RTL-Zentrale © DWDL.de
PKK-Aktivisten hatten RTL-Zentrale gestürmt

Besetzte "Explosiv"-Redaktion von Polizei geräumt

 

Am späten Mittwochnachmittag hatten sich rund 30 PKK-Aktivisten Zugang zur Zentrale der Mediengruppe RTL Deutschland in Köln-Deutz verschafft. Sie verlangen eine Ausstrahlung ihrer Forderungen. Am Abend räumte die Polizei die besetzte Redaktion.

von Thomas Lückerath
28.09.2011 - 22:26 Uhr

Aufregung in Köln-Deutz: Am Mittwochabend besetzten Sympathisanten der kurdischen Arbeiterpartei PKK über Stunden die Redaktion des RTL-Magazins "Explosiv". Die rund 30 Personen forderten mit einem Sitzstreik die Ausstrahlung ihrer Forderung nach einer Freilassung von PKK-Gründer Abdullah Öcalan, wie ein RTL-Sprecher am frühen Abend gegenüber DWDL.de bestätigt. Sie hatten sich gegen etwa 16.30 Uhr gewaltlos Zugang zur Firmenzentrale der Mediengruppe RTL Deutschland verschafft.

 

In dem weitläufigen Gebäude, in dem alle Sender der Mediengruppe ihren Sitz haben, wurde ungeachtet des Vorfalls weitgehend regulär weiter gearbeitet, auch die abendliche Nachrichtensendung "RTL aktuell" mit Peter Kloeppel ging wie gewohnt über den Sender - ohne Hinweis auf den Vorfall. Auch RTL-Chefin Anke Schäferkordt blieb während des Vorfalls im Sender. Nur vereinzelt hatten Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe der besetzten Redaktion das Gebäude verlassen.

 

Die Polizei war bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Besetzung mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. Am Abend rückte auch eine Hundertschaft ein, um ggf. einzuschreiten. Der Vorfall dauerte dann noch bis in den späteren Abend an. Im Gespräch haben Senderverantwortliche immer wieder deutlich gemacht, das RTL den Forderungen der Besetzer nicht nachkommen würde. Nachdem mehreren Auforderungen der Polizei an die Gruppe, das Gebäude zu verlassen, nicht gefolgt wurde, hat die Polizei die Redaktion gegen 22 Uhr geräumt, wie ein Sprecher des Senders gegenüber DWDL.de bestätigte.

Auch Außenminister Guido Westerwelle hatte sich am Abend zu dem Vorfall geäußert und die Aktion verurteilt. Dieser Angriff auf die Meinungsfreiheit in Deutschland sei nicht akzeptabel. „Deutschland und EU stufen die PKK als terroristische Organisation ein und haben das auch der Türkei gegenüber immer wieder deutlich gemacht“, hieß es in seiner Erklärung.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen

Sie haben einen Text aus dem Archiv des Medienmagazins DWDL.de aufgerufen, das bis ins Jahr 2001 zurückreicht und mehrere Zehntausend Artikel umfasst.



Suchtipps

  • Geben Sie mehrere Suchwörter an, um Ihre Suche einzuschränken. Es werden nur Artikel ausgegeben, in denen alle angegebenen Worte vorkommen.
  • Starten Sie ihre Suche mit einem Anführungszeichen ("), werden nur Artikel ausgegeben, in denen die Worte in genau dieser Reihenfolge vorkommen.
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 5 + 9 =

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.