Logo: SevenOne IntermediaMit "Check it out" startet die ProSiebenSat.1-Gruppe im Internet ein weiteres fiktionales Angebot, das sich crossmedial über alle verfügbaren Verbreitungsplattformen erstrecken soll. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei das Internet: Bei "Check it out" handelt es sich um eine Mini-Comedy-Serie, bei der auf der Internetseite www.checkitout.prosieben.de eine Woche lang täglich neue rund dreiminütige Episoden veröffentlicht werden.

Dabei kann der Nutzer entscheiden, welchen der Fortgang der Geschichte er gerne sehen möchte. So stellt jede Folge den Zuschauer vor zwei Auswahlmöglichkeiten über den weiteren Handlungsverlauf, aus denen die gewünschte Folge ausgewählt werden kann. Wer will, kann sich jedoch auch je beide Varianten anschauen.
 

 
Dem entsprechend hat die Produktionsfirma Checkpoint insgesamt 27 Folgen der Mini-Serie unter anderem mit Martin Semmelrogge und Dominic Raacke hergestellt. Die Logik folgt in etwa der eines Computerspiels, bei dem die Entscheidung eines Spielers den weiteren Handlungsverlauf bestimmt und sich stets neue Alternativen des Handlungsverlaufs ergben. Wie beim Spiel gilt auch bei "Check it out": Wer sich für die richtigen Alternativen entscheidet, wird mit einem Happy-End belohnt. Der Serienstart im Internet ist am 1. September.
 
Inhaltlich geht es bei "Check it out" um zwei Nachwuchsmusiker, die dringend Geld benötigen, um das Equipment für einen wichtigen Auftritt zu bezahlen. Die erste Folge stellt die Figuren und den Zuschauer vor die Frage: "Vater anpumpen" oder "ein Ding drehen"?
 
Bereits vor dem Start der Serie im Internet können Interessierte im Blog zum Thema ab dem 9. August auf der Grundlage der ersten Folge Ideen für den Fortgang der Geschichte einbringen - Auswirkungen hat dies allerdings nicht, denn die Filme liegen bereits fertig produziert vor. Bereits ab dem 29. August bringt ProSiebenSat.1 eine DVD mit einer 120-minütigen Langfassung von "Check it out" in den Handel.

Auch hier kann sich der Zuschauer die komplette Handlung aus den verfügbaren Einzelteilen zusammenstellen. Ebenfalls am 1. September startet zudem die Auswertung über die Video-on-Demand-Plattform Maxdome mit einer 85-minütigen "Director's Version". Auch auf den ProSiebenSat.1-Webangeboten Myvideo.de und Lokalisten.de wird "Check it out" verfügbar sein. Bedient werden auch die Kanäle Video-Podcast und Handy.

Mit dem neuen Format, das konzeptionell von der ProSiebenSat.1-Tochter Seven Senses erarbeitet und von der SevenOne Intermedia multimedial umgesetzt wurde, will die Fernsehgruppe weitere Erfahrungen mit neuen Erzählformen im Internet und den digitalen Verbreitungswegen sammeln. Wichtig sei hier, dass es sich um einen Inhalt handelt, der zeitgleich auf allen Kanälen, die einen interaktiven, in diesem Falle selbstbestimmten, Zugriff auf die Inhalte, ermöglichen, heißt es seitens der Seven Senses. Eine Ausstrahlung im Fernsehen ist für Ende September beim Bezahl-Sender Sat.1 Comedy geplant.

Der Schritt, sich mit "Check it out" an neue Erzählstrukturen heranzuwagen, die den digitalen Medienplattformen gerecht werden, geht sicher in die richtige Richtung. Von interaktiv in Zusammenarbeit mit dem Publikum erstellten Inhalten ist das Format jedoch weit entfernt. Doch das dürfte hier auch nicht das Ziel sein.
 
In Deutschland ist die Anzahl der Web-affinen fiktionalen Inhalte, die von klassischen Fernsehmachern verbreitet werden, derzeit eher als klein zu bezeichnen. Lediglich das ZDF hat mit sogenannten Webisodes, mit denen die Serie "Ihr Auftrag, Pater Castell" begleitet wurde, im Frühjahr erste Gehversuche gemacht. Die Inhalte jedoch, bei denen es sich kaum um mehr als einen gespielten Witz handelte, ließen jedoch noch zu wünschen übrig.

Weiter ist man hier bereits - wie so oft - in den USA. Dort erfuhren Fans der Serie "Lost" zum Beispiel in kleinen für das Handy produzierten sogenannten Mobisodes wissenswerte Hintergründe über Figuren und Handlung der Mystery-Serie. Die Mobisodes bezogen sich zwar auf die Ereignisse der Serie, waren von ihnen allerdings losgelöst, so dass sie für das Verständnis des Fortgangs der Handlung nicht zwingend nötig waren.