Alle großen TV Sender © DWDL/Photocase
"Zwangs-Inverlagnahme"

Melodien-Streit: Komponisten kritisieren TV-Sender

 

Ist der gängige Umgang der Sender mit den Musikrechten wettbewerbswidrig? Der Composers Club will genau diese Frage nun klären lassen. Der aktuelle Umgang mit Komponisten sei ein "unhaltbarer Zustand", klagt der Berufsverband.

von Alexander Krei
07.05.2011 - 15:10 Uhr

Was wären Fernsehsendungen ohne Titelmelodien? Doch um gene jene Melodien ist nun ein Streit entflammt. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, lässt der deutsche Composers Club (CC) derzeit prüfen, ob der gängige Umgang der Sender mit den Musikrechten wettbewerbswidrig ist.

CC-Präsident John Groves wirft den Sendern "Zwangs-Inverlagnahme" vor: Komponisten würden den Auftrag, Musik für eine Sendung zu schreiben, häufig nur unter der Bedingung erhalten, dass sie die Verlagsrechte komplett abgeben. "Das ist ein unhaltbarer Zustand", so Groves. "Ein Komponist will selbst wählen, wer seine Werke verlegt. Er muss doch seinen Katalog von Kompositionen zusammenhalten", sagte er dem "Spiegel".

In der Kritik des Berufsverbands der Auftragskomponisten stehen dabei auch die Öffentlich-Rechtlichen. Dem Composers Club zufolge sei ein großer Teil der TV-Musikrechte im Besitz von Musikverlagen, die den Sendern gehören, oder sendereigenen Produktionsfirmen. Bei der Bavaria Sonor, einer der größten Rechte-Inhaber und zugleich mittelbare Tochter mehrerer ARD-Anstalten, weist man die Vorwürfe zurück. "Es gibt keinen Zwang, Rechte an uns abzugeben. Dies ist nicht unsere Praxis", sagte Geschäftsführer Rolf Moser. Mit einem schnellen Ende des Streits ist nach den jüngsten CC-Planungen aber wohl kaum zu rechnen.

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