Am Mittwoch legte die SPD-Medienholding DDVG ihre Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr 2011 vor. Das Betriebsergebnis lag mit 15,9 Millionen Euro auf dem um Sondereffekte bereinigten Vorjahresniveau. Unterm Strich blieb mit 0,9 Millionen Euro zumindest noch ein kleiner Gewinn, nachdem im Vorjahr noch über 14 Millionen Euro Verlust zu Buche standen. Für die Zukunft kündigte die DDVG an mit der Beteiligungsgesellschaft TIV@LA nach China zu expandieren. "Der chinesische Markt bietet gute Perspektiven für
die Lernprodukte von TIV@LA", so Hendricks.
Doch all das waren im Grunde Nebensächlichkeiten bei der Pressekonferenz der DDVG. Für den eigentlichen Zündstoff hat nämlich unverhofft Franz Sommerfeld aus dem Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg gesorgt, Mitgesellschafter der DDVG bei der "Frankfurter Rundschau". Sommerfeld gab dort zu Protokoll, dass die "FR" auch im kommenden Jahr keine schwarzen Zahlen schreiben werde. Ein Verkauf stehe derzeit zwar nicht zur Debatte, doch er fügte hinzu: "Wenn wir einen hochinteressierten Käufer finden, der uns viel Geld dafür zahlen würde, würden wir das natürlich prüfen."
Gegenüber der dpa betonte er nach dem Medienecho zwar später noch einmal, dass der DuMont-Verlag keinen Verkauf anstreben würde und dieser auch nicht zur Debatte stehe. Doch ein klares Bekenntnis sieht eben anders aus. Bei der DDVG zeigt man sich geradezu erbost über diese Äußerungen. "Wenn er schon nicht mit Zahlen umgehen kann, sollte er wenigstens mit Worten umgehen können", so SPD-Schatzmeisterin Hendricks, die Sommerfeld "verantwortungsloses Herumschwadronieren" vorwarf. Auch DDVG-Geschäftsführer Berendsen sagte, er werde mit Sommerfeld über dieses Interview zu reden haben. Selbst rechtliche Schritte wollte man bei der DDVG nicht ausschließen, schließlich würden solche Aussagen auch der DDVG schaden.
von 

