Foto: WebnewsBei ProSiebenSat.1 befindet man sich weiter im Web 2.0-Fieber und hat nun die Mehrheit an der Social News-Community Webnews.de übernommen. 67,6 Prozent hält der TV-Konzern nun an der Plattform, die restlichen Anteile hält Holtzbrinck Ventures, das auch schon in der Vergangenheit als Geldgeber an Bord war. ProSiebenSat.1 hat außerdem noch eine Option auf die restlichen Anteile. Angaben über den Kaufpreis gibt es nicht. Vom Kartellamt ist die Beteiligung bereits abgesegnet.

Webnews.de ist ein Nachahmer der amerikanischen Seite digg.com. "Wir sind überzeugt, dass wir mit Webnews den Erfolg des US-Portals in Deutschland und Europa wiederholen können", so Dr. Marcus Englert, Vorstand New Media und Diversifikation bei ProSiebenSat.1.

Bis dahin dürfte es aber noch ein weiter Weg sein.  Offizielle Besucherzahlen gibt Webnews.de zwar erst im November erstmals bekannt, nach eigenen Angaben hat die Seite inzwischen aber 170.000 registrierte Nutzer. Aktiv sein dürfte davon allerdings nur ein Bruchteil. Das Konzept der im November 2006 von Stefan Vosskötter (siehe Foto rechts) und Thorsten Lüttger gegründeten Seite besteht darin, dass jeder Nutzer spannende Artikel empfehlen kann und alle anderen Nutzer dann für interessante Links Punkte vergeben. Höher bepunktete Artikel werden als wichtiger eingestuft und prominenter auf der Seite platziert. Der populärste Artikel konnte gestern aber gerade mal 48 Punkte aufweisen. Zum Vergleich: Bei Digg.com kommt der populärste Link der vergangenen 24 Stunden auf fast 5.500 "Diggs".

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ProSiebenSat.1 hat mit Webnews.de dennoch Großes vor. "2009 wollen wir das Portal internationalisieren", kündigt Englert an. Ob das allerdings von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich erst noch zeigen. Neben zahlreichen weitere Konkurrenten mit fast identischem Konzept strebt auch US-Platzhirsch digg.com die Internationalisierung an und hat sich dafür gerade fast 29 Millionen Dollar frisches Kapital besorgt. Damit soll die Seite für andere Länder angepasst und in andere Sprachen übersetzt werden. Digg.com könnte damit auch den lokalen Konkurrenten weiter das Wasser abgraben: Nach eigenen Angaben kommt die Hälfte der Nutzer schon heute von außerhalb der USA.