, kontinuierlich zu entwickeln und auszubilden. Es ist uns ein sehr wichtiges Anliegen, unsere Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen", sagt Katja Anette Brandt, DACH CEO von Mindshare. "Alexandra Ebert-Wudi bringt langjährige, umfassende Erfahrung aus dem Bereich Marketing auf Kundenseite, aus einer Media Agentur und aus dem HR-Bereich mit. Sie ist somit für uns die ideale Kandidatin, diesen so wichtigen Bereich bei Mindshare zu führen. Wir sind damit bestens aufgestellt, die Transformation auch aus dem Bereich Human Resources heraus professionell mit zu steuern und zu begleiten."

Bärbel Wernekke
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Bärbel Wernekke wird zum 1. Mai Geschäftsführerin bei Vizeum Deutschland, die Gesamtverantwortung trägt auch weiterhin Karin Libowitzky, die als CEO fungiert. Wernekke komplettiert damit das künftig vierköpfige Führungsteam des Unternehmens in Deutschland. Wernekke begann ihre Karriere bei Carat Hamburg/München und Mediaplus. Später war die stellvertretende Chief Sales Officer bei G+J e|MS. Zuletzt war sie innerhalb der Customer Sucess Group bei Salesforce.com für Unternehmen beratend als Business Architect tätig. "Ich freue mich ganz besonders, dass wir Bärbel Wernekke für Vizeum gewinnen konnten. Sie ist für mich neben all ihren unzähligen fachlichen Qualitäten und ihrem großen Erfahrungsspektrum vor allem eines, ein Vorbild was Teamführung, Werte und Zusammenarbeit betrifft. Organisches Wachstum und Erfolg werden maßgeblich durch nachhaltigen Kulturwandel beeinflusst und dabei ist eine wertebasierte Zusammenarbeit im Verhältnis zu unseren Kunden sowie gleichermaßen bei uns intern, essentiell. Genau das bringt Bärbel Wernekke mit: Erfahrung, das perfekte Mindset und eine Haltung, für die das gesamte Führungsteam steht", sagt Karin Libowitzky.

Vice Media
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Gerade hat Vice angekündigt, die Standorte in der DACH-Region unter der Leitung von Stefan Häckel zusammenzuführen. Nun baut das Unternehmen das Management in Wien aus: So rücken Beate Prisching und Dian Warsosumarto in die Geschäftsleitung auf, wo auch weiterhin Konstantin Jakabb und Bernhard Schmidt sitzen.

Was noch zu sagen wäre…

"Die Mediaagenturen stehen aktuell am Scheideweg."

Media-Impact-Chef Hans Hamer im Interview mit "werben & verkaufen"

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