ARDDie CDU lehnt es ab, das vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) vorgeschlagene schrittweise Fernsehwerbeverbot für ARD und ZDF durch eine höhere Rundfunkgebühr aufzufangen.

"Das kann man dem Gebührenzahler nicht zumuten", sagte der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Sender sollten erst einmal darlegen, "wie sie mit weniger Geld auskommen". Die Union unterstütze Becks Plan zur Reduzierung der TV-Werbung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, wolle aber auch die Radioprogramme einbeziehen, so Börnsen.



"Wir fordern schon lange den stufenweisen Abbau von TV- und Hörfunkwerbung und des Sponsorings in ARD und ZDF." Schon vor einigen Monaten hatte der Privatsender-Verband VPRT die Beschränkung oder Abschaffung von Werbung in den öffentlich-rechtlichen Radiosendern gefördert. Bernhard Hermann, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission, bezeichnet die Forderungen daraufhin als "abenteuerlichen Vorschlag zur Selbstabschaffung der Privatradios".

Ohne Werbung auch in den öffentlich-rechtlichen Sendern habe Radio-Werbung als ganzes "ganz sicher keine Zukunft". Die ARD erreiche mehr als die Hälfte der Hörer und Verbraucher mit Radiowerbung, ein Verbot würden dazu führen, dass der Hörfunk für die Werbewirtschaft ein zu kleiner und deshalb für nationale Werbung uninteressanter Markt werde, so Hermann im Dezember. Die ARD-Anstalten werden nach Berechnungen der Gebührenkommission KEF in diesem Jahr 193,7 Millionen Euro durch Hörfunkwerbung einnehmen. Das sind laut "Focus" 26,6 Millionen Euro mehr, als die ARD mit Fernsehspots erzielt.