ZDF LogoAuch wenn es im "Fernsehgarten" des ZDF immer wieder allerhand Produkte und Firmen zu sehen gibt - einen Schleichwerbeverdacht sah der Fernsehrat des Mainzer Senders in einer Kooperation mit einer Gartenhandelskette nicht bestätigt. Das berichtet die Zeitschrift "journalist" in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Kooperation der Sendung mit dem Gartencenter Kölle hatte in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt.

Der Hintergrund: Angelika Kölle, Chefin des Unternehmens, tritt in der Sendung als Expertin auf und gibt Gartentipps. In der Sendung vom 16. Mai stellte sie Stecksysteme für Hochbeete vor, die in ihren Gartencentern verkauft werden. In der laufenden Staffel sind im Rahmen der Kooperation fünf Auftritte von Angelika Kölle vorgesehen. Die Kooperation sei im Vorfeld mit der Clearingstelle des Senders abgestimmt, hieß es aus Mainz. Nun gab auch ein entsprechender Aussschuss des Fernsehrates grünes Licht für den Deal zwischen Kölle und dem ZDF. "Einen Zusammenhang zwischen Expertin und Produkt gibt es nicht. Darauf kommt es ja letztlich an", sagte Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Fernsehrates dem "journalist". Die Kooperation sei "rechtlich nicht zu beanstanden".
 

 

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In der Aussprache vor dem Ausschuss des Fernsehrates wurde laut Polenz auch gesagt, "dass weiter darauf geachtet werden soll, dass es keine Verbindung zwischen Frau Kölle als Expertin und möglichen Produkten in der Sendung gibt". Der "Fernsehgarten" des ZDF kooperiert mit mehreren Firmen, so auch zum Beispiel mit Modeherstellern. Auch nach Inkrafttreten der neuen Richtlinien für Product Placement sorgt die Kooperationspraxis des ZDF mancherorts für Stirnrunzeln. So gibt es verschiedene Auslegungen der Regeln.

So müssen Sendungen mit Produktionsbeistellungen, die ein Prozent des Produktionsbudgets und 1.000 Euro im Wert übersteigen, mit einem "P" gekennzeichnet werden. Wenig eindeutig ist aber die Ermittlung des Wertes der Beistellung. Gegenüber dem "journalist" sagte ZDF-Sprecher Walter Kehr, entscheidend sei nicht der Listenpreis, sondern der Sachwert ohne Mehrwertsteuer. Zudem handele das ZDF Rabatte aus.
 
Während das ZDF von der Möglichkeit zur Produktionsbeistellung rege Gebrauch macht, verzichtet ein Großteil der ARD-Anstalten bei aufwändigen Produktionen darauf. Eine Umfrage des "journalist" hat ergeben, dass seit der neuen Richtlinie vor allem bei der Herstellung von Fernsehfilmen auf die Beistellung teurer Requisiten wie zum Beispiel Autos, weitgehend verzichtet würde. Lediglich im Bereich der Gewinnspielpreise spielen Beistellungen eine größere Rolle.