Spekulationen gab es schon am Donnerstag, nun folgt die Bestätigung: Uwe Vorkötter hört als Chefredakteur der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" zum 1. Juli 2012 auf. Stattdessen wird er dem Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg als Berater zur Verfügung stehen. "Ich danke Uwe Vorkötter für seine kreative und engagierte Arbeit in den vergangenen sechs Jahren und freue mich, dass wir auch künftig auf seine Erfahrung und seine Kompetenz bauen können", sagte Alfred Neven DuMont, Aufsichtsratsvorsitzender und Verleger.

Vorkötter bedankte sich im Gegenzug für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen und die Bereitschaft, auch weitreichende Veränderungen zu unterstützen - gemeint ist etwa die Umstellung der "FR" ins Tabloid-Format oder die Gründung der nicht unumstrittenen DuMont-Redaktionsgemeinschaft in Berlin. In seiner neuen Rolle soll Vorkötter künftig insbesondere an der strategischen Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für digitale Produkte mitwirken, hieß es von Seiten des Verlags. Die Gesellschafter der "Berliner Zeitung" haben unterdessen Brigitte Fehrle zur alleinigen Chefredakteurin des Blattes berufen.

"Mit Frau Fehrle gewinnen wir eine außergewöhnlich erfahrene und kompetente Journalistin für die Spitzenposition unserer Hauptstadt-Zeitung", so der publizistische Beirat über Vorkötters Nachfolgerin. Fehler erklärte, die "Berliner Zeitung" müsse täglich den Anspruch haben, "die Zeitung zu sein, die die Stadt am besten versteht. Sie muss ihre Leser schnell und zuverlässig informieren, gut unterhalten und ihnen immer das Gefühl geben, an ihrer Seite zu sein." Fehrle war bereits Anfang der 90er Jahre für die "Berliner Zeitung" tätig. Nach einer zwischenzeitlichen Station bei der "Zeit" war vor drei Jahren als stellvertretende Chefredakteurin zurückgekehrt.

Seit 2010 leitet sie im dreiköpfigen Team der Chefredaktion gemeinsam mit Uwe Vorkötter und Rouven Schellenberger die "Berliner Zeitung", die DuMont-Redaktionsgemeinschaft und die "Frankfurter Rundschau". Wer künftig die "Frankfurter Rundschau" führen wird, ist unterdessen noch nicht bekannt. Klar ist: Ein Jahr nach der Aufnahme der gemeinsamen Mantelproduktion will der DuMont-Verlag den Wechsel nutzen, um "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau" stärker auf ihre jeweiligen Märkte zu fokussieren. Die Gesellschafter der "Frankfurter Rundschau" würden in Kürze einen eigenen Chefredakteur für die "FR" benennen, hieß es. Rouven Schellenberger wird allerdings auch wie bisher als Chefredakteur die digitalen Projekte der beiden Zeitungen verantworten.