Die Höhle der Löwen © Vox/Benno Kraehahn
Vox-Chefredakteur Kai Sturm verrät

Warum das ZDF "Die Höhle der Löwen" nicht bekommen hat

 

Vox-Chefredakteur Kai Sturm hat in einem Interview mit der Goldenen Kamera verraten, dass auch das ZDF Interesse an der "Höhle der Löwen" hatte. Außerdem erzählt er, warum er gerne mit Regeln bricht und warum die Branche die Unterhaltung ernster nehmen muss.

von Timo Niemeier
16.12.2016 - 14:03 Uhr

Seit 2014 sorgt die "Höhle der Löwen" für gute Quoten im Programm von Vox, in diesem Jahr hat die Show noch einmal spürbar zugelegt und ist endgültig zu einem starken Zugpferd des Senders aufgestiegen. In einem Interview mit der Goldenen Kamera hat Vox-Chefredakteur Kai Sturm nun verraten, dass einst auch das ZDF an der Show interessiert gewesen ist. "Dort tat man sich aber unheimlich schwer mit der Frage, wie man die Investoren im öffentlich- rechtlichen TV präsentieren darf", so Sturm. Bei Vox stellte sich diese Frage nur bedingt.

Dass man letztendlich den Zuschlag bekam, hatte auch damit zu tun, so Sturm, dass man direkt eine volle Staffel mit acht Folgen bestellte. "Ich weiß, dass das ZDF eine Testsendung für die Marktforschung machen wollte. [...] Wer zögert, kriegt so ein Format nicht." Und auch wenn "Die Höhle der Löwen" ein Lizenzprodukt ist, sieht es in Deutschland anders aus als in anderen Märkten. "Im Originalformat liegen dicke Geldbündel auf den Tischen neben den Investoren. Es soll gezeigt werden, dass die Investoren wirklich Geld haben. Bei uns fänden die Zuschauer das protzig und anmaßend", so Sturm. Man habe das Format für die deutschen Zuschauer anpassen müssen.

Dass Vox derzeit mit vielen Formaten großen Erfolg hat, liegt laut dem Chefredakteur auch daran, dass man regelmäßig mit altbekannten Regeln breche. So galt Business-Fernsehen nach "Big Boss" in Deutschland als verbrannt, auch Kinder in einem Krankenhaus zu zeigen, galt vorher als unmöglich. "Solche Regeln zu brechen macht Spaß", sagt Sturm.

Dennoch gebe es aus Herausforderungen, gerade im non-fiktionalen Bereich, sagt Sturm: "Wir müssen das Thema Entertainment viel ernster nehmen! Fiktionales Fernsehen be­legen wir hierzulande mit wahnsinnig viel Pathos. Aber sobald es nonfiktional wird – also von der Show bis zur Doku-Soap – hat das in Deutschland immer noch den Stellenwert billiger Unterhaltung." Auch für das Vox-Format "Sing meinen Song" hat Sturm noch Wünsche: So hätte er gerne Herbert Grönemeyer und Peter Maffay in der Sendung. In diesem Jahr besteht das Ensemble aus Alec und Sascha von The BossHoss, Lena Meyer-Landrut, Stefanie Kloß, Mark Forster, Moses Pelham, Gentleman und Paddy Kelly. Auch mit diesen Künstlern sei er sehr zufrieden, so der Vox-Chefredakteur.


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