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Nachrichen in 15 Sekunden

ZDF experimentiert mit Nachrichten bei Instagram

 

Suchen die Nutzer auf Instagram neben hübschen Bildern auch Nachrichten? Sicher ist man sich da auch beim ZDF nicht. Doch ausprobieren kann man's ja mal. Mit dem Beginn der Fußball-WM startet heute auch das Instagram-Experiment von "heute".

von Uwe Mantel
12.06.2014 - 08:50 Uhr

Wer das soziale Foto- und Video-Netzwerk Instagram nutzt, der könnte künftig nicht mehr nur einfach Bilder betrachten, sondern sich auch mit aktuellen Nachrichten versorgen. Ob das eine nennenswerte Anzahl an Leuten auch will - das ist die große Frage, auf die das ZDF nun eine Antwort sucht. Dazu experimentiert man ab dem heutigen Donnerstag mit dem neuen Instagram-Account der "heute"-Nachrichten. Im Ausland gibt es dafür schon manches Vorbild: Die BBC versucht sich ebenso an einem solchen Angebot wie der Guardian oder das Startup NowThis News.

Dass der Account gleichzeitig mit der Fußball-WM startet, ist kein Zufall. Nicht nur, dass es an aufmerksamkeitsstarken Bildern, sei es rund um den Fußball oder von der Copacabana, in den kommenden Wochen nicht mangeln dürfte, die Tatsache, dass das ZDF dort selbst vor Ort ist und Bilder einfängt, löst auch ein Rechteproblem. Nicht alle Bilder und Videos, die das ZDF sonst verwendet, lassen sich so ohne weiteres auch auf Plattformen Dritter wie Instagram verwenden. Diese Überlegungen erübrigen sich bei selbstgedrehtem Material, erläutert Michael Bartsch, Redaktionsleiter von heute.de, das den Account redaktionell verantwortet.

Neben Fotos wird es nämlich vor allem auch 15-sekündige Videos zu wichtigen Themen des Tages geben. Die Kürze bereitet Bartsch dabei kein größeres Kopfzerbrechen: "Bei unserem etablierten Angebot 'heute in 100 Sekunden' sind die einzelnen Clips auch nicht länger. Dieses Format ist gelernt und bietet Platz für mehr als eineinhalb Sätze." Da Instagram fast nur mobil genutzt wird, wird man bei den Videos in der Regel auf Untertitel setzen, sie lassen sich also bestenfalls auch ohne Kopfhörer oder die Beschallung der Umgebung nutzen.

Grundsätzlich ist die Form aber noch nicht in Stein gemeißelt, sondern soll sich im Lauf der nächsten Wochen herauskristallisieren - passend dazu, dass man stets den Experimentcharakter betont. Um trotzdem eine einheitliche Handschrift zu garantieren, arbeiten in Mainz drei Kollegen daran, ein wiedererkennbares Format zu entwickeln. Deshalb wird der Account auch nicht einfach von den Reportern in Brasilien vor Ort übers Handy bestückt, sondern das Material in Mainz bearbeitet und von dort auf Instagram veröffentlicht.

Doch soviel nun auch von Brasilien die Rede war: "heute" will auf Instagram nicht nur über die WM berichten. "Wir wollen auch den normalen Nachrichtentag abbilden", so Bartsch. Ob Bilder aus dem Bundestag auf großes Interesse stoßen, bleibt aber abzuwarten - wie Bartsch ohnehin auch kaum zu prognostizieren wagt, wieviele Nutzer man erreichen könnte. BBC News zählt mit seinem Account inzwischen etwa 35.000 Abonnenten. Im Vergleich zu den 8,2 Millionen Facebook-Fans ein eher überschaubarer Kreis. Ein quantitatives Ziel will man beim ZDF daher auch nicht nennen. Nach der WM wird man aber eine Bilanz ziehen: Wieviele Nutzer hat man erreicht? Wie war die Resonanz gerade bei den Jüngeren, die man mit dem Instagram-Account im Auge hat? Und welche Themen kamen besonders gut an? Und wenn sich rausstellt, dass statt harter Nachrichten doch eher Promi-Geschichten gefragt sind, dann könnten zumindest andere Redaktionen des ZDF von den Erfahrungen und den getesten Workflows des "heute"-Experiments profitieren.

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