Elke Heidenreich in Verbotene Liebe © ARD/Anja Glitsch
"Euer Volk weint!"

Elke Heidenreich trauert "Verbotene Liebe" hinterher

 

Aus ihrer Liebe zur "Verbotenen Liebe" hat Elke Heidenreich noch nie einen Hehl gemacht. In der "SZ" trauert sie der Soap nun schon mal hinterher - und vergleicht sie sogar mit großer Weltliteratur von Tolstoi und Dickens.

von Alexander Krei
23.07.2014 - 12:04 Uhr

Schon mehrfach war Elke Heidenreich in einer Gastrolle bei der "Verbotenen Liebe" vertreten. Aus ihrer Liebe zu der Soap machte sie keinen Hehl - entsprechend verärgert ist die Literaturkritikerin über das vor wenigen Tagen bekannt gewordene Aus. Unter der Überschrift "Verlorene Liebe" hat Heidenreich jetzt für die "Süddeutsche Zeitung" einen langen Text geschrieben, in dem sie gleich zu Beginn zu Protokoll gibt: "Es wird entsetzlich." Gemeint sind das "unsägliche Quizduell mit dem netten Herrn Pilawa" und die Abende ohne "Verbotene Liebe", die laut Heidenreich eine der "gewiss originellsten aller Serien" ist.

Sie schreckt nicht mal davor zurück, die Soap mit großen Schriftstellern zu vergleichen. "Tolstoi, Flaubert, Balzak, Dickens, sie haben einige ihrer Romane als Fortsetzungsromane für Zeitungen geschrieben - nichts anderes passiert hier: der große Fortsetzungsroman in täglichen Häppchen." Es gehe um Themen wie Ausländer, Schwulenliebe oder Inzest. "Da sind sie, die großen Themen der Weltliteratur, der Opern, der Menschen schlechthin." Der ARD wirft Heidenreich derweil vor, nicht gut mit der Serie umgegangen zu sein. Sie leide darunter, "mal 20, mal 45 Minuten lang sein zu müssen, mal vor, mal nach, mal genau um 18 Uhr anzufangen und mit Werbung zugeknallt zu werden", so Heidenreich in der "SZ". "Aber all diese Misshandlungen hat die Serie mit den Millionen treuen Fans überstanden. Den Geschmack des Programmdirektors übersteht sie nicht."

Ein gutes Haar lässt sie an der ARD nicht. "Dort ruinieren sie lieber Harald Schmidt mit Oliver Pocher, hieven 'Gottschalk live' dahin, wo so etwas keiner sehen will, muten uns eine Schminkshow mit Bruce 'Drama' Darnell zu oder eben, wie gesagt, diesen netten Herrn Pilawa mit den grottendämlichen Rätselfragen." Mit Blick aufs "Quizduell" fügt Heidenreich dann noch hinzu: "Lieben wären wir Fans von VL ja wohl tot, als uns zu so etwas herabzulassen." Und so lautet also ihr Appell: "Ratet nicht mit, ihr traurigen Fans. Schaltet aus. Drückt die unselige Quote, an welche die da oben immer noch glauben, unters Erdniveau."

An anderer Stelle schreibt Heidenreich schließlich noch über "die unfassbar dämliche Einrichtung der Quote, was immer das sein soll". Ihre Vermutung: "Kann aber auch sein, dass das so etwas rundum Manipuliertes ist wie die Lügenrangliste Männer/Frauen neulich beim ZDF, die stecken doch alle unter einer Gebührendecke". In ihrem "SZ"-Artikel zeigt sich Elke Heidenreich davon überzeugt, dass "wir Zuschauer" nie gefragt würden: "Die mögen uns nicht, die Fernsehdirektoren. Wir kriegen serviert, was ein paar wichtige Herren und einige Damen sich so fürs Volk ausdenken. Und das Volk weint. Hört ihr, lest ihr das? Euer Volk weint!"

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