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Die "tz" kriecht zu Kreuze: Sportchef Gerald Selch verlässt das Blatt

 

In der Freitagsausgabe entschuldigt sich die Münchner Boulevardzeitung "tz" erneut für den offenbar falschen Bericht über die Verstrickung einiger Fußballspieler in einen Wettskandal. Sportchef Selch übernahm die Verantwortung und verlässt das Blatt

von Uwe Mantel
24.03.2006 - 10:01 Uhr

 Foto: PhotocaseGut eine Woche ist es nun her, dass die Münchner "tz" in ihrer Abendausgabe meldete, die Münchner Fußballspieler Bastian Schweinsteiger, Paul Agostino und Quido Lanzaat seien in den vermeintlichen Fußballwettskandal verstrickt, würden als Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft geführt und seien zum Polizeiverhör vorgeladen worden. Eine Story, die angesichts des klaren Dementis der Münchner Staatsanwaltschaft schon kurz nach ihrer Veröffentlichung kaum noch haltbar war.

Zu Gegendarstellungen und einem Widerruf verpflichtete sich die "tz" schon kurze Zeit später, doch der Schaden war angerichtet, der FC Bayern droht mit einer Schadenersatzklage in Millionenhöhe. Dennoch blieb die "tz" lange bei ihrer Version, die Namen Schweinsteiger und Co. würden im Zusammenhang mit den Ermittlungen immer wieder genannt. In der Freitagsausgabe wenden sich Redaktion und Verlag nun erneut an die Leser, diesmal allerdings mit kleinlauteren Worten unter der Überschrift "Entschuldigung".

Die "tz" schreibt wörtlich: "Herr Schweinsteiger, Herr Agostino und Herr Lanzaat stecken nicht in einem „Wettsumpf “. Sie gelten weder als Beschuldigte“, noch wurden sie von der Polizei verhört oder sonst zu einem „Wettskandal “ befragt. Sie haben keine hohen Wetteinsätze auf möglicherweise manipulierte Fußballspiele gesetzt. Auch sind keine Vorwürfe im Zusammenhang mit dem „Wettskandal “ gegen Herrn Schweinsteiger, Herrn Agostino oder Herrn Lanzaat erhoben worden. Wir widerrufen die diesbezügliche Berichterstattung, die wir zutiefst bedauern, und entschuldigen uns bei allen Betroffenen ausdrücklich."

Zudem zieht der stellvertretenden Chefredakteur und Sportchef Gerald Selch nun persönliche Konsequenzen. Er habe die Verantwortung für die Berichterstattung übernommen, so die "tz". Als Folge daraus scheide er in gegenseitigem Einvernehmen aus der Redaktion aus. "Eine einseitige Schuldzuweisung für die gemeinsam getragene Entscheidung zur Veröffentlichung der Berichterstattung bedeutet dies aber nicht", so die "tz".

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