Anders als bei den vergangenen beiden Olympischen Sommerspielen werden ARD und ZDF in diesem Jahr auf eine Einbeziehung der Spartenkanäle wie ZDFneo, ZDFinfo, Einsfestival oder Eins Plus komplett verzichten. Stattdessen setzt man voll aufs Internet: In bis zu sechs Live-Streams werden die zahlreichen bei den Olympischen Spielen parallel stattfindenden Wettbewerbe parallel übertragen. Auch das ist dem Privatsenderverband VPRT aber ganz und gar nicht recht.

In einer Stellungnahme bezeichnet der VPRT das Vorhaben als "pure Provokation" der Rechtsaufsicht. So stelle sich die Frage nach einer Überschreitung der zulässigen Anzahl der TV-Programme, sofern die kommentierten Olympia-Streams bei linearer Ausstrahlung die Kriterien eines Rundfunkprogramms erfüllen. Dazu kommt, dass die Web-Channels keinen eigenen Drei-Stufen-Test durchlaufen hätten. In den verabschiedeten Telemedienkonzepte seien zwar allgemein Video-on-Demand-Angebote zu Sportereignissen genehmigt, einen Umfang von 900 Stunden könne man dadurch aber nicht ohne weiteres legitimieren. Auch an der angekündigten Bereitstellung von Highlight-Videos über 24 Stunden hinaus stößt sich der VPRT.

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"Die Pläne von ARD und ZDF zeigen erneut, mit welcher Maßlosigkeit die Anstalten ihren Sportinformations- und Telemedienauftrag  interpretieren. Als digitales Überlaufbecken fungieren jetzt nicht mehr wie in der Vergangenheit die Digitalkanäle. Stattdessen werden einfach neue Angebote bzw. Programme im Internet lanciert. Hier kann es nicht einfach heißen: 'London Calling'. Vielmehr ist das Vorhaben von ARD und ZDF eine pure Provokation der Rechtsaufsicht", so VPRT-Präsident Jürgen Doetz.

Und weiter: "Zumindest in einem Punkt hat die Ankündigung ein wenig Aufschluss gegeben, nämlich bei den Kosten. Nun ist für jeden nachvollziehbar, warum trotz der Reduzierung des Personalaufwandes von 700 auf 480 Mitarbeiter im Vergleich zu den letzten Olympischen Spielen diese 2012 trotzdem wieder mit je zehn Millionen Euro bei ARD und ZDF zu Buche schlagen: Die bei den Personalkosten  erzielten Einsparungen scheinen nunmehr in die Produktions- und Technikkosten für neue Angebote zu fließen."