Aktuelle Stunde © Screenshot WDR
Doppelter Patzer

WDR entschuldigt sich erneut für falsches Bild

 

Kaum schien sich der Ärger um die Verwendung eines falsches Bildes auf der Website von WDR5 gelegt zu haben, war es schon wieder im Einsatz - diesmal in der "Aktuellen Stunde". Der WDR hat sich inzwischen erneut entschuldigt.

von Alexander Krei
04.09.2014 - 17:11 Uhr

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Radiosender WDR 5 auf seiner Internetseite den Bericht über den Ukraine-Konflikt mit einem bereits im Jahr 2008 entstandenen Panzer-Foto des Kausakus-Kriegs bebilderte, um es schließlich durch eines zu ersetzen, das nicht die angebliche Invasion russischer Truppen in der Ukraine zeigte, sondern schon im März auf der Krim entstanden sei. Schnell machten daraufhin Propaganda-Vorwürfe die Runde. "Es ging es um den Ukraine-Konflikt in seiner Gesamtheit. Somit ist das Bild nicht aus dem Kontext gerissen", ließ der WDR im "Tagesspiegel" erklären, nahm allerdings auch dieses Foto von der Seite.

Nun, nur wenige Tage, nachdem sich der WDR für die Foto-Panne entschuldigte, tauchte das sechs Jahre alte Bild aus dem Kaukasus-Krieg erneut auf - diesmal sogar in der "Aktuellen Stunde", die sich selbst als "wichtigste landesweite Informationssendung des WDR Fernsehens" bezeichnet. Zu sehen war es großflächig hinter den Moderatoren, während diese einen Beitrag über die Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck am russischen Vorgehen in der Ukraine ankündigten. Inzwischen folgte die nächste Entschuldigung: Bereits am Mittwochabend hatten die Moderatoren der "Aktuellen Stunde" auf den Fehler hingewiesen und sich für die Verwendung des Bildes in der Sendung vom Dienstag entschuldigt.

Und auch WDR-Sprecherin Ingrid Schmitz meldete sich zu Wort. "Das Bild wurde aufgrund eines Absprachefehlers versehentlich im Hintergrund der Anmoderation zur Illustration verwendet. Die Moderatoren der 'Aktuellen Stunde' haben in ihrem Text keinerlei Bezug auf das Bild genommen", sagte sie am Donnerstag gegenüber dem "Tagesspiegel". Für den Text mag das stimmen, doch ein Bezug war alleine schon durch die großflächige Darstellung auch ohne explizite Erwähnung gegeben. Schmitz betonte daher, dass das Bild im aktuellen Zusammenhang "auch ohne explizite Bezugnahme keinesfalls gezeigt werden dürfen".

Wie es passieren konnte, dass das Foto nach den Diskussionen der vergangenen Tage auch noch ins Fernsehen kam, ist momentan unklar. "Derzeit wird intern sorgfältig aufgearbeitet, wie es zu dem Fehler kommen konnte", betonte Schmitz. Dabei ist die Bildunterschrift des Bilderdienstes dpa Picture Alliance eigentlich eindeutig: Dort heißt es nämlich, dass das Foto vom 19. August 2008 nahe der georgischen Stadt Gori aufgenommen wurde.

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