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Media-Update vom 11. September

OWM mit drei Forderungen, neue Partner für Datenallianzen

 

Pünktlich zur dmexco hat die OWM drei Forderungen für eine bessere digitale Werbung aufgestellt. Außerdem: Die Login-Allianzen netID und Verimi bekommen Zuwachs, SevenVentures erhält eine Doppelspitze und die DEVK wirbt bei der "Höhle der Löwen".

von Timo Niemeier
11.09.2018 - 11:50 Uhr

Joachim Schütz
© OWM/Hoffotografen

Bei der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) weiß man ganz genau, wie man in der Branche für Schlagzeilen sorgt. Kurz vor den Screenforce Days im Juni veröffentlichte man einen eindringlichen Appell an die TV-Vermarkter. Nun, zur dmexco, legt man beim Thema digitale Werbung den Finger in die Wunde. Die Organisation stellt drei Forderungen auf, zum einen wäre da mehr Verantwortungsbewusstsein und mehr Weitblick mit dem Nutzer im Mittelpunkt. Außerdem fordert man "verlässlichen Datenschutz mit Augenmaß" und mahnt eine "professionellere Erfolgsmessung" im Digitalmarketing an. "Transparenz und fairer Wettbewerb sind wesentliche Voraussetzungen für ein gesundes digitales Ökosystem. Doch in der digitalen Wertschöpfungskette existiert immer noch eine Vielzahl an Systemkrankheiten. Wir brauchen eine deutlich stärkere Konzentration auf Nutzerinteressen, mehr Verantwortung der Marktpartner für ihr Angebot, klare Definitionen als Basis für akzeptierte Marktstandards, unabhängige Zertifizierungen sowie einen fairen Wettbewerb", sagt OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz (Foto). "Die Menschen und das Respektieren ihrer Interessen sind der Schlüssel zum Erfolg für alle Marktpartner und müssen endlich wieder in den Mittelpunkt digitaler Kommunikation gerückt werden. Nur so wird gesundes Marktwachstum möglich." Alle Marktakteure müssten mehr Verantwortung für ihre Angebote übernehmen und mit allen Mitteln gegen Ad Fraud vorgehen, auf Seiten mit User-generated-Content sei sicherzustellen, dass diese frei von Fake News sind.

Tina Beuchler
© Nestlé
OWM-Vorsitzende Tina Beuchler (Foto) richtet sich in einem Appell an die Politik. Man benötige dringend einen "ausgewogenen Datenschutz, der die Interessen von Verbrauchern und Wirtschaft gleichermaßen berücksichtigt." Der aktuelle Entwurf zur ePrivacy-Verordnung belaste die europäische Digitalwirtschaft "über alle Maßen" und mache sie zum Verlierer im globalen Wettbewerb. "Es ist höchste Zeit, dass die Politik das Ruder herumreißt." Zum kritisierten Punkt der Erfolgsmessung sagt Beuchler: "Neutrale, lückenlose Nachweise und überprüfbare Qualität sind wesentliche Grundlage kosteneffizienter Marketingsteuerung und eine klare Bringschuld der Marktpartner." Für eine systematische Qualitätsprüfung bei Mediaplanung und -einkauf fehle es an standardisierten Kriterien zur Überprüfung von Datensätzen. Die Wirksamkeit ihrer Zielgruppenerreichung sei für Werbungtreibende daher kaum prüfbar und schwer nachweisbar.

netID
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Die von der Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1 und United Internet (gmx.de, web.de) gegründete Log-In-Allianz netID hat pünktlich zur dmexco viele neue Partner bekanntgegeben. Aus dem Bereich E-Commerce schließen sich, nach den bereits bekannten Partnern Otto Group, Zalando und dem österreichischen Handelsverband AT, jetzt auch die Handelsmarken C&A, Conrad Elektronik und Douglas an. Zudem setzen Scout24 mit seinen Plattformen ImmobilienScout24 und AutoScout24 sowie der Paketdienstleister DPD auf netID. Auch aus dem Medienbereich kann die Initiative auf viele prominente Unternehmen verweisen, künftig werden die "Süddeutsche Zeitung", der Spiegel Verlag, Gruner + Jahr und Ippen Digital auf den Log-In-Standard setzen. Auch RTL Radio sowie RTL II gehören zu den teilnehmenden Medienunternehmen. Hinzu kommen mit Ströer Digital und iq digital zwei Vermarkter. Und auch die GroupM unterstützt netID.

Verimi
© Verimi
Gespräche mit weiteren möglichen Partnern laufen derzeit noch. Die technische Integration sei bei den ersten Partnern bereits abgeschlossen. Nun folgen noch ein paar weitere interne Tests, Startschuss für den neuen Log-In-Standard ist Mitte Oktober. Dann wird es den Usern möglich sein, sich mit einer einzigen Kombination aus Benutzername und Passwort bei verschiedenen Internet-Diensten einzuloggen. "Wir freuen uns sehr über das große Interesse im Markt. Unsere Partner und Unterstützer kommen aus den relevanten Segmenten des digitalen Business. So haben wir bereits jetzt vier der Top-5-Vermarkter, vier der Top-5-Publisher, die Top 10 der deutschen Video-Angebote und die größten inländischen E-Commerce-Anbieter für Fashion und Hardware an Bord. Wir sind mit zahlreichen weiteren Anbietern in Gesprächen. Mit dem übergreifenden, neutralen Log-in-Standard netID schaffen wir die Basis für eine Zusammenarbeit der europäischen Internet-Industrie", sagt Sven Bornemann, Vorstandsvorsitzender der European netIDFoundation. Ippen Digital, zu dem Portale wie merkur.de, tz.de, fr.de und hna.de gehören, wird die European netID Foundation zudem bei der Weiterentwicklung des offenen Standards unterstützen. "Wir tragen mit netID dem europäischen Datenschutzempfinden besonders Rechnung", erklärt Jan Ippen, Gründer von Ippen Digital. "Die Möglichkeit, sich überall einheitlich mit einem vertrauenswürdigen Login anzumelden, ist ein Komfortmerkmal, das wir den Nutzern aller unserer Portale zur Verfügung stellen möchten." Der Beitrag von Ippen zur Foundation sei ein "starkes Signal für die Branche", ergänzt Bornemann. "Durch das umfangreiche Medien-Portfolio werden wir einen wichtigen Schritt bei der Verbreitung unserer SSO-Lösung vorankommen, um den Internet-Nutzern eine Alternative zum Log-in mit Facebook oder Google zu bieten." Auch die Login-Allianz Verimi hat derweil zwei neue Gesellschafter angekündigt: Deutsche Bahn und Volkswagen Financial Services schließen sich dem Projekt an. Als große deutsche Medienunternehmen sind hier nur Axel Springer und Deutsche Telekom beteiligt. Hinzu kommen Firmen wie Allianz, Lufthansa, Daimler und Deutsche Bank.

SpotXchange
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Die RTL-Group-Tochter SpotX, eine globale Plattform für Videowerbung und -Monetarisierung, und Yospace, einer der weltweit führenden Anbieter von Server Side Ad Insertion (SSAI)-Technologie für OTT, haben eine gemeinsame Lösung für adressierbare Werbung in linearen OTT-Formaten angekündigt. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, Werbespots in Echtzeit in das laufende OTT-Programm einzubinden. Das maximiere CPM-Raten mit bestmöglicher Fill-Rate, so die Unternehmen. Per Spotaustausch seien die Zuschauer individuell adressierbar. Die Einbindung der Spots durch Yospace erfolgt serverseitig, für OTT-Anbieter habe das den Vorteil, dass nur ein einziger Streaming-Workflow auf die Inhalte über das gesamte Ökosystem hinweg angewendet werden muss. Tim Sewell, CEO von Yospace, sagt: "Unsere Partnerschaft mit SpotX ist eine zuverlässige und skalierbare Lösung zur Werbeausspielung, wie sie von großen OTT TV-Anbietern gefordert wird und die eine individualisierte Zuschaueransprache ermöglicht. Derartige Entwicklungen sind für Videocontent-Anbieter und Werbetreibende und ihre Digitalstrategien von enormer Bedeutung, um Werbeerlöse trotz wachsender Streaming-First-Mentalität von VOD-Angeboten weiterhin sicherzustellen."

Die Höhle der Löwen 2018
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DEVK Versicherungen wird in diesem Jahr erneut im Umfeld der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" werben. Im vergangenen Jahr hat die Agentur pilot einen Framesplit realisiert und auch in diesem Jahr ist eine Sonderwerbeform geplant. In zwölf Ausgaben der Show ist die DEVK mit einem Werbetrenner-Move zu sehen. Die Spots sind in der Studiooptik der Sendung produziert und Moderator Amiaz Habtu tritt dort ebenfalls auf. Werbeblock, Werbetrenner und die Sendung selbst sollen so optimal miteinander verbunden werden. "Indem wir beide Marken verbinden, nutzen wir Synergien und können noch deutlicher zeigen, wofür die Marke DEVK steht und was uns sowie unsere Mitarbeiter antreibt", sagt Sebastian Greiner, Leiter der Unternehmenskommunikation der DEVK. Gleichzeitig startet die DEVK eine Mitmachaktion. Wer dem Aufruf folgt, kann seine Alltagsprobleme über eine Vox-Seite einreichen. Wem am Ende geholfen wird, entscheidet eine Jury.

Personalien

Jens Pippig
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Jens Pippig ist seit dem 1. September neuer Geschäftsführer von SevenVentures, dem Investmentarm der ProSiebenSat.1-Gruppe. Er wird den Bereich künftig gemeinsam mit Florian Pauthner führen. Pippig ist Gründer des ProSiebenSat.1 Accelerator, dessen Geschäftsführer er bleibt - hier kommt Fabian Heuschele als Co-Chef mit an Bord. Davor leitete Pippig die Strategie-Abteilung des Medienkonzerns. Vor seiner Zeit bei ProSiebenSat.1 arbeitete er unter anderem bei McKinsey & Company in Berlin. In seiner neuen Funktion verantwortet er auch die Marke 7Life, deren Fokus auf Investments in junge Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit und Ernährung liegt. Sabine Eckhardt, Vorstand Sales & Marketing der ProSiebenSat.1 Media SE, sagt: "Ich freue mich sehr, dass wir Jens Pippig für SevenVentures gewinnen konnten. Seine profunde Kenntnis im Start-up-Business werden unserem Investment-Arm neue Impulse geben. Mit Florian Pauthner, der das Unternehmen über die letzten Jahre erfolgreich geführt hat, ist unsere Doppelspitze nunmehr wieder komplett."

Was noch zu sagen wäre…

"Von den Unternehmen auch noch zu verlangen, sie sollten die Demokratien retten, ist völlig überzogen."
OMG-Chef Klaus-Peter Schulz legt in der aktuellen Diskussion über die gesellschaftliche Verantwortung von Mediaagenturen und Werbungtreibenden im "Horizont" nach.

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