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HD-Aufzeichnung bei P7S1 und RTL: Ja, aber....

 

Eigentlich haben RTL und ProSiebenSat.1 nach eigenem Bekunden nichts gegen eine private Aufzeichnung ihrer HD-Programme einzuwenden. Allerdings unter Bedingungen: Nur wer die entsprechenden Geräte verwendet, mit denen sich Werbung nicht ausblenden lässt, der kann die Sendungen auch aufnehmen.

von Jochen Voß
02.09.2009 - 17:36 Uhr

HD+Auch wenn die Branche erleichtert scheint, dass die großflächige Ausstrahlung der Fernsehprogramme im HDTV-Format offenbar kurz bevorsteht, so sorgen nach wie vor nicht unbedeutende Detailfragen für Ärger. So zum Beispiel die Frage nach einer Verschlüsselung des Signals, die unter Umständen das Aufnehmen einzelner Fernsehprogramme für den Privatgebrauch unterbindet. Handelt es sich hierbei um ein Thema, das vor allem die Lizenzinhaber der gezeigten Programme beschäftigt, so haben auch die privaten Sender ein Interesse daran, nicht jede technische Nutzungsform zu ermöglichen.

So legen die ProSiebenSat.1 Media AG und die Mediengruppe RTL Deutschland großen Wert darauf, dass das automatische Ausblenden von Werbung - das sogenannte Ad-Skipping - bei den aufgezeichneten HDTV-Sendungen nicht angewendet werden kann. Der Grund: Den Sendern ist daran gelegen, dass die Werbung in den Programmen letztlich auch die Zuschauer erreicht und dies auch entsprechend gemessen werden kann.
 

 
"Wir wollen, dass die Nutzer Sendungen aufzeichnen können", sagte ProSiebenSat.1-Sprecherin Petra Fink. "Wir wollen aber auch, dass geschützte Inhalte nicht weiterverbreitet werden oder ein Ad-Skipping möglich ist", so Fink weiter. Seitens RTL heißt es hierzu: "Ziel der Mediengruppe RTL ist nicht, Aufzeichnungen zu verhindern. Entscheidend ist, die Umgehung der Werbung zu vermeiden, mit der wir unsere Inhalte finanzieren. Das werbefinanzierte Geschäftsmodell von Free-TV-Sendern soll auch bei zunehmender PVR-Verbreitung und -Nutzung vollumfänglich seine Anwendung finden. Kurz: Werbung soll auch bei zeitversetzter Nutzung messbar und damit vermarktbar bleiben".

Für Diskussionen sorgen dabei die verschiedenen verwendeten Standards in den Empfangsgeräten. So könne bei Verwendung von Geräten mit CI Plus-Standard die Unterbindung des Ad-Skippings nicht gewährleistet werden, was zur Folge habe, dass die Sender ihr Signal grundsätzlich für eine Aufzeichnung auf Geräten mit CI Plus-Standard sperren. Bei der Verwendung anderer Standards wäre die von den Sendern gewünschte Funktionalität möglich und somit auch die Aufzeichnung. Entscheidend für die Möglichkeit einer Aufzeichnung ist also die vom Zuschauer verwendete Technik.

"Wir setzen zum Erreichen dieser Ziele selbst keine technischen Standards, sondern unterstützen Lösungen, die sicherstellen, dass der umfassende Schutz unserer Signale und eine Werbenutzung auch bei zeitversetztem Konsum gewährleistet ist", so RTL. So unterstütze man den Industriestandard CI Plus für den Empfang der HD-Inhalte, empfehle dessen Einsatz jedoch nur in Verbindung mit TV-Geräten ohne Aufzeichnungsfunktion. "Aus unserer Sicht wäre eine Erweiterung des CI Plus Standards um die benötigten Funktionen daher wünschenswert", so RTL.

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