Karola Wille © MDR/Marco Prosch
"Wörter können zu Waffen werden"

Wille wirft BDZV-Präsident Döpfner "Fake News" vor

 

Weil BDZV-Präsident Mathias Döpfner mal wieder von "Staatspresse" spricht und damit ARD und ZDF meint, kommt nun deutliche Kritik von der ARD. Karola Wille wirft Döpfner in diesem Zusammenhang "Fake News" vor.

von Timo Niemeier
18.09.2017 - 18:09 Uhr

Auf der Mitgliederversammlung des BDZV hat sich Verleger-Präsident Mathias Döpfner auch mal wieder über ARD und ZDF ausgelassen. Er sagte zwar, dass die Öffentlich-Rechtlichen einen wichtigen Beitrag zur Freiheit und Demokratie leisten, dennoch sprach Döpfner auch von "einer gebührenfinanzierten Staatspresse". Diese Worte wählt er nicht zum ersten Mal, zumindest bei der ARD hat man diesen Vorwurf nun jedenfalls weit von sich gewiesen.

In einer Pressemitteilung begrüßte die ARD-Vorsitzende Karola Wille, dass sich der BDZV zur publizistischen Vielfalt bekannt habe und in diesem Zusammenhang auch die Öffentlich-Rechtlichen erwähnte. Wille: "Wenn Herr Döpfner aber gleichzeitig suggeriert, in Deutschland blockiere eine 'Staatspresse im Netz' nach 'dem Geschmack von Nordkorea' die Entfaltungsmöglichkeiten der Verlage, bewegen wir uns klar im Bereich von Fake News."

Wille kritisiert, dass eine solche Wortwahl "Populisten, Verschwörungstheoretikern und ihren willigen Claqueuren" in die Hände spiele. Dadurch würden alle freien und unabhängigen Medien in Mitleidenschaft gezogen, warnt die ARD-Vorsitzende. "Wörter können zu Waffen werden - gerade deshalb ist ihr leichtfertiger Gebrauch so gefährlich. Wir sollten dagegen - ohne deshalb eine kritische Auseinandersetzung hintanzustellen - gemeinsam für das einstehen, was uns stark macht und was unsere Gesellschaft in diesen Zeiten dringender denn je braucht: für Glaubwürdigkeit, für Zuverlässigkeit und für guten Journalismus", sagt Wille.

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