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Gratis-"Tagesschau"

Streit um kostenlose Apps: Mathias Döpfner legt nach

 

Die geplante kostenlose "Tagesschau"-Applikation für das iPhone sorgt weiter für Wirbel. Springer-Chef Mathias Döpfner sorgt sich um Arbeitsplätze und auch die Politik mischt sich nun ein.

von Alexander Krei
27.12.2009 - 10:18 Uhr

Mathias DöpfnerDie Planungen von ARD-aktuell, im Frühjahr kommenden Jahres mit einer kostenlosen Applikation der "Tagesschau" für Apples iPhone starten zu wollen, sorgt weiterhin für Kritik - nicht zuletzt der Springer-Verlag steht dem Start des Angebots weiterhin kritisch gegenüber.

"Wenn sich bezahlte Applikationen auf mobilen Geräten nicht durchsetzen, wird dies Tausende Arbeitsplätze in der Verlagsbranche kosten", warnte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner im Nachrichtenmagazin "Focus", das übrigens kurioserweise selbst eine kostenlose iPhone-Applikation anbietet.



Springer hatte kürzlich kostenpflichtige Apps der Zeitungen "Bild" und "Welt" gestartet. Sie stehen damit in direkter Konkurrenz zur Gratis-"Tagesschau" auf dem iPhone, die nun von zahlreichen Seiten kritisiert wird - auch von RTL. Die ARD greife "ungehemmt mit Gebührenmitteln in einen kommerziellen Wettbewerb ein“, sagte Tobias Schmid, Medienpolitik-Chef bei RTL, gegenüber "Focus".

tagesschauIn den Streit hat sich nun auch die Politik eingemischt. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten für das iPhone nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden", so Kulturstaatsminister Bernd Neumann im "Spiegel". In Zeiten, in denen private Medienhäuser zum Teil ums Überleben kämpften, müssten ARD und ZDF nicht alles machen, was wünschenswert wäre. "Das ist ein Stück weit auch unabhängig von der Frage, ob dies die entsprechenden Staatsverträge zulassen oder nicht, eine Frage der Vernunft und des Umgangs miteinander."

Es sei schon verwunderlich, so Neumann, dass die ARD "wenige Tage nach der Vorstellung dieses neuen Bezahlmodells durch die Verleger ankündigt, dieses gratis anzubieten". Auf diese Weise werde ein neuer Markt mit Gebührengeldern "auf problematische Art und Weise verzerrt".

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