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Erste Bewerbungsgespräche laufen

"Breitbart": Deutschland-Start vor Bundestagswahl?

 

Schon in der Vergangenheit hat das ultrarechte Nachrichten-Portal "Breitbart" mit einer Expansion nach Deutschland geliebäugelt. Nun wird es offenbar konkret: Laut der "Zeit" könnte es schon in einem halben Jahr soweit sein.

von Timo Niemeier
01.03.2017 - 11:15 Uhr

Nachdem "Breitbart" in den USA lange den Weg von Donald Trump in das Präsidentenamt begleitet und den Milliardär stets gefördert hat, will die rechte Webseite nun nach Europa expandieren. Wie die "Zeit" in ihrer neuesten Ausgabe berichtet, sind Büros in Deutschland und Frankreich geplant. In London, Rom und Jerusalem ist das Portal bereits mit eigenen Niederlassungen vertreten. In den USA hat die Plattform die Anzahl seiner Mitarbeiter nach der Präsidentschaftswahl von 40 auf inzwischen knapp 100 aufgestockt.

Die Ankündigung von "Breitbart", auch in Deutschland mit einem eigenen Angebot an den Start gehen zu wollen, liegt schon etwas zurück. Nun werden die Pläner aber offenbar konkreter: "Die ersten Bewerbungsgespräche haben stattgefunden", sagt der Rom-Korrespondent von "Breitbart", Thomas Williams, gegenüber der "Zeit". Ziel sei es demnach, innerhalb der kommenden sechs bis acht Monate ein Büro in Deutschland zu eröffnen. Auf offizielle Anfrage der "Zeit" bei "Breitbart" heißt es nur, man möge bitte in sechs Wochen noch einmal nachfragen.

Spannend wird wohl die Frage sein, ob der deutsche "Breitbart"-Ableger noch vor der Bundestagswahl im September online geht oder erst danach. Die Planungen für das Angebot sind aber gar nicht so leicht. Thomas Williams sagt der "Zeit", es sei "hart, Einstellungsgespräche und logistische Vorbereitungen von den Vereinigten Staaten aus zu managen". In dem Medienkonzern ist kaum jemand der deutschen Sprache mächtig, aber es sei entscheidend, die richtige Person an der Spitze zu haben. Daher stehe die Personalfrage derzeit über allen anderen Fragen.

Das Satire-Magazin "Titanic" erlaubte sich jüngst einen kleinen Scherz: Ein Mitarbeiter rief als vermeintlicher Headhunter im Auftrag von "Breitbart" bei einigen bekannten deutschen Medienmachern an und fragte sie, ob diese sich vorstellen könnten, ein deutsches "Breitbart" zu leiten. Der ehemalige "Spiegel"- und "Welt"-Autor Matthias Matussek fiel dabei gleich zweimal auf den getürkten Headhunter rein und signalisierte durchaus Interesse.

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