Drittsendeanbieter bei Sat.1 © Sat.1/Spiegel TV/Focus TV/dctp
Chaotisch

LMK will Drittsendezeiten bei Sat.1 neu vergeben

 

Das Chaos um die Sendezeiten für unabhängige Dritte wird noch um eine Facette reicher: Während Sat.1 angesichts sinkender Quoten hofft, die Drittanbieter komplett loszuwerden, plant die LMK eine erneute Vergabe der Sendezeiten, nachdem Sat.1 gegen die erste Vergabe geklagt hat.

von Uwe Mantel
23.02.2013 - 12:43 Uhr

Die Vergabe der Sendezeiten an unabhängige Dritte gleicht im Falle von Sat.1 diesmal einer echten Posse. Was bisher geschah: Die rheinland-pfälzische Landesmedienanstalt LMK vergab die Lizenzen zunächst wie eh und je an die gleichen Bewerber: DCTP und News and Pictures, die die Sendeplätze seit vielen Jahren mit Formaten wie "Weck up", "Planetopia", "Spiegel TV Reportage" und "Focus TV Reportage" belegen. Unzufrieden war Sat.1 damit schon immer, diesmal setzte man sich aber zur Wehr.

Sowohl Sat.1 als auch die unterlegenen Bewerber reichten Klage gegen die Entscheidung ein - und bekamen recht. Das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße hob die erteilten Zulassungen und Ablehungen auf und verpflichtete die LMK, eine neue Entscheidung zu fällen. News & Pictures hat dagegen Berufung eingelegt, das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig. Doch ob die LMK überhaupt noch zuständig ist, steht wieder auf einem anderen Blatt - denn Sat.1 hat im Ärger über die jahrelang gleiche Drittanbieter-Vergabe kurzerhand beschlossen, seine Lizenz nicht mehr in Rheinland-Pfalz, sondern in Hamburg bei der MA HSH zu beantragen, womit diese künftig zuständig wäre. Die ZAK, in der alle Landesmedienanstalten vertreten sind, stimmte dem Wechsel zur Jahresmitte zwar zu - doch die LMK reichte dennoch Klage ein.

Und ob Sat.1 überhaupt noch Sendezeit für unabhängige Dritte zur Verfügung stellen muss, ist auch völlig unklar. Nach dem Quotenrückgang bei Sat.1 hat der Sender inzwischen nämlich deutlich weniger als 10 Prozent und die Sendergruppe weniger als 20 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum - mindestens eine der Voraussetzungen müsste aber erfüllt sein. Nadchdem ProSiebenSat.1 die Medienhüter darauf aufmerksam gemacht hat, wird derzeit geprüft, ob Sat.1 die Drittanbieter nicht komplett los wird.

Bei der LMK vertritt man laut "Hamburger Abendblatt" die Ansicht, dass die Lage bei Beginn des Verfahrens im November 2011 ausschlaggebend ist - und damals lag Sat.1 noch bei über 10 Prozent Marktanteil. In diesem Wirrwarr hat die LMK nun angekündigt, die Drittsendezeiten bei Sat.1 noch einmal neu zuvergeben, obwohl das Urteil, das die bisherige Vergabe aufhob, wie erwähnt noch gar nicht rechtskräftig ist. Daher werde man die Sendezeiten nun erstmal unter Vorbehalt neu vergeben. Man darf gespannt sein, wer diesmal den Zuschlag erhält - und ob das überhaupt noch eine Bedeutung hat.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen

Sie haben einen Text aus dem Archiv des Medienmagazins DWDL.de aufgerufen, das bis ins Jahr 2001 zurückreicht und mehrere Zehntausend Artikel umfasst.



Suchtipps

  • Geben Sie mehrere Suchwörter an, um Ihre Suche einzuschränken. Es werden nur Artikel ausgegeben, in denen alle angegebenen Worte vorkommen.
  • Starten Sie ihre Suche mit einem Anführungszeichen ("), werden nur Artikel ausgegeben, in denen die Worte in genau dieser Reihenfolge vorkommen.
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 5 + 9 =

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.