© Eyeworks
Im Vorfeld der MIPCOM

Eyeworks und Banijay streiten übers Turmspringen

 

Eyeworks bringt das Format "Celebrity Splash", bei dem Prominente im Turmspringen antreten, bald auch in die USA. Bei Brainpool und Banijay International ist man not amused und sieht zu starke Anleihen beim "TV Total Turmspringen"

von Uwe Mantel
07.10.2012 - 16:00 Uhr

Wirklich völlig neue TV-Ideen sind selten, häufig werden längst bekannte Elemente neu arrangiert. Streitereien zwischen den Rechteinhabern an den Formaten sind angesichts dessen quasi vorprogrammiert. Und so verwundert es auch nicht, dass es schon im Vorfeld der MIPCOM, auf der Produzenten ihre Formate auf dem internationalen Markt anbieten, zu Rangeleien kommt - so wie in diesem Jahr zwischen Banijay bzw. Brainpool und Eyeworks.

Stein des Anstoßes ist das neue Eyeworks-Format "Celebrity Splash", das vor wenigen Wochen in den Niederlanden als "Sterren Springen" anlief und dort hervorragende Marktanteile von über 25 Prozent erzielt - und nun dazu ansetzt, seine Reise um die Welt anzutreten. Eyeworks hat dabei im Vorfeld der MIPCOM einen ganz dicken Fisch an Land gezogen: ABC wird "Celebrity Splash" nach Amerika bringen, wie Eyeworks nun ankündigte. Zudem gebe es auch schon Abnehmer in Großbritannien, Frankreich und Australien, weitere Abnehmer hofft man nun in Cannes zu finden.

Das Konzept in einem Satz: Prominente Kandidaten treten im Turmspringen gegeneinander an. Nicht nur bei Brainpool und deren Mutterkonzern Banijay werden da Erinnerungen ans "TV Total Turmspringen" wach, das seit 2004 fast jährlich ausgetragen wird und zu den erfolgreichsten der zahlreichen Raab-Sportevents gehört. Im vergangenen Jahr lag der Marktanteil in der Zielgruppe bei knapp 20 Prozent. Dementsprechend zeigt man sich bei Banijay auch not amused über die Show und erst recht den internationalen Vermarktungserfolg. Man habe Copyright-Experten beauftragt, um klären zu lassen, ob sich Eyeworks für "Celebrity Splash" zu sehr beim "TV Total Turmspringen" bedient habe und behalte sich vor, weitere rechtliche Schritte einzuleiten, heißt es von Banijay.

Bei Eyeworks wies man die Anschuldigungen umgehend zurück. Man sei zwar nicht überrascht, dass Banijay das Format grundsätzlich beobachte, wohl aber, dass man mit derartigen Anschuldigungen an die Öffentlichkeit gehe. "Celebrity Splash" sei jedenfalls über Jahre hinweg inhouse von Eyeworks entwickelt worden. Tatsächlich gibt es klare Unterschiede zwischen den Formaten: Anders als das "TV total Turmspringen" ist "Celebrity Splash" nicht als Einzel-Event angelegt, stattdessen treten die prominenten Kandidaten über mehrere Wochen in einem Wettbewerb gegeneinander an. Von Woche zu Woche steigert sich dabei der Schwierigkeitsgrad, nach und nach scheiden die Promis aus. Eyeworks kombiniert die Turmspringen-Idee also letztlich mit dem aus Formaten wie "Let's dance" bekannten Modus.

Mit einer gewissen Süffisanz verweist man bei Eyeworks zudem darauf, dass das Format international nicht nur als innovativ wahrgenommen werde, sondern man zudem schon jetzt deutlich mehr Abnehmer und Interesse gefunden hätte, als es Banijay mit dem "TV Total Turmspringen" je gelungen sei. Das ist kaum von der Hand zu weisen. Die Inspiration durch das von Stefan Raab erdachte Event allerdings auch kaum.

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