In wenigen Wochen werden die Verhandlungen im Poker um die Bundesliga-Rechte wieder beginnen und schon jetzt bringen sich die Sender in Stellung. "Wir haben großes Interesse, die Rechte zu halten, aber nicht um jeden Preis", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau". "Die DFL würde von unserer Berichterstattung profitieren, denn dadurch wäre gewährleistet, dass die Zuschauer die Höhepunkte zu einer zuschauerfreundlichen Zeit im Free-TV verfolgen können."
Die Bundesliga sei eine "Volksliga". Mit einer Berichterstattung im Internet, wie sie derzeit ebenfalls im Raum steht, wäre die Bedeutung der Bundesliga nach Ansicht von Balkausky gefährdet. "Trotzdem sind wir nicht bereit, Mondpreise zu zahlen, sondern richten unser Handeln an den Interessen der Gebührenzahler aus." Ob die "Sportschau" in ihrer jetzigen Form bleiben wird, wird sich zeigen - doch Sky-Chef Brian Sullivan schlug kürzlich unerwartet neue Töne im Poker an (Sports-Update vom 14. November). "Wir könnten mit einer 'Sportschau' um 18:30 Uhr leben", so Sullivan. "Ich glaube, dass unser Geschäft auch unabhängig davon weiter wachsen wird."
Unterdessen betonte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky in der "FR", dass Quoten-Zugpferde wie Fußball oder Wintersport nötig seien, um die Zuschauer an die ARD heranzuführen und kleineren Verbänden somit eine Plattform zu geben. "Vor allem die Fußball-Übertragungen erreichen ein heterogenes Publikum und helfen, dass sich gesellschaftliche Gruppen aufeinander zu bewegen." Außerdem wären manche Sportverbände nach Ansicht des von ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky ohne Lizenzeinnahmen durch Fernsehrechte von der Existenz bedroht.
Am Mittwoch muss sich Balkausky nun gemeinsam mit ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz dem Sportausschuss des Bundestags stellen. Den Vorwurf, die Öffentlich-Rechtlichen würden ihren Fokus zu sehr auf Fußball legen, will Balkausky jedoch nicht gelten lassen. "Über das gesamte Jahr betreffen nur ein Viertel unserer Sportinhalte den Fußball", betonte der ARD-Sportkoordinator. "Insgesamt berichtet allein das Erste im Laufe eines Jahres von etwa 50 Sportarten. Den größten Teil, etwa ein Drittel, nimmt der Wintersport ein, bis zum Frühjahr werden es 160 Stunden sein."
Auch die Kritik an den Box-Übertragungen, die auch innerhalb der ARD laut geworden ist, teilt Balkausky nicht. "Mit Boxübertragungen ist es möglich, gesellschaftliche Themen anzusprechen, sagte er der "Frankfurter Rundschau". Boxer wie Arthur Abraham, Marco Huck oder Karo Murat hätten einen Migrationshintergrund. "Sie zeigen, dass Sport einen Beitrag zur Integration leisten kann."
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